Anlässlich des Welttierschutztages am 4. Oktober fordert Menschen für Tierrechte e.V. die Bundesregierung auf, die Warnungen der Wissenschaft ernst zu nehmen und den Umbau hin zu einem pflanzenbasierten Ernährungs- und Landwirtschaftssystem einzuleiten. Für die verbliebenen Tiere fordert der Tierrechtsverband wirkungsvollere Tierschutzvorgaben, etwa durch die Reform des Tierschutzgesetzes und die Einführung strenger Haltungsvorschriften.
„Die Dürre und die Brände im letzten Sommer haben uns deutlich vor Augen geführt, wie dringend der Umbau unseres Ernährungs- und Landwirtschaftssystems ist. Wir können uns die verschwenderische Produktion von Fleisch und anderen tierischen Produkten in Zukunft schlicht nicht mehr leisten. Diese bedingt nicht nur millionenfaches Tierleid und massive Umweltverschmutzung, sie ist auch für 84 Prozent der Treibhausgase der EU-Landwirtschaft verantwortlich, verbraucht 40 Prozent mehr Wasser und steht für die Vergeudung von 80 Prozent der Kulturflächen weltweit, die nur dafür genutzt werden, um Tierfutter herzustellen. Mit einer pflanzenbasierten Produktion könnten wir dreimal so viel Nahrungsmittel erzeugen. Wir müssen den Appellen der Wissenschaft folgen und den Umbau hin zu einer pflanzenbasierten Produktion und Ernährung vorantreiben – und zwar mit allen verfügbaren Lenkungsmaßnahmen,“ fordert Christina Ledermann, Vorsitzende von Menschen für Tierrechte.
Vorrang für pflanzliche Ernährung
Der Hitzesommer 2026 brachte das, wovor Wissenschaftler:innen seit Jahren warnen: Extreme Hitze, Dürre und großflächige Waldbrände. Nach dem aktuellen Planetary Health Check sind sieben der insgesamt neun planetaren Grenzen mittlerweile überschritten. Als einen wesentlichen Treiber identifizieren sie die weltweite Nahrungsmittelproduktion, insbesondere die industrielle Tierhaltung zur Produktion von Fleisch und anderen tierischen Produkten. Großes Potenzial für kurzfristige Veränderungen sieht die Wissenschaft deswegen beim Konsum. Sie fordert eine stärker pflanzenbasierte Ernährung im Sinne der Planetary Health Diet, mehr Raum für Klima- und Artenschutzmaßnahmen und für die Regeneration von Böden und Ökosystemen. Nötig dafür seien umfassende politische Maßnahmen, die einer pflanzlichen Ernährung Vorrang einräumen und Landwirt:innen honorieren, die pflanzliche Nahrungsmittel produzieren und Umweltleistungen erbringen.
Strenger Schutz der verbliebenen Tiere
Parallel zum Umbau des Ernährungs- und Landwirtschaftssystems setzt sich Menschen für Tierrechte für strengere Tierschutzvorgaben ein. Solange noch Tiere für den menschlichen Konsum gehalten werden, müssten diese streng geschützt werden. Dafür sei es nötig, das Tierschutzgesetz grundlegend zu überarbeiten und strenge Haltungsvorschriften zu erlassen und umzusetzen. Das „Putenurteil“ vom April 2026 habe deutlich gezeigt, dass beispielsweise die Bedingungen, unter denen Millionen von Puten in Deutschland aktuell leben, gegen das Tierschutzrecht verstoßen.
Um Landwirt:innen bei der Umstellung ihrer Betriebe auf eine pflanzliche Wertschöpfung zu unterstützen, betreibt Menschen für Tierrechte das Projekt TransFARMation Deutschland. Mehr dazu unter: www.transfarmation-deutschland.de
