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06.07.2026: Vorsicht! Fleischkonsum kann Ihre Gesundheit gefährden. Ein Kommentar

Heute, am 6. Juli 2026, beginnt der Prozess gegen einen Wursthersteller. Mit Listerien belastete Wurst war 2019 für elf Todesfälle verantwortlich. Und was macht die EU? Sie schützt die Verbraucher:innen, indem pflanzliche Alternativ-Produkte künftig nicht mehr „Steak“, „Speck“ oder „Leber“ heißen dürfen.

Salmonellen, Listerien, multiresistente Keime – ein kulinarisches Abenteuer mit mikrobiologischem Nervenkitzel. Wie gefährlich der Konsum von Fleisch sein kann, zeigt der heute begonnene Prozess gegen den Wursthersteller Wilke. Wegen mit Listerien-Bakterien belastete Produkte starben in 2019 elf Menschen im Alter zwischen 47 und 86 Jahren. Und dies ist nur ein Beispiel für die Gefahr, die von Fleisch- und anderen tierischen Produkten ausgehen kann. Bei Untersuchungen von Hähnchenfleisch zeigt sich immer wieder, dass die Mehrzahl der Proben mit hochgefährlichen multiresistenten Erregern und Campylobacter-Keimen belastet sind.

Doch je mehr Antibiotika bei Tieren eingesetzt werden, desto mehr resistente Krankheitserreger entstehen und verbreiten sich über das kontaminierte Fleisch bis in die Küchen von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Jedes Jahr sterben Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge 1,3 Millionen Menschen, weil Antibiotika bei ihren Infektionen nicht mehr wirken.

Und was macht die EU? Statt eine Wende weg von der Tierhaltung hin zu pflanzlichen Eiweißträgern voranzutreiben, die nicht nur aus gesundheitlichen, sondern auch aus ethischen und ökologischen Gründen dringend erfolgen muss, hat sie kürzlich beschlossen, dass pflanzliche Alternativ-Produkte künftig nicht mehr „Steak“, „Speck“ oder „Leber“ heißen dürfen. Offenbar liegt der Verbraucherschutz nicht darin, echte Risiken des Fleischkonsums zu minimieren. Nein, das eigentliche Problem ist anscheinend die mögliche Verwechslung zwischen einem Produkt aus Erbsenprotein und einem Produkt, das im Zweifel mit Keimen, Skandalen und Rückrufen Schlagzeilen macht.

So wird Europa ein Stück sicherer: Die tödliche Verwechslungsgefahr zwischen pflanzlichem „Speck“ und echtem Speck ist gebannt. Die Keime hingegen dürfen bleiben.

Zum Hintergrund
Im Juni 2026 hat das Europaparlament mit großer Mehrheit beschlossen, dass bestimmte tierbezogene Begriffe (wie etwa bei Geflügel, z.B. „Typ Hühnchen“, oder „veganer Speck“) künftig nicht mehr für pflanzliche Produkte verwendet werden sollen. Weiterhin erlaubt bleiben dagegen Bezeichnungen wie „Tofu-Wurst“, „Sellerieschnitzel“ oder „Veggie-Gyros“. Das Verbot beschränkt sich auf Produktbezeichnungen, die sich auf eine Fleischart beziehen und nicht auf eine Zubereitungsweise. Formell muss nun noch der Europäische Rat zustimmen. Danach hat die Industrie bis zu drei Jahre Zeit, um die Bezeichnungen zu verändern.