Newsletter Tierrechte

Newsletter Tierrechte Nr. 09/19 vom 20.07.2019

Inhalt

  • Fehler im System: Skandal in bayerischen Milchbetrieb
  • Tierfrei testen: Botox Action Week
  • Nötig: Tierschutzbeauftragter für NRW
  • Ernährungswende: Wursthersteller tritt für Pflanzenfleisch ein
  • Bienen-Volksbegehren: Gesetz beschlossen
  • Kampagnen
  • Termine

Liebe Leserinnen und Leser,

der Skandal beschäftigt nun seit fast zwei Wochen die Medien. Zu Recht. Der Verein SOKO Tierschutz hatte über mehrere Wochen auf einem Milchviehbetrieb mit circa 1800 Tieren in Bayern die erschütternden Zustände gefilmt und das Material kürzlich an die Presse und Staatsanwaltschaft weitergegeben. Das Material zeigt grauenhafte Szenen. Kranke und verletzte Tiere werden misshandelt oder einfach sich selbst überlassen. Mittlerweile ist auch bekannt, dass die Kälbersterblichkeit auf dem Betrieb in den letzten Jahren etwa doppelt so groß war, wie im restlichen Land. Es ist offensichtlich: Die Kontrollen haben versagt, in ganz großem Stil. Nun will das Verbraucherschutzministerium ein neues Kontrollpaket für Großbetriebe schnüren. Der Fall zeigt wieder einmal ganz deutlich die Fehler im System. Massenhafte Tierproduktion und Ausbeutung ist nicht gesellschaftskonform, weder moralisch noch ökologisch vertretbar. Statt das Kontrollsystem etwas zu verbessern, muss eine konsequente Agrar- und Ernährungswende her, ein echter Systemwechsel. Mehr zu dem Skandal lesen sie auf merkur.de oder auch süddeutsche.de.


Foto: vkovalcik, iStockphoto/Alexa Binnewies

Botox-Actionweek
Anlässlich der diesjährigen Botox-Actionweek, die wir mit unseren europäischen Partnern traditionell jedes Jahr im Sommer durchführen, haben wir in diesem Jahr den Hersteller Merz befragt, wie weit die Entwicklungen zum Ersatz von qualvollen Mäuseversuchen bei Stabilitäts- und Wirkstoffprüfungen von Botoxprodukten sind. Herzlichen Dank an alle fast 40.000 Interessentinnen und Interessenten, die mit ihrer Unterschrift diesen Entwicklungsprozess beschleunigen. Wir sammeln auch weiterhin, denn der Tierversuch in der Botoxtestung ist noch nicht beendet. Deshalb bitte fleißig weitersagen  und -posten, wir brauchen jede Unterstützung! Hier geht’s zur Petition: www.change.org


Nötig: Tierschutzbeauftragter für NRW
Ausgehend von einem Antrag der Grünen wird in Nordrhein-Westfalen (NRW) schon länger über die Einführung einer/eines Landestierschutzbeauftragten diskutiert. Spätestens seit dem Wegfall der Tierschutz-Verbandsklage in NRW Ende 2018 ist der Tierschutz im bevölkerungsreichsten Bundesland schwach aufgestellt. Das einzige Gremium, an dem Tierschutzverbände noch beteiligt sind, ist der Landestierschutzbeirat. Dieser hat jedoch nur beratende Funktion. Deswegen hat der Bundesverband, der derzeit den Vorsitz im Tierschutzbeirat innehat, im Rahmen einer Anhörung vor dem NRW-Umweltausschuss deutlich gemacht, dass er die Schaffung einer entsprechenden Stabsstelle für essentiell hält. Um die Wichtigkeit des Anliegens zu unterstreichen, forderte er die NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser diese Woche in einem Schreiben auf, eine Stabstelle für eine/einen Landestierschutzbeauftragten einzurichten und die Arbeitsbasis des NRW-Tierschutzbeirats neu aufzustellen.


Ernährungswende: Wursthersteller tritt für Pflanzenfleisch ein
Die Entwicklungen auf dem Markt für pflanzliche Fleischalternativen treiben momentan skurile Blüten: Derzeit ist der Geschäftsführer des Wurstherstellers Rügenwalder Mühle unterwegs, um Politiker von den Vorteilen pflanzlichen „Fleischs“ zu überzeugen. Godo Röben ist überzeugt von der Wende hin zu pflanzlichen Proteinen. Auch, wenn Rügenwalder hier ökonomische Interessen verfolgt, so zeigt dies, dass zumindest Teile der Industrie die Zeichen der Zeit für eine Ernährungswende erkannt haben.
Hier lesen Sie ein Interview mit Godo Röben: handelsblatt.de


