Zwölf Tierschutzorganisationen, darunter Menschen für Tierrechte, appellieren an Wirtschaftsministerin Reiche, ein nationales Importverbot von Fleisch aus tierquälerischer Feedlot-Haltung zu erlassen. Das Mercosur-Abkommen, das bereits provisorisch angewendet wird, erleichtert den Import von Rindfleisch aus Südamerika. Zusätzlich zu den bereits bestehenden Importen soll ein Kontingent von 99.000 Tonnen Rindfleisch zu einem reduzierten Zollsatz in die EU eingeführt werden können. Damit fördert das Abkommen billigere Produktion und erhöht den Druck auf inländische Landwirte – alles auf Kosten von Tierschutz und Nachhaltigkeit.
Eine neue Recherche der Animal Welfare Foundation gemeinsam mit dem Tierschutzbund Zürich zeigt, unter welchen Bedingungen Rinder in für den EU-Export zugelassenen Feedlots (das sind großflächige Mastanlagen im Freien, in denen Rinder auf engem Raum gehalten werden, ohne Zugang zu Weideland) in Argentinien, Brasilien und Uruguay gemästet werden.
Schwere und systematische Tierschutzprobleme
2025 und 2026 haben die Animal Welfare Foundation und der Tierschutzbund Zürich 21 EU-zugelassene Feedlots in Uruguay, Argentinien und Brasilien dokumentiert. Die Bilder zeigen systematische Tierschutzprobleme: extremer Hitzestress ohne Schatten, verschmutztes Trinkwasser, nicht artgerechte Fütterung, verletzte und kranke Tiere sowie Rinder, die nach Regenfällen tagelang knietief im Schlamm stehen. Die dokumentierten Bedingungen wären in Deutschland nicht zulässig.
Deshalb fordern wir gemeinsam mit elf weiteren Organisationen Wirtschaftsministerin Katherina Reiche auf, ein nationales Importverbot für Fleisch aus tierquälerischer Feedlot-Haltung zu erlassen und sich für verbindliche Tierschutzstandards im Mercosur-Abkommen einzusetzen.
Dokumente zum Nachlesen und Anschauen
- Hier können Sie den offenen Brief an Wirtschaftsministerin Reiche nachlesen.
- Sehen Sie hier den Film zur Recherche
- Recherchebericht Animal Welfare Foundation
