Allgemein Newsletter Tierrechte

Newsletter Tierrechte Nr. 03/19 vom 10.02.2019

Inhalt

  • „Tierwohlkennzeichen“: Etwas weniger Tierleid reicht nicht!
  • Kleine Revolution: Tierärzte verweigern Tiertransporte
  • Mitmachen: EU-Bürgerinitiative gegen Käfighaltung
  • Hirnmodell statt Tierversuche
  • NRW: Widerstand gegen Jagdgesetz
  • Gefordert: Tierschutzbeauftragte für NRW
  • Weiter in Gefahr: Bonobo Bili
  • Neu: Die Kampagne Million Dollar Vegan
  • Termine

Liebe Leserinnen und Leser,

am Mittwoch, den 6. Februar 2019, hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) die Kriterien des jahrelang geplanten staatlichen „Tierwohlkennzeichens“ für Schweinefleisch vorgestellt. Doch statt Lob hagelte es Kritik von allen Seiten. Denn ein freiwilliges Label ist ungeeignet, um die skandalösen Zustände in der industriellen Tierhaltung zu beenden. Dies kann nur die Politik, indem sie endlich strenge gesetzliche Vorgaben für die Tierhaltung einführt. Doch davor drückt sie sich. Die Tatsache, dass das Land Berlin eine Normenkontrollklage zur Schweinehaltung eingereicht hat, zeigt deutlich, wie groß der Nachbesserungsbedarf ist. Lesen Sie dazu unseren Kommentar: Etwas weniger Tierleid reicht nicht!


Kleine Revolution: Tierärzte verweigern Tiertransporte
Die quälenden Bilder von Rindern, die tausende von Kilometern weit bis in den Nahen Osten transportiert werden, um dort unter katastrophalen Bedingungen geschlachtet zu werden, sind mittlerweile bekannt. Und dennoch finden sie immer noch statt. Nun kommt ein ermutigendes Zeichen aus Bayern: Ein engagierter Amtstierarzt aus Landshut verweigerte jüngst die Abfertigung einer trächtigen Kuh, die von Niederbayern bis nach Usbekistan transportiert werden sollte. Er beruft sich auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshof von 2015. Danach endet der Tierschutz nicht an den Außengrenzen der EU. Immer mehr bayrische Landkreise folgen jetzt seinem positiven Beispiel – eine kleine Revolution, die viel Tierleid vermeiden könnte!
Mehr dazu unter: www.br.de


Mitmachen: EU-Bürgerinitiative gegen Käfighaltung
Hunderte Millionen von sogenannten Nutztieren in der EU werden für den größten Teil ihres Lebens in Käfigen gehalten. Die Europäischen Bürgerinitiative „End the Cage Age“ fordert nun die EU-Kommission auf, Rechtsvorschriften zu erlassen, die die Käfighaltung von Geflügel und Kaninchen, Abferkelbuchten und Kastenhaltung für Sauen und Einzelboxen für Kälber verbietet. Damit die Bürgerinitiative erfolgreich sein kann, werden 1 Million Unterschriften gebraucht. Noch fehlen knapp eine halbe Millionen Unterschriften. Bitte unterzeichnen auch Sie unter: eci.endthecageage.eu


Hirnmodell statt Tierversuche
Dies ist nicht nur ein medizinischer Durchbruch, es könnte auch vielen Tieren in Laboren zukünftig das Leben retten. Gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern ist es Forschern des „Centers for Alternatives to Animal Testing“ (CAAT) in Baltimore gelungen, ein künstliches Hirnmodell zu züchten. Sie konnten bereits erfolgreich Arzneimittel zur Bekämpfung eines gefährlichen Tumors an dem humanrelevanten Modell testen. Mehr Infos unter: invitrojobs.com


Foto: wandersmann / pixelio.de

NRW: Widerstand gegen Jagdgesetz
Die schwarz-gelbe Landesregierung in Nordrhein-Westfalen ist derzeit dabei, das von der Vorgängerregierung eingeführte Ökologische Jagdgesetz wieder rückgängig zu machen. Die Folge: Viele grausame Praktiken, wie die Baujagd auf Füchse und Dachse, die Jagdhundeausbildung an lebenden Stockenten oder der Abschuss eigens ausgesetzter Zuchttiere, sollen wieder möglich sein. Bitte helfen Sie uns diesen folgenreichen tierschutzpolitischen Rückschritt zu verhindern! Unterschreiben Sie die Petition an Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Laschet unter: change.org


Gefordert: Tierschutzbeauftragte für NRW
Nachdem die schwarz-gelbe Landesregierung das noch unter Rot-Grün eingeführte Verbandsklagerecht im Tierschutz Ende 2018 auslaufen lies, fordern die Grünen jetzt die Ernennung eines Tierschutzbeauftragten – wie es sie bereits in Baden-Württemberg oder Hessen gibt – um die entstandene Lücke im Tierschutz zu schließen. Wie groß der Handlungsbedarf beim Tierschutz sei, hätte die kürzlich veröffentlichte Große Anfrage der Grünen gezeigt. Daraus war beispielsweise hervorgegangen, dass in einigen Landkreisen NRWs rein rechnerisch nur alle 200 Jahre ein Amtsveterinär zur Kontrolle kommt. Mehr unter: nrz.de


