Allgemein Newsletter Tierrechte

Newsletter Tierrechte Nr. 05/18 vom 23.03.2018

Inhalt

  • Das Versuchstier des Jahres – Das Frettchen
  • Berlin will Tierschutz-Verbandsklage
  • Hacker-Attacke: Kein Mittel der politischen Auseinandersetzung
  • Parlamentarische Initiative gegen Tiertransporte
  • Zum Nachhören: Wie Forscher Tierversuche komplett ersetzen wollen


Liebe Leserinnen und Leser,

In diesem Newsletter wollen wir Ihnen das diesjährige „Versuchstier des Jahres“ vorstellen. Seit 2003 holt der Bundesverband mit dieser Ernnenung jährlich eine Tierart aus der Anonymität des Labors. Durch die Diskussion soll das „Versuchstier des Jahres“ dabei helfen, die Abschaffung der Tierversuche so schnell wie möglich zu erreichen. Diesmal ist es das Frettchen.
Das Frettchen ist DIE Spezies der Wahl zur Erforschung viele virologischer Infektionskrankheiten wie der Grippe. Aufgrund der vielen Ähnlichkeiten zum Menschen muss es aber inzwischen auch in einigen anderen Forschungbereichen leiden, zum Beispiel bei der Hirnforschung.

Ausführlichere Informationen zum Frettchen im Labor und möglichen tierversuchsfreien Methoden finden Sie hier. Dort finden Sie auch unsere 15-seitige Broschüre zum „Versuchstier des Jahres 2018“ als PDF zum kostenfreien Download.

 


Berlin will Tierschutz-Verbandsklage

Rot-Rot-Grün in Berlin löst ein weiteres Versprechen aus seinem Koalitionsvertrag ein: Nun soll die Tierschutz-Verbandsklage kommen. Der Referentenentwurf für das Gesetz liegt seit Anfang diesen Monats vor. Berlin wäre damit das neunte „Bundesland“, dass das wichtige Klagerecht für Tierschutzorganisationen einführt. Bisher haben acht Bundesländer die Tierschutz-Verbandsklage. Dies sind: Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz. Saarland und Schleswig-Holstein. Die Tierschutz-Verbandsklage gehört zu den zentralen Forderungen unseres Bundesverbandes. Sie ermöglicht anerkannten Tierschutzverbänden als Anwalt der Tiere tierschutzrelevante Entscheidungen von Behörden gerichtlich überprüfen zu lassen. Mehr dazu finden Sie hier.

 


Hacker-Attacke: Kein Mittel der politischen Auseinandersetzung

Quelle: pixabay/TheDigitalArtist

Nach Auskunft der Landesregierung ist es Hackern am 15. März gelungen, auf das private Datennetzwerk von Landwirtschaftsministerin Schulze Föcking zuzugreifen. Auf dem Fernsehgerät im Wohnhaus der Ministerin sei eine Aufnahme aus einer Fragestunde im Landtag abgespielt worden, in der es um die Schweinehaltung in ihrem Familienbetrieb ging.
Zudem sei die Ministerin in den sozialen Netzwerken bedroht worden. Die in Nordrhein-Westfalen gesetzlich anerkannten und im Landesbüro gemeinsam organisierten Tierschutzverbände, zu denen auch Menschen für Tierrechte gehört, distanzieren sich klar von dem Hacker-Angriff auf die NRW-Landwirtschaftsministerin und haben ihre Position in einer Pressemitteilung am 19.03.2018 öffentlich gemacht.

In eigener Sache:
Für unseren Bundesverband ist es selbstverständlich, dass Bedrohung von Personen und Verletzung ihrer Privatsphäre keine Mittel einer fachlich-politischen Auseinandersetzung sind. Unser Leitbild bekennt sich klar zur Gewaltlosigkeit gegenüber allem Leben. Auszug aus dem Leitbild des Bundesverbandes:„…Wir bedienen uns grundsätzlich legaler Mittel. Allerdings kann das Leiden, das Menschen Tieren zumuten, in besonderen Situationen Akte des zivilen Ungehorsams erfordern. In diesem Fall sind wir bereit, uns öffentlich dazu zu bekennen und die Konsequenzen, die ein Rechtsstaat vorsieht, zu tragen…“

Hier lesen Sie die Details zur Erklärung von Politik und Verbänden.


