Allgemein Newsletter Tierrechte

Newsletter Tierrechte Nr. 22/18 vom 17.12.2018

Inhalt

  • Klientelpolitik auf Kosten der Ferkel
  • Skandalös: Aus für die Tierschutz-Verbandsklage in NRW
  • Xenotransplantation: Es muss andere Wege geben
  • Erfolg: Brieftaubenwesen wird kein nationales Kulturerbe
  • Tiertransporte: Das Leiden geht weiter
  • Umstritten: Neues Verfahren soll Kükenschreddern beenden
  • Hilferuf: Bitte helfen Sie, diese Kühe vor der Schlachtung zu retten
  • Bitte verteilen: Magazin tierrechte
  • Weihnachtsgrüße und vegane Menüs

Liebe Leserinnen und Leser,

Am Freitag, den 14. Dezember 2018, stimmte der Bundesrat dafür, dass Ferkel auch in den kommenden zwei Jahren weiter betäubungslos kastriert werden dürfen. Die Länderkammer lehnte einen Antrag des Landes Berlins auf Anrufung des Vermittlungsausschusses ab. Dies war die letzte Chance diese skandalöse Tierquälerei nach fünf Jahren Übergangsfrist, endlich zu beenden. Es stellt sich die Frage, was mit einer Regierung los ist, die zulässt, dass hilflosen Geschöpfen ganz bewusst furchtbare Schmerzen zugefügt werden? Eine Regierung, die wissentlich gegen das im Grundgesetz verankerte Staatsziel Tierschutz verstößt.
Lesen Sie dazu unseren Kommentar.


Auch die Übergabe von über 76.000 Unterschriften konnte die schwarz-gelbe Landesregierung in NRW nicht überzeugen.

Skandalös: Aus für die Tierschutz-Verbandsklage in NRW
Der 12. Dezember 2018 wird als schwarzer Tag für den Tierschutz in NRW in die Geschichte eingehen: Kurz nach 17 Uhr stimmten FDP und CDU und AfD dafür, die Tierschutz-Verbandsklage in NRW zum Ende des Jahres auslaufen zu lassen. Der Bundesverband hatte bis zuletzt zusammen mit den anderen Verbänden für den Erhalt des wichtigen Klagerechtes in NRW gekämpft und über 76.000 Unterschriften für den Erhalt der Tierschutz-Verbandsklage an die zuständige Ministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) übergeben.
Doch die schwarz-gelbe Landesregierung hatte sich schon vor Regierungsantritt darauf festgelegt, das 2013 unter Rot-Grün eingeführte Gesetz abzuschaffen. Alle sachlichen Argumente für einen Erhalt des Gesetzes konnten sich gegen die ideologischen Vorbehalte nicht durchsetzen. Die Tierschutzverbände sowie Grüne und SPD hatten sich für eine Verlängerung und eine Novellierung ausgesprochen. Der Tierschutz in NRW, einst  Vorreiter für eine modernen Tierschutzpolitik, erlebt mit dem Auslaufen der Tierschutz-Verbandsklage einen Kahlschlag. Und es könnte sogar noch schlimmer kommen: Jetzt steht auch das Klagerecht für Umweltverbände auf dem Prüfstand. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet fordert eine Überprüfung des Klagerechts für Verbände.
Lesen Sie dazu unsere Pressemitteilung: Nordrhein-Westfalen: Wird der Tierschutz jetzt zur Farce?
Weitere Infos unter: wdr.de


Xenotransplantation: Es muss andere Wege geben
Aktuell wird es in den Medien als großer Erfolg dargestellt, dass ein Forscherteam um den Münchner Herzchirurgen Bruno Reichart und den Tierarzt Eckhard Wolf mit einer neuen Technik gentechnisch veränderte Schweineherzen in Paviane verpflanzt hat. Von fünf Tieren überlebten zwei fast ein halbes Jahr, bevor sie getötet wurden. Es ging insbesondere darum, mögliche Abstoßungsreaktionen beim Menschen nach der Transplantation zu unterdrücken.
Es wird bereits seit Jahrzehnten daran geforscht, Schweine gentechnisch so zu verändern, dass ihre Organe bei einer Transplantation in Menschen – der sogenannten Xenotransplantation – vom menschlichen Immunsystem weniger stark abgestoßen werden. Die starke Abstoßungsreaktion ist das eine Problem. Vor allem ist es ethisch höchst fragwürdig, Tiere gentechnisch zu verändern und sie gleichsam als „Ersatzteillager“ zu züchten. Xenotransplantationsversuche zählen zu den Versuchen, die für die Tiere (Paviane und Makaken) mit größten Schmerzen, Leiden und Schäden verbunden sind. Der Mangel an Spenderorganen muss auf andere Weise gelöst werden. Derzeit wird an der therapeutischen Nutzung von Stammzellen geforscht. Langfristiges Ziel ist es, anhand patienteneigener Zellen neue Organe zu züchten, die patientenspezifisch sind und daher nicht abgestoßen werden.


