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Industrielle Tierhaltung

14.06.26: Internationaler Tag gegen Tiertransporte: Wir brauchen endlich ein Verbot!

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Tiertransporte erneuert Menschen für Tierrechte seine Forderung nach einem konsequenten Verbot von Lebendtierexporten in außereuropäische Drittstaaten. Ein Bündnis von Organisationen appelliert an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer, sich auf nationaler und auf EU-Ebene für ein  Verbot von Drittlandexporten einzusetzen.

Die Missstände sind seit langem bekannt und wurden vielfach dokumentiert, doch noch immer werden jedes Jahr Zehntausende Rinder und andere Tiere von Deutschland aus in EU-Länder und in weit entfernte Drittstaaten wie Algerien, Marokko, Ägypten oder Syrien transportiert. Deutschland gehört in der EU zu den größten Exporteuren von Rindern zu angeblichen Zuchtzwecken. Die Tiere leiden auf Transportern und auf Schiffen tage- bis wochenlang unter Hitze oder Kälte, Durst, Hunger, Verletzungen, Stress und Angst. Am Zielort werden sie meist ohne Betäubung geschlachtet. Das im vergangenen Herbst vor der türkischen Küste gestrandete Transportschiff Spiridon II hat erneut vor Augen geführt, welches Schicksal auch Tiere aus Deutschland erwarten – insbesondere, wenn sie die EU verlassen.

Tierärzte fordern Transportverbot
Eine groß angelegte Kontrolle in Niedersachsen im April 2026, zeigte auf, dass Missstände bei Tiertransporten alltäglich sind. Bei über 70 Prozent der überprüften Transporte wurden Verstöße festgestellt. Das zeigt einmal mehr, dass Tiertransporte in weit entfernte Drittstaaten, wo die deutschen Behörden keinerlei Befugnisse mehr haben, nicht zu verantworten sind. Aus diesem Grund forderten auch die Amtsveterinär:innen beim 30. Deutschen Tierärztetag in 2025 ein nationales Verbot von Lebendtiertransporten in Drittstaaten.

Mehrheit fordert strengere Regelungen
Eine Umfrage vom 22. Januar 2026 zeigt: Die Mehrheit der EU-Bürger:innen lehnt diese tierquälerischen Tiertransporte ab und fordert strengere Regelungen. Mehr als acht von zehn (82 Prozent) Bürger:innen sind der Ansicht, dass lange Transporte unnötiges Leid für Tiere verursachen. Bis zu 84 Prozent befürworten strengere Regeln oder ein Verbot für trächtige oder nicht entwöhnte Jungtiere. Die Jungtiere erhalten nicht die notwendige Nahrung und sind extrem anfällig für Krankheiten. Fast neun von zehn Bürgern (89 Prozent) sind zudem der Meinung, dass der Transport von Tieren unter extremen Hitze- oder Kältebedingungen ein zusätzliches Tierschutz-Risiko darstellt.

Tierschutz endet nicht an EU-Außengrenze
Ein Bündnis von Sechs Organisationen appelliert deswegen an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer, dass Deutschland mit gutem Beispiel vorangeht und endlich ein Verbot von Tiertransporten in Drittstaaten in Deutschland auf den Weg bringt. Neben einem nationalen Verbot fordern die Organisationen zudem, dass sich Bundesminister Rainer auch auf EU-Ebene für ein Verbot von Drittlandexporten einsetzt. Die EU verhandelt seit Monaten über eine Novellierung der EU-Tiertransportverordnung. Der Europäische Gerichtshof hat bereits im Jahr 2015 klargestellt, dass die Einhaltung der EU-Tiertransportverordnung bis zum Bestimmungsort gewährleistet werden muss – auch wenn dieser in einem Drittland liegt. Faktisch sind Tiertransporte in Drittstaaten deswegen in den meisten Fällen illegal! Mehrere deutsche Gerichte haben mittlerweile anerkannt, dass von der Schlachtpraxis in Drittstaaten wie Marokko eine Gefahr für die Tiere ausgeht und sehen den Gesetzgeber in der Verantwortung, rechtliche Regelungen zu schaffen.

Nationales Verbot möglich und nötig
Dass ein solches nationales Verbot rechtlich machbar ist, belegen mehrere Gutachten. Ein nationales Verbot sollte zudem von der Verankerung eines sogenannten Umgehungstatbestandes begleitet werden, der den Umweg über einen anderen EU-Mitgliedstaat verhindert. Bundesminister Alois Rainer darf das Problem nicht auf die EU-Ebene abschieben. Auf nationaler Ebene sehen die Gerichte die Zuständigkeit eindeutig beim Bund. Die einzig rechtskonforme und ethisch vertretbare Schlussfolgerung ist ein generelles Verbot von Tiertransporten in Drittstaaten, sowohl für Tiere, die geschlachtet werden sollen als auch für Tiere, die als Zuchttiere deklariert werden! Die Bundesregierung muss endlich Farbe bekennen und sich für ein nationales und ein EU-weites Verbot dieser Todestransporte einsetzen. Die Deutschen haben bei der anstehenden Revision der EU-Transportverordnung eine gewichtige Stimme. Diese müssen sie im Sinne der leidenden Tiere nutzen!

Hier lesen Sie den gemeinsamen Appell der Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen als PDF.
Hier können Sie eine Petition unseres Partnervereins mit zeichnen: help.four-paws.org.