Bienen-Volksbegehren: Gesetz beschlossen
Der bayerische Landtag hat am 17. Juli mit großer Mehrheit den Gesetzentwurf des Volksbegehrens Rettet die Bienen beschlossen. Damit gelten in Bayern strengere Regeln im Umwelt-, Natur- und Artenschutz. Künftig soll es 10 Prozent Naturwaldfläche geben. Zudem sollen unter anderem Biotope besser vernetzt, Gewässerrandstreifen besser geschützt und der ökologische Anbau deutlich ausgebaut werden. Für die Umsetzung sollen 50 Biodiversitätsberater und ebenso viele Wildlebensraumberater eingestellt werden. Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der sich zunächst gegen die Initiative gestellt hatte, nannte die Reform am Mittwoch eine Richtungsentscheidung zu einer modernen, nachhaltigen Agrarökologie, die die Herausforderungen von Artenschwund und Klimawandel aufnimmt. Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann sprach von einem großen Tag für den Arten- und Naturschutz in Bayern.
Mehr Infos auf süddeutsche.de.


Stoppt das Veggie-Burger-Verbot
Die Europäische Union hat vor, Begriffe wie Burger oder Schnitzel für pflanzliche Produkte zu verbieten. Das ist eine Einschränkung, die die unausweichliche Ernährungswende nur ausbremst und deshalb hat Proveg International eine Petition gegen dieses Verbot gestartet. Unterstützen können Sie hier.


 

Kampagnen

Ende des Käfigzeitalters: Sammelt Unterschriften
Die größte EU-Bürgerinitiative, die es je gegeben hat, läuft nur noch bis zum 11. September. Bitte sammeln bei Freunden und Bekannten Unterschriften für die Europäische Bürgerinitiative „EndTheCageAge“ (ECI). EU-Bürgerinitiativen bieten die Möglichkeit, ein Thema auf die politische Tagesordnung der EU-Kommission zu bringen. Die Forderung: Es sollen endlich geeignete Rechtsvorschriften eingeführt werden, um tierquälerische Käfige für Kaninchen, Hühner, Enten, Gänse und Wachteln zu verbieten sowie Kastenstände und Abferkelbuchten für Sauen und Einzelboxen für Kälber.
Hier können Sie sich die Liste herunterladen und ausdrucken.

Wildtiere raus aus dem Zirkus. Jetzt!
Erst vor kurzem kam es zu einem tragischen Vorfall in der Manege. In Italien wurde ein Dompteur von mehreren Tigern angegriffen und tödlich verletzt. Das zeigt deutlich: Wildtiere gehören nicht in den Zirkus! Unterstützen sie die Gemeinschaftskampagne Wildtiere raus aus dem Zirkus. Jetzt!.


Termine


 

 

Impressum:

Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
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Fon 0211 – 22 08 56 48
Fax 0211 – 22 08 56 49
E-Mail: info@tierrechte.de
Web: www.tierrechte.de
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Alle Spenden sind steuerlich abzugsfähig

Der Bundesverband Menschen für Tierrechte setzt sich seit seiner Gründung 1982 auf rechtlicher, politischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene für die Anerkennung elementarer Tierrechte ein und kämpft gegen jeglichen Missbrauch von Tieren. Das langfristige Ziel ist eine grundsätzliche Veränderung des Mensch-Tier-Verhältnisses. Dem Dachverband mit Hauptsitz in Erkrath (früher Aachen) sind über 60 Vereine sowie Fördermitglieder angeschlossen. Seine Stärke liegt im Zusammenwirken von Seriosität, Fachwissen und Lobbyarbeit auf höchster politischer Ebene. Dazu verfolgt der Verband einen Masterplan zum Ausstieg aus dem Tierversuch und eine Agrarwende von der tierischen zur pflanzlichen Eiweißproduktion, um das Ende der „Nutztier“-Haltung zu erreichen. Darüber hinaus ernennt der Verband beispielsweise das „Ersatzverfahren des Jahres“ sowie das „Versuchstier des Jahres“, betreibt die Wissenschaftsplattform InVitro+Jobs für eine konsequente Förderung der tierversuchsfreien Forschung und setzt sich mit dem Projekt SATIS für eine humane Ausbildung ein. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind die Etablierung der Tierschutz-Verbandsklage, eine tierlose bio-vegane Landwirtschaft sowie die Aufnahme von Tierrechten in die Lehrpläne von Schulen. Der Verband gibt viermal im Jahr das Magazin tierrechte heraus. Neben einem Themenschwerpunkt informiert die Zeitschrift Journalisten, Wissenschaftler, Politiker, Behörden und Verbandsmitglieder über aktuelle Entwicklungen in der politischen Tierrechtsarbeit. Zudem erscheint zweimal monatlich der Tierrechte Newsletter. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte ist seit seiner Gründung als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar.

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