Weiter in Gefahr: Bonobo Bili
Schon seit einigen Wochen geht das Schicksal des Bonobo-Männchens Bili im Zoo Wuppertal durch die Presse. Der 10-jährige Bili war wenige Wochen zuvor vom Frankfurter Zoo zu „Zuchtzwecken“ nach Wuppertal gebracht worden. Obwohl bekannt ist, dass solche Transfers hochproblematisch sind, wurde Bili übergangslos mit der Wuppertaler Bonobogruppe zwangssozialisiert. In dem viel zu engen Gehege, der kein Ausweichen ermöglicht, wurde der traumatisierte Bili mehrfach von den anderen Bonobos heftig attackiert und ernsthaft verletzt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Bili in die Gruppe „integriert“ werden kann, wird immer geringer. Stattdessen steigt das Risiko, dass er in der dortigen Gruppe zu Tode kommt. Die Möglichkeit, Bili in ein Primatenrefugium in Wales zu verbringen, lehnt der Zoo ab. Stattdessen wurde bekannt, dass der Affe eher getötet werden solle, als ihn an das englische Schutzzentrum abzugeben. Weil Zoo und Veterinäramt sich bisher völlig uneinsichtig zeigen, wurde jetzt gegen beide Strafanzeige gestellt. Hier lesen Sie einen ausführlichen Artikel zum Thema, auf facebook läuft ein aktuelles Zoo-Video, das zeigt, wie Bili von den anderen Bonobos attackiert wird.


Die 12-jährige Genesis Butler ist das Gesicht der Kampagne.

Neu: Die Kampagne Million Dollar Vegan
Am Mittwoch, den 6. Februar, startete die Kampagne „Million Dollar Vegan“. Sie bietet Papst Franziskus eine Million Dollar für eine Wohltätigkeitsorganisation seiner Wahl, wenn er sich während der Fastenzeit rein pflanzlich ernährt. Die Kampagne, die zeitgleich auf fünf Kontinenten startete, möchte die Aufmerksamkeit auf die verheerenden Auswirkungen der industriellen Tierhaltung lenken. Hinter „Million Dollar Vegan“ steht ein britisches Ehepaar, das schon 2014 die Kampagne „Veganuary“ startete. Die eine Million US-Dollar soll von der „Blue Horizon International Foundation“. Sie ist Teil eines Unternehmens, das in Firmen investiert, die pflanzliche Lebensmittel produzieren. Unterstützt wird die Kampagne außerdem von Prominenten, darunter der Ex-Beatle Paul McCartney, der Schauspieler Joaquin Phoenix, Nena oder die Schauspielerin Emma Schweiger. Weitere Informationen und die Petition zum Mitzeichnen, finden Sie hier: change.org


Termine


 

 

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Der Bundesverband Menschen für Tierrechte setzt sich seit seiner Gründung 1982 auf rechtlicher, politischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene für die Anerkennung elementarer Tierrechte ein und kämpft gegen jeglichen Missbrauch von Tieren. Das langfristige Ziel ist eine grundsätzliche Veränderung des Mensch-Tier-Verhältnisses. Dem Dachverband mit Hauptsitz in Erkrath (früher Aachen) sind über 60 Vereine sowie Fördermitglieder angeschlossen. Seine Stärke liegt im Zusammenwirken von Seriosität, Fachwissen und Lobbyarbeit auf höchster politischer Ebene. Dazu verfolgt der Verband einen Masterplan zum Ausstieg aus dem Tierversuch und eine Agrarwende von der tierischen zur pflanzlichen Eiweißproduktion, um das Ende der „Nutztier“-Haltung zu erreichen. Darüber hinaus ernennt der Verband beispielsweise das „Ersatzverfahren des Jahres“ sowie das „Versuchstier des Jahres“, betreibt die Wissenschaftsplattform InVitro+Jobs für eine konsequente Förderung der tierversuchsfreien Forschung und setzt sich mit dem Projekt SATIS für eine humane Ausbildung ein. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind die Etablierung der Tierschutz-Verbandsklage, eine tierlose bio-vegane Landwirtschaft sowie die Aufnahme von Tierrechten in die Lehrpläne von Schulen. Der Verband gibt viermal im Jahr das Magazin tierrechte heraus. Neben einem Themenschwerpunkt informiert die Zeitschrift Journalisten, Wissenschaftler, Politiker, Behörden und Verbandsmitglieder über aktuelle Entwicklungen in der politischen Tierrechtsarbeit. Zudem erscheint zweimal monatlich der Tierrechte Newsletter. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte ist seit seiner Gründung als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar.

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