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29. Februar 2024: Seltene Erkrankungen: Fortschritte mit tierversuchsfreier Forschung

Anlässlich des heutigen Tags der seltenen Erkrankungen betont der Bundesverband Menschen für Tierrechte die Bedeutung der Erforschung dieser Krankheiten mittels neuer, tierfreier Methoden (NAMs).

In Deutschland leiden über vier Millionen Menschen an einer der mehr als 8.000 bekannten seltenen Erkrankungen. Heilungsmöglichkeiten sind rar, und die Industrie findet die Forschung oft unattraktiv, da nur wenige Patienten das entwickelte Arzneimittel benötigen. Die herkömmliche tierbasierte Forschung ist hier nicht effektiv, Tiere entwickeln diese seltenen Erkrankungen nicht, Tier“modelle“ bilden aufgrund von Speziesunterschieden oft nicht die Reaktionen im menschlichen Körper nach.

Für Entwickler:Innen von multifluidischen Systemen oder z.B. Organ- oder Human-on-a-Chip-Modellen eröffnen sich Chancen durch die Arbeit mit Patientenzellen. Diese Technologien haben das Potenzial, individuelle Behandlungsmöglichkeiten für seltene Erkrankungen zu identifizieren. Beispiele sind in vitro-Modelle zur Erforschung von ALS, Myasthenia gravis mit Organ-on-a-Chips sowie die Untersuchung von Tuberöser Sklerose und Duchenne Muskeldystrophie.

Ermutigende Ergebnisse stammen von einem amerikanischen Team aus Florida, das erfolgreich mit einem von Sanofi entwickelten Antikörper in einem mikrofluidischen System behandelt hat. „Diese Ergebnisse wurden bereits von der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA akzeptiert“, so Dr. Christiane Hohensee von InVitro+Jobs, der Wissenschaftsplattform des Bundesverbandes, Es ist ein als hoffnungsvoller Schritt in Richtung tierversuchsfreier Arzneimittelentwicklung.

In Deutschland existiert sogar ein spezielles BMBF-Förderprogramm zur Unterstützung einer begrenzten Anzahl transnationaler, ambitionierter, innovativer und qualitativ hochwertiger Studien zum natürlichen Krankheitsverlauf seltener Erkrankungen.

Weitere Informationen:
www.invitrojobs.com
www.bmbf.de
www.invitrojobs.com


Kontakt: Projektleiterin InVitro+Jobs: Dr. rer. nat. Christiane Hohensee
Tel.: +49 (0) 30-53026377, E-Mail: hohensee@invitrojobs.com


„InVitro+Jobs“, das Wissenschaftsportal des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte zur Unterstützung der tierversuchsfreien Forschung, informiert in seiner Reihe „Arbeitsgruppe im Portrait“ über Wissenschaftler und ihre innovativen Forschungsprojekte. Im Fokus stehen neu entwickelte Methoden, ihre Evaluation sowie der Ausblick, welche tierexperimentellen Versuchsansätze gemäß dem 3R-Prinzip (reduce, refine, replace) reduziert und bestenfalls abgelöst werden können.


Pressestelle Menschen für Tierrechte:
Christina Ledermann
Mobil: 0179/450 46 80
E-Mail: ledermann@tierrechte.de


Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
Severinusstr. 52, 53909 Zülpich
Tel: 02252/830 12 10
www.tierrechte.de
www.ausstieg-aus-der-tierhaltung.de
www.ausstieg-aus-dem-tierversuch.de
www.invitrojobs.de
www.satis-tierrechte.de
www.stadttauben.de


Der Bundesverband Menschen für Tierrechte setzt sich seit seiner Gründung 1982 auf rechtlicher, politischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene für die Anerkennung elementarer Tierrechte ein und kämpft gegen jeglichen Missbrauch von Tieren. Das langfristige Ziel ist eine grundsätzliche Veränderung des Mensch-Tier-Verhältnisses. Dem Dachverband mit Hauptsitz in Zülpich (früher Aachen) sind Vereine sowie private Fördermitglieder angeschlossen. Seine Stärke liegt im Zusammenwirken von Seriosität, Fachwissen und Lobbyarbeit auf höchster politischer Ebene. Dazu verfolgt der Verband einen Masterplan zum Ausstieg aus dem Tierversuch und eine Ernährungs- und Agrarwende von der tierischen zur pflanzlichen Eiweißproduktion. Mit dem Projekt Ausstieg aus der Tierhaltung zeigt er Landwirt:innen Alternativen auf, wie sie auch ohne sogenannte Nutztiere erfolgreich und nachhaltig wirtschaften können. Um tierversuchsfreie Methoden voranzubringen, veröffentlicht der Verband das „Ersatzverfahren bzw. Replace des Jahres“ sowie das: „Versuchstier des Jahres“, betreibt die Wissenschaftsplattform InVitro+Jobs für eine konsequente Förderung der tierversuchsfreien Forschung und setzt sich mit dem Projekt SATIS für eine humane Ausbildung ein. Außerdem unterstützt der Verband das tierschutzkonforme Stadttaubenmanagement und gibt mehrmals im Jahr das Magazin tierrechte heraus. Neben einem Themenschwerpunkt informiert die Zeitschrift Journalisten, Wissenschaftler, Politiker, Behörden und Verbandsmitglieder über aktuelle Entwicklungen in der politischen Tierrechtsarbeit. Zudem erscheint zweimal monatlich der Tierrechte Newsletter. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte ist seit seiner Gründung als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar.