Allgemein Newsletter Tierrechte

Newsletter Tierrechte Nr. 16/18 vom 21.09.2018

Inhalt

  • Erfolg: Ferkelkastration ab 2019 nur mit Betäubung
  • Trotz OLG-Urteil: Nothilfe ist kein Hausfriedensbruch
  • Ersatz von Tierversuchen in der Reproduktionstoxikologie
  • Botox-Kampagne: Fast 30.000 Unterschriften!
  • Brieftaubenwesen darf kein immaterielles Kulturerbe werden
  • Tierversuchsfrei: Neue Poster erhältlich
  • EU-Bürgerinitiative: End the Cage Age
  • Termine

Liebe Leserinnen und Leser,
mit der Aussendung dieses Newsletters haben wir extra abgewartet, was die Abstimmung im Bundesrat heute ergab. Und es gibt eine gute Nachricht: Bayerns Antrag, das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration zu verschieben, ist heute im Bundesrat gescheitert. Bayern hatte sich dafür eingesetzt, das bereits 2013 beschlossene Verbot, das Anfang 2019 in Kraft treten soll, auf 2024 zu verschieben.

Dies hätte eine Fortführung der barbarischen Praxis bedeutet, bei der 20 Millionen männliche Ferkel jedes Jahr bei vollem Bewusstsein und ohne jegliche Schmerzausschaltung kastriert werden. Bei der Entscheidung folgten die Länder der Empfehlung des Agrarausschusses des Bundesrates vom 3. September. Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern haben zwei Entschließungsanträge zur Förderung der schmerzfreien Ferkelkastration eingebracht. Sie betreffen Kastrationsmethoden sowie Umstellungshilfen für die Ferkelhalter. Beide Anträge wurden zur Beratung an den Agrarausschuss gegeben.

Seit 2013 ist klar, dass das Verbot zum 1. Januar 2019 greifen wird. Die beteiligten Gruppen hatten also fünf Jahre Zeit, die Ferkelkastration unter Betäubung praxisreif zu entwickeln. Das haben die Stakeholder aber versäumt. Allen voran die Agrarlobby, die lieber am Althergebrachten festhält, statt die Zukunft zu gestalten. Das ist schändlich. Umso erfreulicher, dass die Mehrheit der Länder am Verbotsdatum festhält. Mehr Infos gibt es hier: www.bundesrat.de


Trotz OLG-Urteil: Nothilfe ist kein Hausfriedensbruch
Das Oberlandesgericht Stuttgart (OLG) hat diese Woche das Filmen in einer baden-württembergischen Putenmast von Mai 2015 als Hausfriedensbruch geahndet. Dies hat die Diskussion über die sogenannten Stalleinbrüche wieder angeheizt. Die Tierindustrie fühlt sich bestätigt. Doch so einfach ist es nicht. Tatsache ist: Das Revisionsurteil des OLG Stuttgart greift in keinster Weise das Urteil des Landgerichts Magdeburg an, das im Februar durch das OLG Naumburg bestätigt wurde. Danach ist es gerechtfertigt, Hausfriedensbruch aus Gründen der Notwehr und der Nothilfe zu begehen, um einen Notstand der im Stall gehaltenen Tiere abzuwenden. Mehr…


Foto: pixabayErsatz von Tierversuchen in der Reproduktionstoxikologie
Im Bereich der gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitstests leiden besonders viele Tiere in der sogenannten Reproduktions- und Entwicklungstoxikologie. Deswegen haben wir diesen Bereich einmal besonders unter die Lupe genommen und uns weltweit nach neuen Verfahren umgesehen, die die leidvollen Tierversuchen in der Reproduktionstoxikologie ersetzen können. Das Ergebnis: Es gibt bereits viele vielversprechende Verfahren. Um die Tierversuche in diesem Bereich jedoch wirklich beenden zu können, sind eine koordinierte Planung und eine gezielte Förderung neuer kombinierter Teststrategien unumgänglich. Hier lesen Sie unsere Pressemitteilung.


Botox-Kampagne: Fast 30.000 Unterschriften!

Foto: vkovalcik, iStockphoto/Alexa Binnewies

Wir konnten es selbst kaum glauben, aber unsere Petition gegen Botox-Tests an Tieren hat mittlerweile fast 30.000 Unterschriften. Vielen Dank dafür. Im Rahmen unserer Botox-Kampagne haben wir heute zudem unsere Info-Serie über Botox-Anwendungen in der Medizin ergänzt. Diesmal geht es um die krampfhemmende Wirkung nach Schlaganfällen. Durch die ständig wachsenden Anwendungsgebiete von Botox werden zukünftig auch mehr Sicherheitstests mit Mäusen nötig werden, sofern nicht weitere tierfreie Methoden entwickelt und anerkannt werden. Falls Sie unsere Petition noch nicht unterschrieben haben, können Sie dies hier tun.


Brieftaubenwesen darf kein immaterielles Kulturerbe werden
Wir haben uns letzte Woche in einem offenen Brief an den Verband deutscher Brieftaubenzüchter gewandt und ihn aufgefordert, die Bewerbung zur Auszeichnung des Brieftaubenwesens als Immaterielles Kulturerbe zurückzuziehen. Die Liste der tierschutzrelevanten Kritikpunkte am sogenannten Brieftaubensport ist lang. Dazu zählen: Haltung in zu kleinen Schlägen, Überforderung der Tiere auf den Flügen, Doping, gewaltsames Trennen von Taubenpaaren zum Erzielen hoher Flugleistungen, Tötung leistungsschwacher Tiere. Bevor eine Auszeichnung als kulturelle Ausdrucksform in Betracht kommt, müssen solche Mängel erst einmal beseitigt werden. Gleichzeitig haben wir uns an die UNESCO-Kommission gewandt, um unsere Einwände einzubringen. Außerdem fordern wir, dass die Ethischen Kriterien für die Vergabe des Immateriellen Kulturerbes endlich auch den Tierschutz berücksichtigen. Hier lesen Sie die ausführliche Pressemitteilung.


Tierversuchsfrei: Neue Poster erhältlich
In unserem Shop gibt es neue Poster zum Masterplan-Ausstieg aus dem Tierversuch und unserem Portal InVitro+Jobs in A0 zu erwerben. Wer es für seine Aktionen nicht ganz so groß braucht, kann sich die Druckvorlagen in A3 und A4 kostenlos herunterladen und selbst ausdrucken. Hier geht’s zum Shop.


Foto: Compassion in world farming

EU-Bürgerinitiative: End the Cage Age
Millionen von Nutztieren in der EU werden für den größten Teil ihres Lebens in Käfigen gehalten. Käfighaltung ist grausam und unnötig, da eine tiergerechtere Haltung ohne Käfige rentabel möglich ist. Mit der neuen EU-Bürgerinitiative soll die Europäische Kommission aufgefordert werden, diese unmenschliche Behandlung von sogenannten Nutztieren zu beenden. Unterstützen auch Sie das Vorhaben.


Termine


 

 

 

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Der Bundesverband Menschen für Tierrechte setzt sich seit seiner Gründung 1982 auf rechtlicher, politischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene für die Anerkennung elementarer Tierrechte ein und kämpft gegen jeglichen Missbrauch von Tieren. Das langfristige Ziel ist eine grundsätzliche Veränderung des Mensch-Tier-Verhältnisses. Dem Dachverband mit Hauptsitz in Erkrath (früher Aachen) sind über 60 Vereine sowie Fördermitglieder angeschlossen. Seine Stärke liegt im Zusammenwirken von Seriosität, Fachwissen und Lobbyarbeit auf höchster politischer Ebene. Dazu verfolgt der Verband einen Masterplan zum Ausstieg aus dem Tierversuch und eine Agrarwende von der tierischen zur pflanzlichen Eiweißproduktion, um das Ende der „Nutztier“-Haltung zu erreichen. Darüber hinaus ernennt der Verband beispielsweise das „Ersatzverfahren des Jahres“ sowie das „Versuchstier des Jahres“, betreibt die Wissenschaftsplattform InVitro+Jobs für eine konsequente Förderung der tierversuchsfreien Forschung und setzt sich mit dem Projekt SATIS für eine humane Ausbildung ein. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind die Etablierung der Tierschutz-Verbandsklage, eine tierlose bio-vegane Landwirtschaft sowie die Aufnahme von Tierrechten in die Lehrpläne von Schulen. Der Verband gibt viermal im Jahr das Magazin tierrechte heraus. Neben einem Themenschwerpunkt informiert die Zeitschrift Journalisten, Wissenschaftler, Politiker, Behörden und Verbandsmitglieder über aktuelle Entwicklungen in der politischen Tierrechtsarbeit. Zudem erscheint zweimal monatlich der Tierrechte Newsletter. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte ist seit seiner Gründung als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar.

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