Ein breites Bündnis aus Expertinnen und Experten der Wissenschaft, des Rechts, der Ethik und der Veterinärmedizin sowie zahlreiche Tierschutzorganisationen fordern die Europäische Kommission auf, die angekündigte Reform der EU-Tierschutzgesetzgebung endlich vorzulegen.
Seit 6 Jahren Stillstand
Bereits 2021 hatte die EU-Kommission zugesagt, die Käfighaltung schrittweise zu beenden und die Tierschutzvorschriften für landwirtschaftlich genutzte Tiere zu modernisieren. Trotz dieser Ankündigungen liegt bis heute kein entsprechender Gesetzesvorschlag vor. Gleichzeitig leben weiterhin rund 300 Millionen Tiere in der Europäischen Union in Käfigsystemen.
Klare Forderungen an die EU-Kommission
Die Forderungen an die EU-Kommission sind eindeutig: Der angekündigte Legislativvorschlag muss fristgerecht vorgelegt werden und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung des Tierschutzes enthalten. Dazu gehören insbesondere der schrittweise Ausstieg aus der Käfighaltung, das Verbot des Tötens männlicher Küken sowie die Schaffung einheitlicher und höherer Tierschutzstandards innerhalb der Europäischen Union.
Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen seit Jahren die erheblichen Belastungen für Tiere in Käfighaltung. Gleichzeitig sprechen sich große Teile der europäischen Bevölkerung für bessere Haltungsbedingungen und einen stärkeren gesetzlichen Schutz von Tieren aus.
Einheitliche Standards schaffen Fairness und mehr Tierschutz
EU-weite Regelungen sind auch deshalb notwendig, weil einzelne Mitgliedstaaten bereits höhere Tierschutzstandards eingeführt haben. Ohne gemeinsame europäische Vorgaben drohen Wettbewerbsnachteile für Betriebe, die in mehr Tierwohl investiert haben. Einheitliche Standards sorgen für faire Wettbewerbsbedingungen und schaffen Planungssicherheit für die Landwirtschaft.
Jetzt ist die EU-Kommission am Zug
Die Europäische Kommission steht nun in der Verantwortung, ihre Zusagen einzuhalten und die längst überfällige Reform des europäischen Tierschutzrechts auf den Weg zu bringen. Nur durch verbindliche gesetzliche Regelungen kann das Leid von Millionen Tieren nachhaltig reduziert werden. Unser gemeinsamer Tierschutzappell an die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, findet sich hier.
