Sonder-Newsletter Tierrechte vom 26.08.2026
Inhalt
- Pferd ist das „Versuchstier des Jahres“ 2026
- Termine
Liebe Leserinnen und Leser,
wussten Sie, dass auch Pferde als „Versuchstiere“ eingesetzt werden? Obwohl sie im Vergleich zu „klassischen Versuchstierarten“ seltener in Tierversuchen verwendet werden, leiden und sterben auch sie im Labor. Dabei werden sie oft künstlich krank gemacht oder in Bereichen eingesetzt, die nichts mit Pferdekrankheiten zu tun haben. Aus diesem Grund haben wir das Pferd zum „Versuchstier des Jahres“ 2026 ernannt.
Im Jahr 2024 wurden 822 Pferde in Tierversuchen eingesetzt, unter anderem für die Herstellung von Antitoxinen zur Behandlung menschlicher Vergiftungen. Diese qualvolle Praxis wird trotz erforschter tierversuchsfreier Alternativen weiterhin genehmigt. Die dabei gewonnenen, artfremden Proteine können bei Menschen Allergien auslösen. Außerdem wurden 2025 in Deutschland Tierversuche genehmigt, bei denen gesunde Pferde für sogenannte Hypoxie-Studien zur Sauerstoffmangelversorgung eingesetzt wurden. Um die Auswirkungen auf Gehirn- und Muskelzustände zu untersuchen, wurden sie künstlich in Sauerstoffmangel versetzt und nach den Versuchen getötet – und das, obwohl es seit Jahrzehnten funktionierende Therapien für eine Sauerstoffmangelversorgung gibt. Ein weiteres Beispiel ist eine 2025 durchgeführte Studie zur Hufrehe, bei der eine Kältetherapie an acht gesunden „Freizeitpferden“ getestet wurde. Statt bereits an Hufrehe erkrankte Pferde einzusetzen, wurden die Tiere künstlich krank gemacht – und dies, obwohl die Kältetherapie längst gut erforscht und praktiziert wird.
Da Pferde nach ihrem Einsatz im Versuch so gut wie nie vermittelt werden, haben die Tiere meist keine Chance, das Labor lebend zu verlassen. Diese rückwärtsgewandte Praxis steht im Gegensatz zu den Plänen der EU: Diese hat im Juni einen Fahrplan für den schrittweisen Ausstieg aus Tierversuchen bei der Chemikaliensicherheitsbewertung vorgelegt. Der Plan hat das Potenzial, Millionen von Tierleben zu retten. Wir fordern, dass jetzt auch Deutschland die Entwicklung tierversuchsfreier Verfahren entschieden vorantreiben muss.

Dem schließt sich unsere diesjährige Schirmherrin des Versuchstieres des Jahres Tessa Storch an. Sie ist Vorsitzende des Beirats der Mira und Lars Sittauer Stiftung: Sie schreibt: „Pferde sind Lebewesen, zu denen wir Menschen eine besondere Beziehung aufbauen können. Sie dürfen nicht als Mittel zum Zweck betrachtet werden, vor allem nicht dort, wo es Alternativen gibt. Das Pferd als Versuchstier des Jahres sichtbar zu machen, bedeutet für mich deshalb vor allem eines: innezuhalten und uns zu fragen, ob wir wirklich jedes Leid, das wir einem Tier zufügen, als notwendig hinnehmen müssen – oder ob wir den Mut haben, neue Wege zu gehen.“
Für Interessierte steht eine ausführliche Broschüre zum Versuchstier des Jahres 2026 (14 Seiten) als PDF zum Download bereit.
Hier lesen Sie das Grußwort von Tessa Storch.
Termine & Petitionen
- Bitte unterschreiben: EU-Initiative Schutz von Straßenhunden, Katzen und Tierheimtieren in EU/Drittstaaten
- 5. September: Vegan Beats Festival in München, Bahnwärter Thiel
- 18.-20. September 2026: Veganmania in Wien, Donauinsel
- 23.-25. Oktober 2026: Tierrechrechtskongress in Zürich, Veranstalter Tier im Fokus
- 14. November 2026: Save the Date: 2. Mannheimer Tagung Tierschutzrecht
So unterstützen Sie die Arbeit von Menschen für Tierrechte:
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Impressum:
Menschen für Tierrechte e.V.
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E-Mail: info@tierrechte.de
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Menschen für Tierrechte e.V. setzt sich seit seiner Gründung 1982 auf rechtlicher, politischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene für die Anerkennung elementarer Tierrechte ein und kämpft gegen jeglichen Missbrauch von Tieren. Das langfristige Ziel ist eine grundsätzliche Veränderung des Mensch-Tier-Verhältnisses. Dem Dachverband mit Hauptsitz in Zülpich (früher Aachen) sind Vereine sowie private Fördermitglieder angeschlossen. Seine Stärke liegt im Zusammenwirken von Seriosität, Fachwissen und Lobbyarbeit auf höchster politischer Ebene. Dazu verfolgt der Verband einen Masterplan zum Ausstieg aus dem Tierversuch und eine Agrarwende von der tierischen zur pflanzlichen Eiweißproduktion. Um Landwirt:innen Alternativen aufzeigen, wie sie auch ohne sogenannte Nutztiere erfolgreich und nachhaltig wirtschaften können, betreibt Menschen für Tierrechte das Projekt TransFARMation. Um tierversuchsfreie Methoden voranzubringen, veröffentlicht der Verband das „Versuchstier des Jahres“, betreibt die Wissenschaftsplattform InVitro+Jobs für eine konsequente Förderung der tierversuchsfreien Forschung und setzt sich mit dem Projekt SATIS für eine humane Ausbildung ein. Weiterhin unterstützt der Verband das tierschutzkonforme Stadttaubenmanagement und gibt das Magazin tierrechte heraus. Neben einem Themenschwerpunkt informiert die Zeitschrift Journalisten, Wissenschaftler, Politiker, Behörden und Verbandsmitglieder über aktuelle Entwicklungen in der politischen Tierrechtsarbeit. Zudem erscheint zweimal monatlich der Tierrechte Newsletter. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte ist seit seiner Gründung als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar.



