Die EU-Kommission hat heute ihre lange erwartete EU-Tierhaltungsstrategie sowie den EU-Proteinplan veröffentlicht. Es sind zwar Verbesserungen für die landwirtschaftlich gehaltenen Tiere geplant, ein Systemwechsel weg von der sogenannten Nutztierhaltung bleibt jedoch aus. Menschen für Tierrechte fordert, dass die Strategie nun rasch zu umfassenden Verbesserungen für die leidenden Tiere führt. Hoffnung liegt auf den ebenfalls heute veröffentlichten EU-Proteinplan. Er soll sich auf Forschung und Innovation von alternativen Proteinen fokussieren.
Die heute veröffentlichte EU-Tierhaltungsstrategie (EU-Livestock Strategy) sieht eine schrittweise Abschaffung der Käfighaltung und Verbesserungen in der Schweinehaltung vor. Bei der Tierhaltung soll künftig zudem stärker auf Tiergesundheit und Verhalten geachtet werden. Außerdem enthält die Strategie erstmals einen Zeitplan für die lange erwartete Überarbeitung der europäischen Tierschutzgesetzgebung.
Systemwechsel bleibt aus
„Die Strategie enthält ohne Zweifel Verbesserungen für die Tiere. Eine Abkehr von der sogenannten Nutztierhaltung sieht die neue Tierhaltungsstrategie allerdings nicht vor – im Gegenteil. Sie soll dem sinkenden „Nutz“tierbeständen in der EU sogar entgegenwirken“, kritisiert Christina Ledermann, Vorsitzende von Menschen für Tierrechte. Doch wir brauchen dringend einen Wandel. Aktuelle Studien zu den schädlichen Folgen der tierbasierten Landwirtschaft zeigen deutlich, dass der Umstieg auf ein stärker pflanzenbasiertes Ernährungssystem unausweichlich ist. Wissenschaftler haben deswegen die sogenannte Planetary Health Diet erarbeitet. Nur mit ihr kann es in Zukunft gelingen, eine wachsende Weltbevölkerung innerhalb der Belastungsgrenzen der Erde zu ernähren.
Nötig: rasche und umfassende Verbesserungen
Die geplanten Verbesserungen gehen zurück auf die Europäische Bürgerinitiative (EBI) „End the Cage Age“. Sie wurde von überwältigenden 1,4 Millionen EU-Bürgern unterzeichnet. Die EU-Kommission verpflichtete sich daraufhin im Jahr 2021 dazu, die Haltung von Tieren in Käfigen EU-weit bis 2027 auslaufen zu lassen. Menschen für Tierrechte, die Teil des Unterstützer-Netzwerks der EU-Bürgerinitiative sind, begrüßt, dass die EU-Kommission nun endlich Konsequenzen aus der Initiative „End the Cage Age“ zieht. Jetzt muss verhindert werden, dass es bei bloßen Absichtserklärungen bleibt. Die Strategie muss jetzt rasch in Gesetze gegossen werden, damit die Tierhaltung schnell, grundsätzlich und umfassend verbessert wird.
Hoffnung EU-Proteinplan
Eine systemische Veränderung könnte eher von einer anderen Initiative ausgehen: dem EU-Proteinplan (EU-Protein Strategy). Mit einer breiteren Proteinversorgung soll er für mehr Nachhaltigkeit, Resilienz und Ernährungssicherheit sorgen. Entscheidend ist nicht der Plan, die Selbstversorgung mit Futterprotein bis 2035 auf 35 Prozent zu steigern, sondern, dass ein stärkerer Fokus auf Forschung und Innovation auf alternative Proteine sowie Bioökonomie- und Kreislauflösungen gelegt werden soll. Zudem soll die Erzeugung von Leguminosen sowie von Raps und Sonnenblumen gefördert werden.
TransFARMation voranbringen
Die geplanten Förderungen könnten Impulse für den notwendigen Wandel unseres Agrar- und Ernährungssystems geben. Hier setzt das Projekt TransFARMation von Menschen für Tierrechte an. Das kompetente Team unterstützt Landwirt:innen bei der Umstellung ihrer Betriebe und zeigt ihnen praktische Alternativen auf, wie diese auch ohne die Haltung sogenannter Nutztiere erfolgreich und nachhaltig wirtschaften können.
