Startseite » 20.07.2026: Studie belegt: Transformation des Landwirtschafts- und Ernährungssystems nötig
Allgemein Presse/Magazin

20.07.2026: Studie belegt: Transformation des Landwirtschafts- und Ernährungssystems nötig

TransFARMation begleitet Betriebe beim Umstieg auf eine pflanzenbasierte Produktion

Eine neue Studie zeigt, dass die Umstellung auf eine gesündere, nachhaltigere und stärker pflanzenbasierte Ernährung dazu beiträgt, unser Ernährungssystem zukünftig innerhalb der planetaren Grenzen zu halten. Genau hier setzt das Projekt TransFARMation von Menschen für Tierrechte an: Es begleitet Landwirt:innen beim Umstieg auf eine pflanzenbasierte Produktion.

In der Studie untersuchten Forschende des Internationalen Instituts für angewandte Systemanalyse (IIASA), des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und der Cornell University zwei mögliche Entwicklungen bis 2050. Ein Szenario beleuchtet, was passiert, wenn wir so weitermachen wie bisher, also mit einem hohen Konsum tierischer Produkte und wachsenden Tierbestände. Das Vergleichsszenario orientiert sich an den Empfehlungen der EAT Lancet Kommission für die sogenannte Planetary Health Diet. Diese umfassen die Umstellung hin zu mehr pflanzlichen Lebensmitteln, bessere landwirtschaftliche Produktivität und die Halbierung von Lebensmittelabfällen.

Wissenschaft empfiehlt Transformation
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass das „Business‑As‑Usual“‑ Szenario langfristig die teurere Option wäre, da die Umwelt‑ und Gesundheitskosten durch die Folgen der industriellen Tierhaltung, hohem Flächenverbrauch und größerer Produktionsmengen deutlich höher ausfallen. Deswegen empfehlen die Wissenschaftler:innen eine Wende des Landwirtschafts- und Ernährungssystems.

Reduktion der Klimagase und weniger Verschwendung
Dabei würde ein großer Anteil der Erzeugnisse direkt für die menschliche Ernährung genutzt. Durch die Umstellung hin zu einer stärker pflanzenbetonten Ernährung mit mehr Gemüse, Obst, Nüssen und Hülsenfrüchten könnte der weltweite Bestand an Wiederkäuern um rund 42 Prozent reduziert werden, das entspricht etwa 400 Millionen Tieren. Die Treibhausgasemissionen aus der Tierhaltung könnten um bis zu 85 Prozent sinken. Außerdem würden insgesamt weniger Rohstoffe benötigt, weniger Lebensmittelabfälle anfallen und eine gesunde Ernährung gefördert.

Weniger Anbaufläche, mehr Tier-, Arten- und Klimaschutz
Der Wandel von tierischer zu mehr pflanzlicher Produktion würde daüberhinaus große Flächen freisetzen. Die freiwerdenden Flächen könnten für Wiederaufforstung, Kohlenstoffsenken und durch die entstehenden Lebensräume für den Erhalt der Biodiversität genutzt werden.

Vielfältige Alternativen zur Tierhaltung mit TransFARMation
„Die neue Studie zeigt, dass eine Transformation unseres Ernährungs- und Agrarsystems unausweichlich ist. Die industrielle Tierhaltung ist nicht nur ethisch inakzeptabel, neben dem Ausstoß von Treibhausgasen verbraucht sie auch unverhältnismäßig viel Fläche, zerstört Biodiversität und belastet Böden, Wasser und Luft. Um diesen notwendigen Wandel voranzubringen, haben wird das Projekt TransFARMation gestartet,“ sagt Christina Ledermann, Vorsitzende von Menschen für Tierrechte. Ziel von TransFARMation ist es, Landwirt:innen beim Umstieg auf eine pflanzenbasierte Produktion zu begleiten und Ihnen so eine wirtschaftliche Perspektive zu eröffnen.
Alternativen zur sogenannten Nutztierhaltung sind beispielsweise der Anbau von Leguminosen, von Obst- und Gemüse, Pilzen, Hanf, Ölsaaten oder Microgreens. Es kommen aber auch die Nutzung erneuerbarer Energien, pädagogische Hof-Angebote, Agrartourismus oder die Gründung eines Lebenshofes in Frage.

Nötig: staatliche Umbau-Förderungen
Nach Ansicht des Vereins wäre die Förderung dieses wichtigen Umbaus eigentlich eine staatliche Aufgabe. Die Bundesregierung müsste den Tierhalter:innen Anreize bieten, um sie zum Abbau ihrer Tierbestände und zum Umstieg auf zukunftsfähige Geschäftsmodelle zu ermutigen. Nötig wären Ausstiegsprogramme, Förderungen und unabhängige Beratungsmöglichkeiten. Da dies aktuell noch nicht in Sicht ist, geht das Projekt TransFARMation mit gutem Beispiel voran. Jeder transformierte Hof ist ein Erfolg und erzeugt eine Sogwirkung für neue Umstellungen.

Weitere Informationen

Mehr Gemüse statt Fleisch – wie das die Landwirtschaft verändern würde | tagesschau.de
Weitere Informationen zur Arbeit von TransFARMation lesen Sie hier: www.transfarmation-deutschland.de
Sehen Sie hier einen Kurzfilm über die Arbeit von TransFARMation