Newsletter Tierrechte vom 20.08.2026
Inhalt
- Klimawandel: Warum die Landwirtschaft umdenken muss
- Mercosur-Abkommen fördert tierquälerische Rindermast
- Erfolg: Brittany Ferries stoppt Tiertransporte
- Petition für Landestierschutzbeauftragte Rheinland-Pfalz
- Termine
Liebe Leserinnen und Leser,
die massive Hitze und Trockenheit der letzten Monate haben glücklicherweise nachgelassen. Die Folgen aber bleiben. In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern zeigt sich mit aller Härte, wie verletzlich eine Landwirtschaft ist, die auf verlässliche Ernten und große Mengen Tierfutter angewiesen ist. Wir müssen uns jetzt fragen, wie eine Landwirtschaft aussehen muss, die uns auch in Zukunft noch sicher ernähren kann. Derzeit werden in Deutschland 60 Prozent der Kulturflächen allein dafür genutzt, um Tiere zu ernähren. Das ist aus Sicht des Tier- und Klimaschutzes und der Ernährungssicherheit fatal. Zahlreiche Studien belegen, dass wir einen strukturellen Wandel unseres Ernährungssystems hin zu einer Planetary Health Diet brauchen. Hülsenfrüchte, Getreide, Gemüse oder andere pflanzliche Lebensmittel sollten unmittelbar der menschlichen Ernährung dienen.
Hier lesen Sie unsere Pressemeldung.

Mercosur-Abkommen fördert tierquälerische Rindermast
Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) ist am 1. Mai 2026 vorläufig in Kraft getreten. Zusätzlich zu den bereits bestehenden Importen soll ein Kontingent von 99.000 Tonnen Rindfleisch zu einem reduzierten Zollsatz in die EU eingeführt werden können. Doch was heißt das für die Tiere? In den Mercosur-Staaten werden Rinder in sogenannten Feedlots ohne verbindliche Tierschutzauflagen gehalten. Dies sind großflächige Mastanlagen im Freien auf engstem Raum ohne Zugang zu Weideland. Aktuelle Recherchen belegen gravierende Tierschutzprobleme. Gemeinsam mit elf Partnerorganisationen haben wir deshalb Wirtschaftsministerin Katherina Reiche in einem Offenen Brief zum Handeln aufgefordert. Wir fordern einen nationalen Import-Stopp für Fleisch aus Feedlot-Haltung sowie verbindliche und durchsetzbare Tierwohlstandards im Mercosur-Abkommen.
Weitere Informationen
- Hier lesen Sie den offenen Brief an Wirtschaftsministerin Reiche
- Sehen Sie hier den Film zur Recherche
- Recherchebericht der Animal Welfare Foundation
Erfolg: Brittany Ferries stoppt Tiertransporte
Brittany Ferries hat angekündigt, den Transport lebender „Nutztiere“ von Irland nach Frankreich spätestens bis September 2026 einzustellen. Bei den fürchterlichen Transporten mussten Kälber eine 18-stündige Fährüberfahrt über sich ergehen lassen, verbunden mit Hunger und Stress. Nach der Überfahrt wurden einige Tiere weiter in die Niederlande, nach Spanien oder Polen transportiert. Dadurch konnten sich die gesamten Transportzeiten auf bis zu 50 Stunden verlängern. Dieser Erfolg ist das Ergebnis von mehr als einem Jahr gemeinsamer Arbeit zahlreicher Tierschutzorganisationen aus ganz Europa. Dazu gehört die Eurogroup for Animals, der europäische Dachverband zahlreicher Tierschutzorganisationen, dem auch wir angehören. Gemeinsam wurden Kampagnen organisiert, über 100.000 Unterschriften gesammelt und wiederholt das Gespräch mit Brittany Ferries gesucht. Irish Ferries ist nun die einzige Fährgesellschaft, die noch nicht abgesetzte Kälber von Irland nach Frankreich transportiert. Das Unternehmen sollte schnell dem Beispiel von Brittany Ferries folgen und seine Beteiligung an diesem unnötigen Tierleid zu beenden.
Petition für eine Landestierschutzbeauftragte in Rheinland-Pfalz
Bitte unterzeichnen Sie den Aufruf zur Einrichtung einer bzw. eines unabhängigen Landestierschutzbeauftragten in Rheinland-Pfalz. Andere Bundesländer verfügen bereits über Landestierschutzbeauftragte. In Rheinland-Pfalz fehlt eine vergleichbare Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger. Jede Stimme zählt, auch wenn Sie nicht in Rheinland-Pfalz wohnen. Vielen Dank, dass Sie mitzeichnen. Hier geht es zur Petition.
Termine & Petitionen
- Bitte unterschreiben: EU-Initiative Schutz von Straßenhunden, Katzen und Tierheimtieren in EU/Drittstaaten
- 18.-20. September 2026: Veganmania Donauinsel in Wien
- 23.-25. Oktober 2026: Tierrechrechtskongress in Zürich, Veranstalter Tier im Fokus
- 14. November 2026: Save the Date: 2. Mannheimer Tagung Tierschutzrecht
So unterstützen Sie die Arbeit von Menschen für Tierrechte:
Spendenkonto: Sparkasse Aachen
Bankleitzahl 390 500 00
IBAN DE02 3905 0000 0016 0079 73
Sie können auch via PayPal spenden
Alle Spenden sind steuerlich abzugsfähig
Impressum:
Menschen für Tierrechte e.V.
Severinusstr. 52
53909 Zülpich
Tel. 02252 – 830 12 10
E-Mail: info@tierrechte.de
www.tierrechte.de
www.transfarmation-deutschland.de
www.invitrojobs.de
www.stadttauben.de
Tagesaktuelle Infos finden Sie auf unserer Facebookseite, bei Instagramm, X oder Linkedin
Menschen für Tierrechte e.V. setzt sich seit seiner Gründung 1982 auf rechtlicher, politischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene für die Anerkennung elementarer Tierrechte ein und kämpft gegen jeglichen Missbrauch von Tieren. Das langfristige Ziel ist eine grundsätzliche Veränderung des Mensch-Tier-Verhältnisses. Dem Dachverband mit Hauptsitz in Zülpich (früher Aachen) sind Vereine sowie private Fördermitglieder angeschlossen. Seine Stärke liegt im Zusammenwirken von Seriosität, Fachwissen und Lobbyarbeit auf höchster politischer Ebene. Dazu verfolgt der Verband einen Masterplan zum Ausstieg aus dem Tierversuch und eine Agrarwende von der tierischen zur pflanzlichen Eiweißproduktion. Um Landwirt:innen Alternativen aufzeigen, wie sie auch ohne sogenannte Nutztiere erfolgreich und nachhaltig wirtschaften können, betreibt Menschen für Tierrechte das Projekt TransFARMation. Um tierversuchsfreie Methoden voranzubringen, veröffentlicht der Verband das „Versuchstier des Jahres“, betreibt die Wissenschaftsplattform InVitro+Jobs für eine konsequente Förderung der tierversuchsfreien Forschung und setzt sich mit dem Projekt SATIS für eine humane Ausbildung ein. Weiterhin unterstützt der Verband das tierschutzkonforme Stadttaubenmanagement und gibt das Magazin tierrechte heraus. Neben einem Themenschwerpunkt informiert die Zeitschrift Journalisten, Wissenschaftler, Politiker, Behörden und Verbandsmitglieder über aktuelle Entwicklungen in der politischen Tierrechtsarbeit. Zudem erscheint zweimal monatlich der Tierrechte Newsletter. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte ist seit seiner Gründung als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar.