Erfolg: Brieftaubenwesen wird kein nationales Kulturerbe
Am 11.12.2018 gab die Kultusministerkonferenz die 18 Neuaufnahmen in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Deutschen UNESCO bekannt. Die Bewerbung des Brieftaubenwesens wurde entgegen der Empfehlung durch das UNESCO Expertenkommittée aus Tierschutzgründen abgelehnt. Die Bewerbung habe sich nicht mit den gesellschaftlichen Kontroversen um Tierhaltung und -nutzung auseinandergesetzt. Auch finde keine Reflexion über eine angemessene und zeitgemäße Mensch-Tier-Beziehung statt. Damit wurde die massive Kritik von Tierschutzverbänden, wie unserem Verband sowie von Mitgliedern von Stadttaubenprojekten berücksichtigt. Der Verband Deutscher Brieftaubenzüchter reagierte enttäuscht. Er hoffte mit einer Auszeichnung die Nachwuchsprobleme zu lösen. Die Zahl der derzeit 30.000 Züchter geht jedes Jahr um knapp 1000 zurück. Für die Tiere ist zu hoffen, dass die Ablehnung als Kulturerbe die Freizeitbeschäftigung noch unattraktiver für junge Menschen macht und eine eventuelle Neubewerbung, welche in zwei Jahren möglich ist, erfolglos bleibt. Mit der Entscheidung auf nationaler Ebene ist die Anerkennung im NRW Landesverzeichnis seit April zur Blamage geworden.

Hier lesen Sie unseren letzten Appell an Kultusminister: Brieftaubenwesen darf kein Kulturerbe werden


Tiertransporte: Das Leiden geht weiter
Trotz des Aufschreis der Empörung, der im November 2017 auf die TV-Dokumentation “Geheimsache Tiertransporte“ von Manfred Karremann folgte und den Zusicherungen der Politik, den Handlungsbedarf erkannt zu haben, lehnten CDU/CSU, SPD und AfD Anträge von FDP und Grünen für schärfere Kontrollen von Lebendtiertransporten in Drittländer Ende September 2018 ab. Abgeordnete des Europäischen Parlamentes hatten sich im Juli 2018 vor Ort ein Bild von Tiertransporten gemacht und Verstöße gegen die EU-Richtlinie zum Tiertransport dokumentiert. Ihre Recherchen werden sie jetzt der Europäischen Kommission in Brüssel vorstellen und ein Stopp von Exporten in Drittländer fordern. Auch der Europäische Gerichtshof vertritt die Ansicht, dass die geltende EU-Tiertransport-Verordnung bis zum Zielort eingehalten werden muss, selbst wenn dieser außerhalb der EU liegt. Mehr dazu unter: zdf.de


Umstritten: Neues Verfahren soll Kükenschreddern beenden
Der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hatte schon 2015 angekündigt, das Kükenschreddern bis spätestens 2017 beenden zu wollen. Doch bis heute sind die Verfahren zur Geschlechts-Früherkennung im Ei nicht praxisreif, was bedeutet, dass weiter etwa 45 Millionen männliche Legehennenküken jedes Jahr in Deutschland kurz nach dem Schlupf getötet werden. Nun stellte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) ein neues Verfahren vor, das mithilfe eines Lasers das Geschlecht im Ei bestimmen soll. Das Problem: Das neue Verfahren kann erst ab dem neunten Tag zuverlässig das Geschlecht feststellen. Die Küken können höchstwahrscheinlich aber schon ab dem siebten Tag Schmerzen empfinden. Die Wissenschaftler arbeiten zwar daran, das Verfahren zu optimieren, doch auch dies löst nicht das grundsätzliche Problem der Eierproduktion: Wenn die Legeleistung der Hennen nach circa einem Jahr abnimmt, weil sie durch das ständige Eierlegen völlig ausgezehrt sind, werden die Tiere als Suppenhühner geschlachtet.
Mehr unter: www.tagesspiegel.de


Diese jungen Kühe sollen noch im Dezember geschlachtet werden.

