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10. April 2019: Aus für quälerische Tiertransporte – Agrarminister müssen jetzt handeln

Foto: alessandro0770/stock.adobe.com

Anlässlich der Agrarministerkonferenz (AMK) vom 10. bis 12 April in Landau haben der Bundes- und sein rheinland-pfälzischer Landesverband Menschen für Tierrechte die Agrarminister der Länder sowie Bundesministerin Klöckner angemahnt, quälerische Transporte zu Schlacht- und Zuchtzwecken in Länder zu untersagen, die europäische und deutsche Tierschutzbestimmungen nicht einhalten. Seit 30 Jahren gäbe es keine wirksamen Maßnahmen zur Verhinderung von Tierquälereien während der Transporte und in den Zielländern. Die AMK in Landau müsse politische Entscheidungen treffen, lautet das Fazit der Tierrechtsorganisationen in ihrem Schreiben an die Agrarminister.

Nach Ansicht der Tierrechtsorganisationen müssten in Landau endlich politische Entscheidungen getroffen werden, damit Tiertransporte zu Schlacht- und Zuchtzwecken in derzeit 15 tierschutzrechtliche Hochrisikostaaten (1) ab sofort nicht mehr durchgeführt werden. Statt lebender Tiere seien Schlachtkörper, Sperma und Embryonen zu transportieren. Um dies unverzüglich sicherzustellen, müssten alle Bundesländer die Erteilung von Transportgenehmigungen von Tieren zu Schlacht- und Zuchtzwecken in die Hochrisikostaaten per Erlass untersagen.

Klöckner in der Pflicht
In einer besonderen Pflicht steht nach Ansicht der Verbände die für Tierschutz zuständige Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Sie müsse die Länder zum Handeln ermutigen und aktiv unterstützen. Zusätzlich müsse Klöckner hinter der Entschließung des EU-Parlaments (2) vom 14. Februar 2019 stehen. Darin fordern die EU-Abgeordneten von der EU-Kommission und den Mitgliedstaaten einen Richtungswechsel bei Tiertransporten ein. Es seien in erster Linie Fleisch, Sperma und Embryonen zu transportieren. Im Fall der ausnahmsweise stattfindenden Lebendtransporte müssten die Standards der Drittländer denen der EU entsprechen. Zu belegen sei dies u.a. durch realistische Fahrtenbücher.

Christina Ledermann, Vorsitzende vom Bundesverband, präsentiert die gesammelten Unterschriften.

Überfällig: Entscheidungen für den Tierschutz
„Wenn auf der AMK in Landau keine Entscheidungen für den Tierschutz getroffen werden, ist das weder der Zivilgesellschaft noch Fachleuten oder Amtstierärzten vermittelbar. Transporte, Abladung und Schlachtung erfolgen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit regelmäßig unter Bedingungen, die eklatant gegen europäisches und deutsches Tierschutzrecht verstoßen, “ sagt Christina Ledermann, Vorsitzende des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte.

AMK muss Wende bringen
„Seit Jahrzehnten müssen wir zuschauen, wie Tiere auf qualvolle Transporte in Hochrisikostaaten in einen grausamen Tod geschickt werden. Besonders schlimm muss das für Amtstierärzte sein, die dies wider besseres Wissen nicht verhindern können. Schuld an diesem untragbaren Zustand haben in erster Linie die politischen Entscheidungsträger. Damit muss jetzt Schluss sein. Wir erwarten, dass die AMK in Landau die Wende bringt“, fordert Christiane Baumgartl-Simons, Vorsitzende Menschen für Tierrechte Rheinland-Pfalz.

Unterschriften für Tiertransport-Verbot
Die Tierrechtsorganisationen haben Unterschriften für ein Verbot der quälerischen Tiertransporte gesammelt. Über 30.000 Unterschriften sollen Julia Klöckner in Kürze übergeben werden und sie darin bestärken, die qualvollen Lebendtransporte endlich zu beenden.

(1) Die derzeit 15 tierschutzrechtlichen Hochrisikostaaten sind: Ägypten, Algerien, Armenien, Aserbaidschan, Iran, Irak, Kasachstan, Kirgistan, Libanon, Libyen, Marokko, Syrien, Tadschikistan, Türkei und Usbekistan

(2) Entschließung des EU-Parlaments vom 14.02.2019 [P8_TA-PROV(2019)0132]

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Pressestelle:
Christina Ledermann
Tel.: 0211/16345429
Mobil: 0179/450 46 80
E-Mail: ledermann@tierrechte.de

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Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
Neue Geschäftsstelle: Mühlenstr. 7a, 40699 Erkrath
Tel: 0211 / 22 08 56 48, Internet: www.tierrechte.de

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Der Bundesverband Menschen für Tierrechte setzt sich seit seiner Gründung 1982 auf rechtlicher, politischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene für die Anerkennung elementarer Tierrechte ein und kämpft gegen jeglichen Missbrauch von Tieren. Das langfristige Ziel ist eine grundsätzliche Veränderung des Mensch-Tier-Verhältnisses. Dem Dachverband mit Hauptsitz in Erkrath (früher Aachen) sind über 60 Vereine sowie private Fördermitglieder angeschlossen. Seine Stärke liegt im Zusammenwirken von Seriosität, Fachwissen und Lobbyarbeit auf höchster politischer Ebene. Dazu verfolgt der Verband einen Masterplan zum Ausstieg aud dem Tierversuch und eine Agrarwende von der tierischen zur pflanzlichen Eiweißproduktion, um das Ende der „Nutztier“-Haltung zu erreichen. Darüber hinaus ernennt der Verband beispielsweise das „Ersatzverfahren bzw. Replace des Jahres“ sowie das: „Versuchstier des Jahres“, betreibt die Wissenschaftsplattform InVitro+Jobs für eine konsequente Förderung der tierversuchsfreien Forschung und setzt sich mit dem Projekt SATIS für eine humane Ausbildung ein. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind die Etablierung der Tierschutz-Verbandsklage, eine tierlose bio-vegane Landwirtschaft sowie die Aufnahme von Tierrechten in die Lehrpläne von Schulen. Der Verband gibt viermal im Jahr das Magazin tierrechte heraus. Neben einem Themenschwerpunkt informiert die Zeitschrift Journalisten, Wissenschaftler, Politiker, Behörden und Verbandsmitglieder über aktuelle Entwicklungen in der politischen Tierrechtsarbeit. Zudem erscheint zweimal monatlich der Tierrechte Newsletter. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte ist seit seiner Gründung als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar.

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