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10. März 2021: Landtagswahlen in Baden-Württemberg: Parteien beim Tierschutz gespalten

Eine Analyse der Wahlprogramme der am 14. März in Baden-Württemberg antretenden Parteien zeigt, dass zentrale Forderungen – wie das Ende der Massentierhaltung, die Förderung einer pflanzlichen Ernährung sowie der Ausstieg aus dem Tierversuch – sich in den Wahlprogrammen wiederfinden. Leider vernachlässigen gerade die „großen“ Parteien diese wichtigen Zukunftsthemen.

Am kommenden Sonntag wählt Baden-Württemberg einen neuen Landtag. Eine Sichtung der Wahlprogramme der zwanzig antretenden Parteien ergab, dass besonders kleinere und weniger bekannte Parteien ambitionierte Ziele bezüglich des Tierschutzes verfolgen. Die Umstellung von tierhaltenden Betrieben zu Erzeugern pflanzlicher Nahrungsmittel ist dabei oft mit dem Klimaschutz verknüpft. Allerdings enttäuschen die etablierten Parteien CDU, SPD und FDP
auf die Fragen, ob sie eine Senkung des Fleischkonsums oder Maßnahmen zur Reduzierung der Tierversuchszahlen verfolgen.

Industrielle Tierhaltung beenden
Das Ziel die Massentierhaltung zu beenden, beziehungsweise die ökologische Landwirtschaft durchzusetzen, findet sich in den Programmen der Grünen, der ÖDP, der LINKEN, WiR 2020, der Klimaliste, der „Eine für Alle-Partei“, bei Demokratie in Bewegung und bei Volt. Für die Förderung einer vorwiegend pflanzlichen Ernährungsweise sprechen sich neben den Grünen auch die Linke, die Ökologisch Demokratische Partei (ÖDP), die Partei der Humanisten, Volt, WiR2020 und die Klimaliste aus.

Nötig: Konsequente Ausstiegskonzepte
„Die Landwirtschaft kommt angesichts der Gefahr weiterer Pandemien, des fortschreitenden Klimawandels und des massiven Artensterbens um eine radikale Transformation nicht herum. Eine konsequente Agrarwende lässt sich nur in Kombination mit einer Ernährungswende, hin zu einer vorwiegend pflanzlichen Ernährungsweise, umsetzen. Dies kann nur mit einer Gesamtstrategie für eine Agrar- und Ernährungswende gelingen. Ähnlich sieht es bei den Tierversuchen aus. Auch hier brauchen wir ein konsequentes Ausstiegskonzept. Wählbar sind nur die Parteien, die bereit sind, diese wichtigen Zukunftsthemen endlich anzugehen“, sagt Christina Ledermann, Vorsitzende des Bundesverbands Menschen für Tierrechte.

Neu: Förderung pflanzlicher Ernährung
Im Klimaliste-Wahlprogramm heißt es dazu: “Wir erleichtern die Umstellung (…) von Betrieben aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung auf die Erzeugung pflanzlicher Nahrungsmittel durch finanzielle Förderung und Beratung.“ Auch die Humanisten setzen sich für die Förderung der Forschung zu Tierersatzprodukten ein, weil diese „positive Folgen für das Tierwohl, die Umwelt und das Klima“ haben.

Ausstieg aus dem Tierversuch
Das Thema Tierversuche ist leider nur in den Programmen der Grünen, LINKEN, ÖDP und WiR2020 vertreten. Die Grünen wollen einen Ausstieg aus dem Tierversuch einleiten. Dazu planen sie, Professuren zur Entwicklung und Anwendung von Alternativen zu Tierversuchen auszubauen. Sie wollen sowohl die Entwicklung als auch die praktische Umsetzung von Alternativmethoden fördern. Mit beteiligten Unternehmen und Hochschulen soll ein Masterplan erstellt werden, um Tierversuche zunächst um 50 Prozent zu reduzieren. Auch WiR2020 fordern eine verbindliche Ausstiegsstrategie aus Tierversuchen, während die ÖDP ein Ende von „quälerischen und leidvollen“ Tierversuchen verfolgt. Die LINKE will alternative Verfahren zu Tierversuchen fördern und zum Standard machen.

Eine Übersichtstabelle der großen Parteien, sowie die ausführlichen Antworten auf die Wahlprüfsteine hat unser Mitgliedsverein Menschen für Tierrechte – Baden-Württemberg e.V. zusammengestellt unter: www.tierrechte-bw.de

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Pressestelle:
Christina Ledermann
Tel.: 05840/99 99 790
Mobil: 0179/450 46 80
E-Mail: ledermann@tierrechte.de

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Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
Neue Geschäftsstelle: Severinusstr. 52, 53909 Zülpich
Tel: 02252/830 12 10, Internet: www.tierrechte.de

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Der Bundesverband Menschen für Tierrechte setzt sich seit seiner Gründung 1982 auf rechtlicher, politischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene für die Anerkennung elementarer Tierrechte ein und kämpft gegen jeglichen Missbrauch von Tieren. Das langfristige Ziel ist eine grundsätzliche Veränderung des Mensch-Tier-Verhältnisses. Dem Dachverband mit Hauptsitz in Zülpich (früher Aachen) sind Vereine sowie private Fördermitglieder angeschlossen. Seine Stärke liegt im Zusammenwirken von Seriosität, Fachwissen und Lobbyarbeit auf höchster politischer Ebene. Dazu verfolgt der Verband einen Masterplan zum Ausstieg aus dem Tierversuch und eine Agrarwende von der tierischen zur pflanzlichen Eiweißproduktion, um das Ende der „Nutztier“-Haltung zu erreichen. Darüber hinaus ernennt der Verband beispielsweise das „Ersatzverfahren bzw. Replace des Jahres“ sowie das: „Versuchstier des Jahres“, betreibt die Wissenschaftsplattform InVitro+Jobs für eine konsequente Förderung der tierversuchsfreien Forschung und setzt sich mit dem Projekt SATIS für eine humane Ausbildung ein. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind die Etablierung der Tierschutz-Verbandsklage, eine tierlose bio-vegane Landwirtschaft sowie die Aufnahme von Tierrechten in die Lehrpläne von Schulen. Der Verband gibt viermal im Jahr das Magazin tierrechte heraus. Neben einem Themenschwerpunkt informiert die Zeitschrift Journalisten, Wissenschaftler, Politiker, Behörden und Verbandsmitglieder über aktuelle Entwicklungen in der politischen Tierrechtsarbeit. Zudem erscheint zweimal monatlich der Tierrechte Newsletter. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte ist seit seiner Gründung als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar.

Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V. sind Mitglied bei: