Allgemein Newsletter Tierrechte

EU-Tierversuchszahlen zeigen: Systemwechsel ist überfällig

29. Juli 2022: Newsletter Tierrechte 12/2022

Inhalt

  • EU-Tierversuchszahlen: Fast 12 Millionen Tiere gequält
  • Tierschutzskandal in Deutschlands größter Kaninchenzucht
  • Erdüberlastung: Das System der Tierhaltung ist nicht reformierbar
  • Perspektiven: Zukunftschance Pflanzenkost
  • Tiertransporte: Deutschland fordert Verbesserungen
  • Termine

Liebe Leser:innen,

Die kürzlich veröffentlichte EU-Tierversuchsstatistik bestätigt einen ernüchternden Trend: Im Jahr 2019 mussten 11.827.686 Tiere in europäischen Tierversuchseinrichtungen leiden und sterben. Die Zahlen blieben damit EU-weit auf einem hohem Niveau. Deutschland belegt nach Großbritannien den zweiten Platz der Tierversuchshochburgen. Der Bundesverband kritisiert, dass die Zahlen nach wie vor so hoch sind. Der Forschungsstandort Deutschland muss endlich eine Vorbildfunktion einnehmen für eine innovative, humanrelevante und zukunftsträchtige Wissenschaft. Dies ist nur mit einer massiven Steigerung der Forschungsgelder für moderne tierfreie Verfahren möglich. Darum setzen wir uns weiter national und auf EU-Ebene für einen Ausstieg aus dem Tierversuch ein.

Endspurt für ein Europa ohne Tierversuche
Eine Ausstiegsstrategie ist auch eine der Kernforderungen der aktuellen EU-Bürgerinitiative (EBI) für ein Europa ohne Tierversuche. Noch bis zum 31. August können EU-Bürger:innen unterschreiben. Wenn 1 Mio. valide Unterschriften zusammenkommen, muss die EU-Kommission aktiv werden. Jetzt beginnt der Endspurt. Bitte helfen Sie mit und verbreiten die Initiative über Ihre Facebook, Twitter oder Instagram Kanäle. Auf europa-ohne-tierversuche finden Sie alle Informationen zur EBI und weitere Materialen wie Poster und Abreißzettel.


Tierschutzskandal in Deutschlands größter Kaninchenzucht
Undercover-Aufnahmen aus Deutschlands größter Kaninchenzucht dokumentieren erschreckende Zustände. Das Tierschutzbüro hat gemeinsam mit ZDF WISO Recherchen veröffentlicht, die zeigen, wie Kaninchen auf den Boden geschlagen und getreten werden. In den Käfigen wurden kranke und verletzte Tiere gefunden. Ersten Berichten zufolge sehen jedoch weder Veterinäramt noch Landratsamt Grund zur Beanstandung. Das zeigt wieder einmal, das Ausmaß des Vollzugsdefizits. Hier können Sie eine Petition unterschreiben, die fordert, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Die Grausamkeiten stehen auch im Zusammenhang mit Tierversuchen. Laut Tierschutzbüro ist ein großer Abnehmer der Kaninchen die Firma Siemens Healthineers, die in Marburg (Hessen) ein Tierversuchslabor betreibt. Auch das Gemeinsame Büro anerkannter Tierschutzverbände in Hessen übt Systemkritik und wünscht sich eine Normenkontrollklage gegen die furchtbaren Haltungsbedingungen der Kaninchen.


Erdüberlastung: Das System der Tierhaltung ist nicht reformierbar!
Die Menschheit verbraucht jedes Jahr mehr natürliche Ressourcen, als die Erde erneuern kann. Seit gestern, dem sogenannten Erdüberlastungstag, beanspruchen die Menschen mehr Wälder, Wasser, Ackerland, als ihnen für dieses Jahr zur Verfügung steht. Um diese fatale Entwicklung abzubremsen, müssen wir unsere Lebens- und Konsumgewohnheiten ändern, dazu gehört auch, den Konsum von tierischen Produkten zu beenden. Sie können dieses Ziel aktiv unterstützen, indem Sie auf eine pflanzliche Ernährung umstellen – und indem Sie die neue EU-Bürgerinitiative „End the Slaughter Age“ unterschreiben.

Gegen die industrialisierte Tierhaltung spricht auch die skandalöse Verschwendung von Leben. Diese ist weder ethisch vertretbar noch wirtschaftlich. Die „Kollateralschäden“ dieses ruinösen Systems betreffen Tiere, Gesundheit, Ressourcen und die Landwirt:innen selbst. Lesen Sie dazu den Artikel: Das System der Tierhaltung ist nicht reformierbar! und unterschreiben Sie die neue Petition „Tierbestände verringern – Ernährungskrise abwenden“.


Veggie- statt Fleisch. Foto: Beyond Meat

Perspektiven: Zukunftschance Pflanzenkost
Nach dem aktuellen „Trendreport Ernährung“ nimmt die pflanzenbasierte Ernährung stark zu. Gleichzeitig wächst der Markt für Produzenten und Verarbeiter. Das eröffnet nicht nur Chancen für Natur, Klima und Welternährung, sondern auch für die Landwirt:innen. Mehr zu aktuellen Ernährungs- und Markttrendtrends lesen Sie unter tierrechte.de.


Tiertransporte: Deutschland fordert Verbesserungen
Die Mehrheit des EU-Agrarrats hat sich am 20. Juli für ein Positionspapier ausgesprochen, in dem Deutschland, Dänemark, Belgien, Schweden und die Niederlande die Überarbeitung der EU-Transportverordnung fordern. Die Tierschutzverbesserungen betreffen unter anderem die maximale Transportzeit von Tieren. Diese soll auf acht Stunden begrenzt werden. Bestimmte Transporte sollen ganz verboten werden Außerdem sollen Jungtiere, die noch auf Muttermilch angewiesen sind, besser geschützt werden. Die EU hat eine Überarbeitung der bestehenden EU-Transportverordnung angekündigt und will bis Ende 2023 einen Vorschlag vorlegen. Aus Tierschutzsicht sind die Verbesserungen zwar grundsätzlich zu begrüßen, doch sie gehen nicht weit genug. So müssen alle Transporte zeitlich begrenzt und Lebendtiertransporte in Länder außerhalb der EU müssen komplett verboten werden. Der Bundesverband wird sich dafür einsetzen, dass Deutschland ein Exportverbot auf nationaler Ebene ausspricht.


 Termine

Impressum:

Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
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Alle Spenden sind steuerlich abzugsfähig

Der Bundesverband Menschen für Tierrechte setzt sich seit seiner Gründung 1982 auf rechtlicher, politischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene für die Anerkennung elementarer Tierrechte ein und kämpft gegen jeglichen Missbrauch von Tieren. Das langfristige Ziel ist eine grundsätzliche Veränderung des Mensch-Tier-Verhältnisses. Dem Dachverband mit Hauptsitz in Zülpich (früher Aachen) sind Vereine sowie Fördermitglieder angeschlossen. Seine Stärke liegt im Zusammenwirken von Seriosität, Fachwissen und Lobbyarbeit auf höchster politischer Ebene. Dazu verfolgt der Verband einen Masterplan zum Ausstieg aus dem Tierversuch und eine Agrarwende von der tierischen zur pflanzlichen Eiweißproduktion, um das Ende der „Nutztier“-Haltung zu erreichen. Darüber hinaus ernennt der Verband beispielsweise das „Ersatzverfahren des Jahres“ sowie das „Versuchstier des Jahres“, betreibt die Wissenschaftsplattform InVitro+Jobs für eine konsequente Förderung der tierversuchsfreien Forschung und setzt sich mit dem Projekt SATIS für eine humane Ausbildung ein. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind die Etablierung der Tierschutz-Verbandsklage, eine tierlose bio-vegane Landwirtschaft sowie die Aufnahme von Tierrechten in die Lehrpläne von Schulen. Der Verband gibt viermal im Jahr das Magazin tierrechte heraus. Neben einem Themenschwerpunkt informiert die Zeitschrift Journalisten, Wissenschaftler, Politiker, Behörden und Verbandsmitglieder über aktuelle Entwicklungen in der politischen Tierrechtsarbeit. Zudem erscheint zweimal monatlich der Tierrechte Newsletter. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte ist seit seiner Gründung als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar.

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