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28. Mai 2021: Bundestagswahl: Forderungen für eine Agrar- und Ernährungswende

Die Broschüre mit den Forderungen können Sie sich unten als PDF herunterladen,

Ziel ist eine Ökologisierung der Landwirtschaft und eine pflanzenbasierte Ernährung

Im Vorfeld der Bundestagswahl stellt der Bundesverband Menschen für Tierrechte  seine zehn Forderungen für eine Agrar- und Ernährungswende vor. Um das kurze Zeitfenster zu nutzen, das der Menschheit noch bleibt, um die globalen Herausforderungen zu bewältigen, fordert der Tierrechtsverband eine umfassende Ernährungsstrategie für tier- und klimafreundliche Ernährungsformen. Ziel muss nach Ansicht des Verbandes eine pflanzenbasierte Ernährung sein. Weitere Forderungen betreffen die Ökologisierung der Landwirtschaft, die Reduzierung der Tierbestände und Ausstiegsförderungen für Landwirte, die ihre Tierhaltung beenden wollen.

Klimawissenschaftler Professor Johan Rockström vom Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung schätzt, dass der Menschheit noch zehn Jahre bleiben, um zu verhindern, dass das System Erde irreversibel aus dem Lot gerät. (1). Dabei geht es nicht nur um den Klimawandel: Dramatisch ist die Situation auch bezüglich des Verlusts an Biodiversität und bei der Überfrachtung der Natur mit Nährstoffen. Die Landwirtschaft trägt einen entscheidenden Teil zu diesen gefährlichen Entwicklungen bei.

Klimawandel: Ernährung ist entscheidender Hebel
Deswegen veröffentlicht der Bundesverband Menschen für Tierrechte heute seine zehn Forderungen für eine Agrar- und Ernährungswende. Gerade die Ernährung ist ein entscheidender Hebel, um den menschengemachten Klimawandel noch zu begrenzen. Die Produktion tierischer Produkte verursacht fast ein Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen (2). Damit das anvisierte Zwei-Grad-Ziel noch erreicht werden kann, rufen auch der Weltklimarat (IPCC) und die Wissenschaft zu einem schnellen Wandel in der Lebensmittelproduktion auf (3).

Abschied von der zerstörerischen Wachstumsphilosophie
„Wenn wir die Erde und damit unsere Lebensgrundlagen retten wollen bedeutet das auch, Abschied von der zerstörerischen Wachstumsphilosophie zu nehmen. Dies heißt für VerbraucherInnen, ihre Konsum- und Lebensgewohnheiten nachhaltig und klimafreundlich auszurichten. Dazu gehört auch, dass wir unsere Ernährung schnellstmöglich auf pflanzliche Eiweißträger umstellen“, fordert Christina Ledermann, Vorsitzende vom Bundesverband Menschen für Tierrechte.

Herzstück: Strategie für tier- und klimafreundliche Ernährungsformen
Herzstück der 10-seitigen Online-Broschüre ist deswegen eine Strategie für tier- und klimafreundliche Ernährungsformen. Diese umfasst unter anderem eine breit angelegte Informations- und Bildungskampagne für pflanzliche Ernährungsformen, die Erhöhung des Angebotes vollwertiger veganer Mahlzeiten in öffentlichen Einrichtungen sowie mehr Forschungsförderung für pflanzliche Alternativen. Weitere Punkte sind eine verpflichtende und umfassende Produkt-Kennzeichnung, die die Entscheidung von KonsumentInnen für pflanzliche Alternativen fördert sowie Steuerermäßigungen für klimafreundliche und die gleichzeitige Verteuerung von tierischen Lebensmitteln.

Förderung für LandwirtInnen, die aus der Tierhaltung aussteigen
Die Einnahmen sollten nach Ansicht des Verbandes in Umstiegsförderungen für LandwirtInnen fließen, die aus der Tierhaltung aussteigen. Weitere Maßnahmen sind eine Ökologisierung der Agrarsubventionen, eine drastische Reduzierung der Tierbestände, Forschungsförderung für tierlose Anbausysteme und die Stärkung von Tierschutzrecht, Vollzug und Gerichtsbarkeit. Außerdem sollten schädliche Subventionen, Soja-Importe und die Exportorientierung beendet werden.

