Wie bei Puzzleteilen, die zusammengefügt ein Ganzes ergeben, bedeutet erst die Entwicklung und Anerkennung von Ersatzverfahren zum qualvollen LD50-Test an Mäusen für die Bulk- und Qualitätsprüfungen sowie die außereuropäische Auslandsvermarktung die vollständige Abschaffung von Tierversuchen.
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6. September 2018: Kampagne für den vollständigen Ersatz aller Botox-Tierversuche

Der Bundesverband Menschen für Tierrechte hat eine Kampagne für die Entwicklung weiterer tierversuchsfreier Verfahren für das Faltenmittel Botox gestartet. Durch die zu erwartenden neuen medizinischen Anwendungen von Botox, wird sich auch die Zahl der Tierversuche für die noch verbliebenen Pflichttests erhöhen. Deswegen fordert der Tierrechtsverband die Hersteller auf, auch für die verbliebenen Tests tierleidfreie Verfahren zu entwickeln und sich verstärkt für deren außereuropäische Anerkennung einzusetzen.

Wie bei Puzzleteilen, die zusammengefügt ein Ganzes ergeben, bedeutet erst die Entwicklung und Anerkennung von Ersatzverfahren zum qualvollen LD50-Test an Mäusen für die Bulk- und Qualitätsprüfungen sowie die außereuropäische Auslandsvermarktung die vollständige Abschaffung von Tierversuchen.
Foto: iStockphoto/vkovalcik; Alexa Binnewies
Wie bei Puzzleteilen, die zusammengefügt ein Ganzes ergeben, bedeutet erst die Entwicklung und Anerkennung von Ersatzverfahren zum qualvollen LD50-Test an Mäusen für die Bulk- und Qualitätsprüfungen sowie die außereuropäische Auslandsvermarktung die vollständige Abschaffung von Tierversuchen.

Die intensive Lobbyarbeit von Tierrechtsorganisationen in den letzten Jahren hat dazu beigetragen, dass für die gesetzlich vorgeschriebenen Chargenprüfungen von medizinischen und kosmetischen Botox-Produkten mittlerweile tierleidfreie Verfahren mit menschlichen Zellen genutzt werden dürfen. Diese Zell-Tests können aber nur 80 bis 85 Prozent aller Tierversuche in den Sicherheitsprüfungen zur Vermarktung ersetzen. Denn es werden – trotz existierenden tierfreien Verfahren – immer noch qualvolle LD50-Tests (1) an Mäusen für sogenannte Bulk-Tests und Qualitätsprüfungen durchgeführt. „Der große Erfolg der letzten Jahre bei der Anerkennung tierleidfreier Verfahren darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass neben Chargenprüfungen noch weitere Tests behördlich gefordert werden, für die der Zell-Test als Tierversuchsersatz nicht genehmigt ist. Erst wenn auch für diesen Bereich Ersatz-Tests zur Verfügung stehen, werden alle Botox-Tests beendet“, so Dr. Christiane Hohensee, wissenschaftliche Referentin bei Menschen für Tierrechte.

Botox: Medizinisches Potenzial bedingt mehr Tierversuche
Sowohl beim Hersteller Merz als auch bei Ipsen, einem weiteren führenden Botox-Hersteller, gilt die Zulassung des tierfreien Zell-Tests sowohl für das Faltenmittel als auch für das medizinische Botulinumtoxin. Botox gilt bei vielen neurologischen Erkrankungen als effektives und sicheres Therapeutikum. Da Botox großes Potenzial für weitere medizinische Anwendungen hat, ist zu erwarten, dass mit Neuentwicklungen weitere Tieren in Bulktests (2) und Qualitätsprüfungen (3) sowie in zusätzlichen Tierversuchen für die Auslandsvermarktung leiden müssen. Um auf die vielfältigen Botox-Anwendungen aufmerksam zu machen, wird der Tierrechtsverband in einer 6-teiligen Serie über medizinische Anwendungsmöglichkeiten berichten.

Sowohl Merz als auch Ipsen haben zugesagt, auch für die verbleibenden behördlich geforderten Tests tierleidfreie Verfahren zu entwickeln. Gemeinsam mit seinen Unterstützern will Menschen für Tierrechte die Hersteller beim Wort nehmen und mit Nachdruck die Entwicklung der noch fehlenden Verfahren sowie Verhandlungen mit den außereuropäischen Regulationsbehörden einfordern.

(1) Beim LD50-Test wird das Nervengift den Mäusen in verschiedenen Verdünnungen in die Bauchhöhle gespritzt, um die Konzentration zu ermitteln, bei der die Hälfte der Tiere stirbt. Die Tiere leiden bis zu vier Tagen unter qualvollen Krämpfen und ersticken letztlich, da das Gift zu einer Atemlähmung führt. Der Bundesverband fordert seit Jahren die Abschaffung dieser qualvollen Tests.
(2) In sogenannten Bulk-Tests an der Maus wird der in der entsprechenden Formulierung gelöste Wirkstoff zur Abfüllung bei der Herstellung des Fertigprodukts überprüft. Die Ersatzverfahren dürfen dagegen nur für die Chargenprüfung genutzt werden, um Stabilität und Konzentration in homöopathisch kleinen Dosen zu testen.
(3) In den behördlich vorgeschriebenen Qualitätsprüfungen wird in regelmäßigen Abständen die Qualität und Aussagekraft der Zell-Tests anhand eines Tierversuchs auf Qualität und Aussagekraft hin überprüft.

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Pressestelle:
Christina Ledermann
Tel.: 0211/16345429
Mobil: 0179/450 46 80
E-Mail: ledermann@tierrechte.de

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Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
Neue Geschäftsstelle: Mühlenstr. 7a, 40699 Erkrath
Tel: 0211 / 22 08 56 48, Internet: www.tierrechte.de

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Der Bundesverband Menschen für Tierrechte setzt sich seit seiner Gründung 1982 auf rechtlicher, politischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene für die Anerkennung elementarer Tierrechte ein und kämpft gegen jeglichen Missbrauch von Tieren. Das langfristige Ziel ist eine grundsätzliche Veränderung des Mensch-Tier-Verhältnisses. Dem Dachverband mit Hauptsitz in Erkrath (früher Aachen) sind über 60 Vereine sowie private Fördermitglieder angeschlossen. Seine Stärke liegt im Zusammenwirken von Seriosität, Fachwissen und Lobbyarbeit auf höchster politischer Ebene. Dazu verfolgt der Verband einen Masterplan zum Ausstieg aud dem Tierversuch und eine Agrarwende von der tierischen zur pflanzlichen Eiweißproduktion, um das Ende der „Nutztier“-Haltung zu erreichen. Darüber hinaus ernennt der Verband beispielsweise das „Ersatzverfahren bzw. Replace des Jahres“ sowie das: „Versuchstier des Jahres“, betreibt die Wissenschaftsplattform InVitro+Jobs für eine konsequente Förderung der tierversuchsfreien Forschung und setzt sich mit dem Projekt SATIS für eine humane Ausbildung ein. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind die Etablierung der Tierschutz-Verbandsklage, eine tierlose bio-vegane Landwirtschaft sowie die Aufnahme von Tierrechten in die Lehrpläne von Schulen. Der Verband gibt viermal im Jahr das Magazin tierrechte heraus. Neben einem Themenschwerpunkt informiert die Zeitschrift Journalisten, Wissenschaftler, Politiker, Behörden und Verbandsmitglieder über aktuelle Entwicklungen in der politischen Tierrechtsarbeit. Zudem erscheint zweimal monatlich der Tierrechte Newsletter. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte ist seit seiner Gründung als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar.

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