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GAP: EU-Umweltausschuss will mehr Natur- und Artenschutz

Hoffnung auf Verbesserungen macht die am 14. Februar 2019 vorgestellte Stellungnahme des Umweltausschusses im EU-Parlament zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2021. Die Parlamentarier forderten eine deutlich grünere Landwirtschaft, in der die tier- und umweltfeindliche industrielle Tierhaltung keinen Platz mehr haben sollte.

Nach der Vorstellung des Umweltausschusses des EU-Parlaments (ENVI) sollen künftig sollen 15 Milliarden Euro des EU-Agrarbudgets in den Natur- und Artenschutz fließen. So sollen mindestens 40 Prozent der Agrargelder an Umweltzwecke gebunden sowie mindestens 30 Prozent für Ökosysteme bereitgestellt werden. Außerdem sollen Bodenschutz, der Schutz von Dauergrünland sowie eine Reduzierung von Pestiziden erreicht werden.

Historische Abstimmung für Tiere und Umwelt?
Umwelt- und Tierschutzverbände lobten das Votum des Ausschusses. Mancher Optimist sah schon das Ende der industriellen Massentierhaltung eingeläutet. Das Europäische Umweltbüro (EEB) sprach von einer historischen Abstimmung für eine naturverträgliche Landwirtschaft. Nun liegt es im Agrarausschuss und im Plenum des EU-Parlaments, ob dieser Kurs weiterverfolgt wird. Im März stimmt der federführende Agrarausschuss im EU-Parlament voraussichtlich über den Bericht ab. Im April 2019 soll das Plenum darüber abstimmen.

Kurzübersicht über die Stellungnahme des Umweltausschusses zur GAP-Reform:

  •  Bindung von mindestens 40 Prozent an Umweltzwecke im Rahmen der ländlichen Entwicklung, mindestens 30 Prozent für Ökosysteme
  • Schutz der Böden, mehr lokale Produktion, weniger Pestizide, Bindung von Tierhaltung Fläche
  • Eindämmung des Verlusts der Artenvielfalt
  • Erzeugung von Biokraftstoffen  als Ziel gestrichen
  • Reduzierung von Pestiziden
  • Verbesserte und zusätzliche Indikatoren zur Messung der Zielerreichung
  • Schutz von Dauergrünland
  • Vorgeschriebene Brache von sieben Prozent
  • Mindestens vierjährige Fruchtfolge einschließlich Leguminosen
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