Gemeinwohlorientierte Lebensmittelerzeugung und Pflege von Ökosystemen
„Wissenschaftler rufen den „planetaren Notstand“ aus. Gleichzeitig fördern wir noch immer die industrielle Tierhaltung mit all ihren furchtbaren Folgen für Tiere, Klima und Umwelt. Dies muss sich dringend ändern. Wir müssen alle klimafeindlichen Subventionen beenden. Jeder Steuer-Cent aus den über 400 Milliarden schweren EU-Agrarsubventionen muss in eine konsequente Transformation unserer Landwirtschaft fließen. LandwirtInnen müssen künftig einerseits nachhaltig pflanzliche Lebensmittel erzeugen und andererseits im Sinne des Gemeinwohls Ökosysteme renaturieren und pflegen“, schließt Ledermann.

Download der 10-seitigen Broschüre Forderungen für eine Agrar- und Ernährungswende als PDF unter www.tierrechte.de.

Die zehn Forderungen in Kürze
1. Strategie für tier- und klimafreundliche Ernährungsformen
2. Tierbestände drastisch reduzieren
3. Weg von der Tierhaltung: Umstiegswillige LandwirtInnen fördern
4. Forschungsförderung für tierlose Anbausysteme
5. Tierschutzrecht, Vollzug und Gerichtsbarkeit stärken
6. Agrarsubventionen ökologisieren
7. Schädliche Subventionen beenden
8. Ökosysteme renaturieren und pflegen
9. Schluss mit der Exportorientierung
10. Regionaler Anbau statt Soja-Importe

(1) https://www.spiegel.de/wissenschaft/klima-erdsystemforscher-johan-rockstroem-warnt-vor-einer-menschenfeindlichen-heisszeit-a-22711d6f-0002-0001-0000-000177514662 (abgerufen am 27.05.2021)
(2) Poore, J., Nemecek, T. (2018): Reducing food’s environmental impacts through producers and consumers. Science Vol. 360, Issue 6392, pp. 987-992 DOI: 10.1126/science.aaq0216
(3) Masson-Delmotte, V., Zhai, P., Pörtner, H.-O., et al. (eds.) (2019). Climate Change and Land. IPCC Special Report on Climate Change, Desertification, Land Degradation, Sustainable Land Management, Food Security, and Greenhouse gas fluxes in Terrestrial Ecosystems. August 2019. https://www.ipcc.ch/site/assets/uploads/2019/11/SRCCL-Full-Report-Compiled-191128.pdf (abgerufen am 27.05.2021)
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Pressestelle:
Christina Ledermann
Tel.: 05840/99 99 790
Mobil: 0179/450 46 80
E-Mail: ledermann@tierrechte.de

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Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
Neue Geschäftsstelle: Severinusstr. 52, 53909 Zülpich
Tel: 02252/830 12 10, Internet: www.tierrechte.de


Der Bundesverband Menschen für Tierrechte setzt sich seit seiner Gründung 1982 auf rechtlicher, politischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene für die Anerkennung elementarer Tierrechte ein und kämpft gegen jeglichen Missbrauch von Tieren. Das langfristige Ziel ist eine grundsätzliche Veränderung des Mensch-Tier-Verhältnisses. Dem Dachverband mit Hauptsitz in Zülpich (früher Aachen) sind Vereine sowie private Fördermitglieder angeschlossen. Seine Stärke liegt im Zusammenwirken von Seriosität, Fachwissen und Lobbyarbeit auf höchster politischer Ebene. Dazu verfolgt der Verband einen Masterplan zum Ausstieg aus dem Tierversuch und eine Agrarwende von der tierischen zur pflanzlichen Eiweißproduktion, um das Ende der „Nutztier“-Haltung zu erreichen. Darüber hinaus ernennt der Verband beispielsweise das „Ersatzverfahren bzw. Replace des Jahres“ sowie das: „Versuchstier des Jahres“, betreibt die Wissenschaftsplattform InVitro+Jobs für eine konsequente Förderung der tierversuchsfreien Forschung und setzt sich mit dem Projekt SATIS für eine humane Ausbildung ein. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind die Etablierung der Tierschutz-Verbandsklage, eine tierlose bio-vegane Landwirtschaft sowie die Aufnahme von Tierrechten in die Lehrpläne von Schulen. Der Verband gibt viermal im Jahr das Magazin tierrechte heraus. Neben einem Themenschwerpunkt informiert die Zeitschrift Journalisten, Wissenschaftler, Politiker, Behörden und Verbandsmitglieder über aktuelle Entwicklungen in der politischen Tierrechtsarbeit. Zudem erscheint zweimal monatlich der Tierrechte Newsletter. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte ist seit seiner Gründung als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar.

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