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08. Juni 2018: Tag des Hundes: Über 2000 Hunde im Tierversuch

Foto: One Voice

Anlässlich des Tags des Hundes am 10. Juni 2018 macht der Bundesverband Menschen für Tierrechte auf die über 2.000 Hunde aufmerksam, die 2016 in Tierversuchen eingesetzt wurden. Hunde leiden vor allem in 28-Tage-Giftigkeitsprüfungen von Chemikalien und potenziellen Arzneimitteln.

Am Tag des Hundes, ausgerufen vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH), soll die besondere Rolle des Hundes für unsere Gesellschaft gefeiert werden. „Dabei dürfen wir die Hunde nicht vergessen, die tagtäglich in deutschen Tierversuchslaboren leiden. Diese dürfen nie ein glückliches Hundeleben führen. Stattdessen sterben sie und ihre Welpen in qualvollen Giftigkeitstests“, appelliert Christina Ledermann, stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte.

Viele Hunde mehrfach eingesetzt
Laut Bundesversuchstierstatistik 2016 wurden 2.008 Hunde in Tierversuchen eingesetzt. Am häufigsten leiden Hunde noch immer in Giftigkeitstests. 63 Prozent aller Tests, bei denen Hunde eingesetzt wurden, waren 28-Tage- sowie Stoffwechseltests mit Chemikalien und potenziellen Arzneimitteln. Viele Hunde werden mehrfach in Versuchen eingesetzt. Ein Drittel (28 Prozent) der Tests mit Hunden dienten der translationalen und angewandten Forschung. Darunter fallen Tests auf Wirkungen von Arzneimitteln wie beispielsweise Telemetrie-Implantat-Versuche an Hunden, um eine eventuelle Herzgiftigkeit von Arzneimitteln zu überprüfen.

Atemnot, Lähmungen, Krämpfe
Bei Giftigkeitstests wird den Hunden über einen bestimmten Zeitraum die zu prüfende Substanz verabreicht. Die Tiere werden regelmäßig auf Vergiftungssymptome hin untersucht. Verstorbene Tiere werden seziert, alle überlebenden Hunde werden nach Abschluss des Prüfungszeitraums getötet und ebenfalls seziert. Das akute Leid der Tiere ist abhängig von der Giftigkeit der Prüfsubstanz. Bei hoch toxischen Prüfsubstanzen kann es zu Symptomen wie Atemnot, Lähmungen, Krämpfen, Brechdurchfällen und Aggression durch die starken Schmerzen kommen.

Foto: Christian Pfeiffer/pixelio

Ziel: Ausstieg aus den Giftigkeitstests
Der Bundesverband kritisiert, dass es immer noch keine Gesamtstrategie zum Ausstieg aus dem Tierversuch gibt: „Um dem Ziel, der Abschaffung der Tierversuche endlich näher zu kommen, müssen wir uns an den Niederlanden orientieren. Unser Nachbar will bis 2025 aus den gesetzlich vorgeschriebenen Giftigkeitstests aussteigen. Dass ein Land erstmals konkrete Fristen für das Ende bestimmter Tierversuche festlegt, ist einzigartig. Daran sollte sich Deutschland ein Beispiel nehmen und den ambitionierten Plan der Niederländer nach Kräften unterstützen. Das käme auch tausenden von Hunden zugute“, sagt Ledermann.

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Pressestelle:
Christina Ledermann
Tel.: 0211/16345429
Mobil: 0179/450 46 80
E-Mail: ledermann@tierrechte.de

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Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
Neue Geschäftsstelle: Mühlenstr. 7a, 40699 Erkrath
Tel: 0211 / 22 08 56 48, Internet: www.tierrechte.de

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Der Bundesverband Menschen für Tierrechte setzt sich seit seiner Gründung 1982 auf rechtlicher, politischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene für die Anerkennung elementarer Tierrechte ein und kämpft gegen jeglichen Missbrauch von Tieren. Das langfristige Ziel ist eine grundsätzliche Veränderung des Mensch-Tier-Verhältnisses. Dem Dachverband mit Hauptsitz in Erkrath (früher Aachen) sind über 60 Vereine sowie private Fördermitglieder angeschlossen. Seine Stärke liegt im Zusammenwirken von Seriosität, Fachwissen und Lobbyarbeit auf höchster politischer Ebene. Dazu verfolgt der Verband einen Masterplan zum Ausstieg aud dem Tierversuch und eine Agrarwende von der tierischen zur pflanzlichen Eiweißproduktion, um das Ende der „Nutztier“-Haltung zu erreichen. Darüber hinaus ernennt der Verband beispielsweise das „Ersatzverfahren bzw. Replace des Jahres“ sowie das: „Versuchstier des Jahres“, betreibt die Wissenschaftsplattform InVitro+Jobs für eine konsequente Förderung der tierversuchsfreien Forschung und setzt sich mit dem Projekt SATIS für eine humane Ausbildung ein. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind die Etablierung der Tierschutz-Verbandsklage, eine tierlose bio-vegane Landwirtschaft sowie die Aufnahme von Tierrechten in die Lehrpläne von Schulen. Der Verband gibt viermal im Jahr das Magazin tierrechte heraus. Neben einem Themenschwerpunkt informiert die Zeitschrift Journalisten, Wissenschaftler, Politiker, Behörden und Verbandsmitglieder über aktuelle Entwicklungen in der politischen Tierrechtsarbeit. Zudem erscheint zweimal monatlich der Tierrechte Newsletter. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte ist seit seiner Gründung als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar.

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