Hilferuf: Bitte helfen Sie, diese Kühe vor der Schlachtung zu retten
Wir teilen diesen Aufruf einer sehr engagierten jungen Frau, die sich für die Rettung von Kühen einsetzt. Diese drei jungen Kühe sollen noch im Dezember geschlachtet werden. Es werden 1200 Euro pro Kuh gebraucht, um sie auszulösen (das ist der Schlachtpreis). Auch wir haben uns beteiligt und hoffen, dass auch Sie ein bisschen Weihnachtsgeld für die Rettung der Tiere übrighaben.

Kontoverbindung:
KONTO: LIEBEKUHLIEBE
IBAN DE05370100500863391500, BIC PBNKDEFFXXX
PAYPAL: liebekuhliebe@gmx.de

Mehr Infos unter: www.facebook.com oder unter: 0152 3712 2196


Bitte verteilen: Magazin tierrechte
Unser aktuelles Magazin tierrechte greift ein Thema auf, das alle Tierschutz-Bereiche betrifft: die massiven Vollzugsdefizite. Trotz 15 Jahren Staatsziel Tierschutz gelingt es heute noch nicht einmal, die minimalen Anforderungen an die Tierhaltung in Landwirtschaft und Labor zuverlässig zu kontrollieren. Von wirksamer strafrechtlicher Verfolgung ganz zu schweigen. Dies muss sich ändern. Wie? Dazu zeigen wir konkrete Lösungsmöglichkeiten auf. Damit dies mehr Menschen erfahren, haben wir die Auflage erhöht und bitten Sie/euch, das Magazin unter Freunden, Verwandten oder Arbeitskollegen zu verteilen. Bei Interesse wendet euch bitte an Judith unter: reinartz@tierrechte.de


 

Das Team von Menschen für Tierrechte wünscht Ihnen allen schöne Feiertage und alles Gute für 2019. Wir hoffen, dass Sie sich auch im neuen Jahr mit uns für die Tiere einsetzen werden.

Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Hilfe. Die Tiere haben sie nötiger denn je!
Wir bleiben dran – versprochen!

Hier finden Sie vegane Weihnachtsmenüs – ganz ohne Tierleid. Guten Appetit!
www.veganblatt.com, vebu.de, www.deutschlandistvegan.de

 


 

 

Impressum:

Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
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Alle Spenden sind steuerlich abzugsfähig

Der Bundesverband Menschen für Tierrechte setzt sich seit seiner Gründung 1982 auf rechtlicher, politischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene für die Anerkennung elementarer Tierrechte ein und kämpft gegen jeglichen Missbrauch von Tieren. Das langfristige Ziel ist eine grundsätzliche Veränderung des Mensch-Tier-Verhältnisses. Dem Dachverband mit Hauptsitz in Erkrath (früher Aachen) sind über 60 Vereine sowie Fördermitglieder angeschlossen. Seine Stärke liegt im Zusammenwirken von Seriosität, Fachwissen und Lobbyarbeit auf höchster politischer Ebene. Dazu verfolgt der Verband einen Masterplan zum Ausstieg aus dem Tierversuch und eine Agrarwende von der tierischen zur pflanzlichen Eiweißproduktion, um das Ende der „Nutztier“-Haltung zu erreichen. Darüber hinaus ernennt der Verband beispielsweise das „Ersatzverfahren des Jahres“ sowie das „Versuchstier des Jahres“, betreibt die Wissenschaftsplattform InVitro+Jobs für eine konsequente Förderung der tierversuchsfreien Forschung und setzt sich mit dem Projekt SATIS für eine humane Ausbildung ein. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind die Etablierung der Tierschutz-Verbandsklage, eine tierlose bio-vegane Landwirtschaft sowie die Aufnahme von Tierrechten in die Lehrpläne von Schulen. Der Verband gibt viermal im Jahr das Magazin tierrechte heraus. Neben einem Themenschwerpunkt informiert die Zeitschrift Journalisten, Wissenschaftler, Politiker, Behörden und Verbandsmitglieder über aktuelle Entwicklungen in der politischen Tierrechtsarbeit. Zudem erscheint zweimal monatlich der Tierrechte Newsletter. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte ist seit seiner Gründung als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar.

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