Allgemein Industrielle Tierhaltung

11. Juli: Offener Brief: Thema Stallbrände

Gemeinsam unterzeichnet vom TIERSCHUTZNETZWERK KRÄFTE BÜNDELN ging am 11. Juli ein Schreiben an Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, die Agrarministerkonferenz sowie weitere Empfänger/innen u.a. die tierschutzpolitischen Vertreter der Regierungsfraktionen zum Thema Stallbrände.

Wir sehen an dieser Stelle das Bundeslandwirtschaftsministerium in der Pflicht sich des Themas anzunehmen. Landwirtschaftliche Brände sind kein regionales, sondern ein bundesweites Phänomen. Sie sind ein erheblicher wirtschaftlicher Faktor und sie fallen unter das Ressort von Bundesminister Cem Özdemir, weil wir hier in erster Linie von Tierschutz sprechen. Jedes elend verbrannte oder bei einem Brand erstickte Tier ist eines zu viel!

Feuerwehr und Versicherungswirtschaft sind sich einig darin, dass in der Landwirtschaft eine sehr hohe Brandlast besteht. Heu, Stroh, Dünger, Futtermittel, Stäube, Elektrizität, Heizungen, Be- und Entlüftungsanlagen, Photovoltaikanlagen, der Betrieb von Fahrzeugen und vieles mehr kann die Entstehung von Bränden fördern.
Blitzschlag, Selbstentzündung, Fahrlässigkeit bei Schweißarbeiten, das Abflämmen von Unkraut, Brandstiftung, Kurzschlüsse – all dies kann Auslöser eines Brandes sein. Gleichzeitig sind leider die vorbeugenden Brandschutzmaßnahmen, die sich aus den Bauordnungen der Länder sowie der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung ergeben, nicht auf demselben hohen Niveau.

Inzwischen ist die Datenerhebung für das Jahr 2022 schon bei 1.500 Bränden angelangt. Das liegt vor allem an den vielen, vielen Bränden bei Erntearbeiten (durch technische Defekte an Mähdreschern, Traktoren und Ballenpressen. Funkenflug, Hitze und Trockenheit spielen natürlich auch eine entscheidende Rolle). Allein die veröffentlichten Zahlen (ich schätze 50 % der Berichte) lassen auf eine verbrannte Fläche von über 2,3 Mio. Quadratmetern schließen (z.T. abgeerntete Stoppelfelder, teils noch nicht abgeerntete Felder).

Hier finden Sie den Brief als PDF sowie die ausführliche Tabelle mit Brandvorfällen.

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Pressestelle:
Christina Ledermann
Mobil: 0179/450 46 80
E-Mail: ledermann@tierrechte.de
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Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
Neue Geschäftsstelle: Severinusstr. 52, 53909 Zülpich
Tel: 02252/830 12 10, Internet: www.tierrechte.de


Der Bundesverband Menschen für Tierrechte setzt sich seit seiner Gründung 1982 auf rechtlicher, politischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene für die Anerkennung elementarer Tierrechte ein und kämpft gegen jeglichen Missbrauch von Tieren. Das langfristige Ziel ist eine grundsätzliche Veränderung des Mensch-Tier-Verhältnisses. Dem Dachverband mit Hauptsitz in Zülpich (früher Aachen) sind Vereine sowie private Fördermitglieder angeschlossen. Seine Stärke liegt im Zusammenwirken von Seriosität, Fachwissen und Lobbyarbeit auf höchster politischer Ebene. Dazu verfolgt der Verband einen Masterplan zum Ausstieg aus dem Tierversuch und eine Agrarwende von der tierischen zur pflanzlichen Eiweißproduktion, um das Ende der „Nutztier“-Haltung zu erreichen. Darüber hinaus ernennt der Verband beispielsweise das „Ersatzverfahren bzw. Replace des Jahres“ sowie das: „Versuchstier des Jahres“, betreibt die Wissenschaftsplattform InVitro+Jobs für eine konsequente Förderung der tierversuchsfreien Forschung und setzt sich mit dem Projekt SATIS für eine humane Ausbildung ein. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind die Etablierung der Tierschutz-Verbandsklage, eine tierlose bio-vegane Landwirtschaft sowie die Aufnahme von Tierrechten in die Lehrpläne von Schulen. Der Verband gibt viermal im Jahr das Magazin tierrechte heraus. Neben einem Themenschwerpunkt informiert die Zeitschrift Journalisten, Wissenschaftler, Politiker, Behörden und Verbandsmitglieder über aktuelle Entwicklungen in der politischen Tierrechtsarbeit. Zudem erscheint zweimal monatlich der Tierrechte Newsletter. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte ist seit seiner Gründung als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar.

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