Quelle: soylent-network

Parlamentarische Initiative gegen Tiertransporte

Nach zahllosen aufgedeckten Verstößen gegen geltendes Tierschutzrecht, nimmt der Agrarausschuss des Bundestages nun den Transport von Lebendvieh innerhalb der EU und in Drittstaaten auf die Agenda. Am Mittwoch wurde dazu über Anträge der Fraktionen der FDP und der Grünen zum Thema Lebendtiertransporte beraten und die Durchführung einesöffentlichen Fachgesprächs zum Thema beschlossen. In den Anträgen wird u.a. die konsequente Durchsetzung geltenden EU-Rechts gefordert und von Seiten der Grünen sogar strenge zeitliche Begrenzungen für die Transportdauer. Die Abstimmung über die Anträge soll erst nach dem Fachgespräch stattfinden, ein Termin dafür steht noch nicht fest. Mehr dazu lesen Sie hier.


Zum Nachhören: Wie Forscher Tierversuche komplett ersetzen wollen

In der Sendung „SWR Aktuell Global“ (ab Minute 7:30) berichtet Dr. Ute Schepers vom Institut für Toxikologie und Genetik in Karlsruhe von einem Micro-Organ-Chip mit dem künstliche Organe für die Medikamentenforschung hergestellt werden können. Sie ist sehr optimistisch, dass sich die Tierversuchszahlen in 10 bis 15 Jahren deutlich reduzieren werden.

Interessant ist auch der Artikel „Zellen statt Mäuse“, in dem Zellkulturtests für die tierleidfreie Testung von Botox-Präparaten vorgestellt werden.


 

 

 

Impressum:

Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
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Fax 0211 – 22 08 56 49
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Alle Spenden sind steuerlich abzugsfähig

Der Bundesverband Menschen für Tierrechte setzt sich seit seiner Gründung 1982 auf rechtlicher, politischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene für die Anerkennung elementarer Tierrechte ein und kämpft gegen jeglichen Missbrauch von Tieren. Das langfristige Ziel ist eine grundsätzliche Veränderung des Mensch-Tier-Verhältnisses. Dem Dachverband mit Hauptsitz in Erkrath (früher Aachen) sind über 60 Vereine sowie Fördermitglieder angeschlossen. Seine Stärke liegt im Zusammenwirken von Seriosität, Fachwissen und Lobbyarbeit auf höchster politischer Ebene. Dazu verfolgt der Verband einen Masterplan zum Ausstieg aus dem Tierversuch und eine Agrarwende von der tierischen zur pflanzlichen Eiweißproduktion, um das Ende der „Nutztier“-Haltung zu erreichen. Darüber hinaus ernennt der Verband beispielsweise das „Ersatzverfahren des Jahres“ sowie das „Versuchstier des Jahres“, betreibt die Wissenschaftsplattform InVitro+Jobs für eine konsequente Förderung der tierversuchsfreien Forschung und setzt sich mit dem Projekt SATIS für eine humane Ausbildung ein. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind die Etablierung der Tierschutz-Verbandsklage, eine tierlose bio-vegane Landwirtschaft sowie die Aufnahme von Tierrechten in die Lehrpläne von Schulen. Der Verband gibt viermal im Jahr das Magazin tierrechte heraus. Neben einem Themenschwerpunkt informiert die Zeitschrift Journalisten, Wissenschaftler, Politiker, Behörden und Verbandsmitglieder über aktuelle Entwicklungen in der politischen Tierrechtsarbeit. Zudem erscheint zweimal monatlich der Tierrechte Newsletter. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte ist seit seiner Gründung als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar.

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