Agrar- und Ernährungswende Allgemein

Neue Statistik: Fleischkonsum auf Tiefstand

Özdemir: „Neue Marktchancen von Hafermilch oder Veggieburger nutzen“

Nach vorläufigen Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) hat sich der langfristige Trend zu einem geringeren Fleischverzehr auch 2022 fortgesetzt: Der Pro-Kopf-Verzehr 2022 sank um 430 Gramm auf nunmehr 51,6 Kilogramm im Vergleich zu 2021. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Verzehrsberechnung im Jahr 1989.

Nach der Statistik konsumierten die Deutschen rund 2,8 Kilogramm weniger Schweinefleisch, 900 Gramm weniger Rind- und Kalbsfleisch sowie 400 Gramm weniger Geflügelfleisch. Möglicher Grund für einen sinkenden Fleischverzehr sieht das BLZ in der anhaltenden Tendenz zu einer pflanzenbasierten Ernährung.

Dazu sagte der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Cem Özdemir: „(…) Gleichzeitig setzen wir darauf, dass Landwirtinnen und Landwirte neben tierischen Produkten mit pflanzlichen Alternativen gutes Geld machen können. Schließlich bieten Hafermilch oder Veggieburger ein wachsendes Marktpotential für die heimische Land- und Ernährungswirtschaft.“

Fast 52 Kilogramm Fleisch jährlich sind natürlich immer noch viel zu viel. Aus unserer Sicht müsste der Fleischkonsum kontinuierlich auf Null sinken. Nicht nur um das millionenfache Leid der Tiere zu beenden, sondern auch, um effektiv gegen Klimakrise, Artensterben und den Hunger auf der Welt anzugehen. Dazu hat Menschen für Tierrechte 10 Forderungen für eine Agrar- und Ernährungswende aufgestellt.

Neben einer breit angelegten Informations- und Bildungskampagne für eine pflanzenbasierte Ernährung, fordert der Bundesverband die Abschaffung der Mehrwertsteuer für pflanzliche Nahrungsmittel sowie eine zusätzliche Abgabe für tierische Produkte. Die Einnahmen sollten in Umstiegsförderungen für Landwirt:innen fließen, die aus der Tierhaltung aussteigen. Außerdem muss jeder Steuer-Cent der fast 400 Milliarden schweren EU-Agrarsubventionen in eine konsequente Transformation unserer Landwirtschaft fließen. Landwirt:nnen müssen künftig einerseits nachhaltig pflanzliche Lebensmittel erzeugen und andererseits im Sinne des Gemeinwohls Ökosysteme renaturieren und pflegen.

Download der 10-seitigen Broschüre Forderungen für eine Agrar- und Ernährungswende als PDF.

Weitere Informationen zur Versorgungsbilanz Fleisch 2023 gibt es unter: www.ble.de