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Newsletter Tierrechte: Putenhaltung verstößt gegen Tierschutzgesetz / Stellungnahme Tierhaltungskennzeichnung

Newsletter Tierrechte vom 07.05.2026

Inhalt

  • Wegweisendes Urteil: Putenhaltung verstößt gegen Tierschutzgesetz
  • Positiv: EU-Chip-Pflicht für Hunde und Katzen
  • Mangelhaft: Geplante Tierhaltungskennzeichnung
  • Gefahr: Mercosur-Abkommen und die Folge für die Tiere
  • Termine

Liebe Leserinnen und Leser,

das Bundesverwaltungsgericht hat am 23. April 2026 ein Urteil gefällt, das die Putenhaltung in Deutschland grundlegend verändern könnte. Das Gericht bewertet die bisherigen Bedingungen in der Mast als nicht vereinbar mit dem Tierschutzgesetz. Basis für das Verfahren ist eine Verbandsklage unseres Mitgliedsvereins Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg e.V. gegen einen Betrieb im Landkreis Schwäbisch Hall. Nach jahrelangem Rechtsstreit steht nun fest: Die üblichen Bedingungen in der Putenmast verstoßen gegen das Tierschutzrecht. Kritisiert wurden vor allem die Haltungsbedingungen mit tausenden Tieren pro Stall, fehlenden Rückzugsmöglichkeiten und hohem Stress für die empfindlichen Tiere. Die freiwilligen Vorgaben der Branche reichen laut Gericht nicht aus. Das Urteil hat Signalwirkung für ganz Deutschland und stellt die bisherige Praxis der Putenmast grundsätzlich infrage. Gleichzeitig wächst der Druck auf die Politik, klare und verbindliche Regeln für eine bessere Tierhaltung zu schaffen.
Mehr zum Thema lesen Sie hier: www.tierrechte.de


Positiv: EU-Chip-Pflicht für Hunde und Katzen
Nach jahrelangem Kampf der Tierschutzorganisationen gibt es auch auf europäischer Ebene  Fortschritte für den Tierschutz: Das Europäische Parlament hat jetzt neue Regeln beschlossen, die den Schutz von Hunden und Katzen deutlich verbessern. Künftig sollen alle Tiere EU-weit verpflichtend mit einem Mikrochip gekennzeichnet und in einer Datenbank registriert werden. Dadurch können entlaufene Tiere schneller ihren Halterinnen und Haltern zugeordnet werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Bekämpfung des illegalen Welpen- und Katzenhandels. Durch mehr Transparenz und klare Registrierungspflichten sollen kriminelle Strukturen besser bekämpft werden. Auch der Online-Handel mit Tieren wird strenger geregelt, sodass deren Herkunft besser erkennbar wird. Zudem sollen Qualzuchten eingedämmt werden, damit Tiere nicht länger unter gesundheitsschädlichen Zuchtmerkmalen leiden. Mehr dazu lesen Sie hier: www.tagesschau.de


Mangelhaft: Geplante Tierhaltungskennzeichnung
Ab 2027 soll eine neue staatliche Kennzeichnung von Fleischprodukten mehr Transparenz für VerbraucherInnen schaffen.
Gemeinsam mit zwei weiteren Verbänden haben wir eine Stellungnahme zu dieser geplanten Tierhaltungskennzeichnung abgegeben. Wir befürworten zwar grundsätzlich eine Kennzeichnung von Produkten tierischen Ursprungs, sehen jedoch deutliche Mängel: Tierquälerische Haltungsformen werden in der geplanten Kennzeichnung nicht klar benannt. Die Bezeichnungen „Stall“ und „Stall und Platz“ beschönigen die tatsächlichen Haltungsbedingungen in der industriellen Tierhaltung. Zudem fehlt ein umfassendes Konzept für den Umbau der Tierhaltung. Aus unserer Sicht müssten insbesondere die niedrigsten Haltungsstufen langfristig auslaufen, um echte Verbesserungen für die Tiere zu erreichen. Ähnlich wie bei der jetzt beschlossenen Videoüberwachung in Schlachthöfen, bei der lediglich größere Schlachtbetriebe erfasst werden, ist zwar eine Veränderung grundsätzlich zu begrüßen. Die Vorhaben der Bundesregierung sind jedoch unzureichend und wirken nicht systemverändernd. Die komplette Stellungnahme zur Änderung der geplanten Tierkennzeichnung lesen sie hier als PDF.


Gefahr: Mercosur-Abkommen und die Folgen für die Tiere
Aktuelle Videoaufnahmen aus Rinderhaltungsbetrieben in Brasilien, Argentinien und Uruguay zeigen gravierende Missstände in der Tierhaltung. Diese Länder beliefern bereits jetzt den EU-Markt mit Rindfleisch, das unter Bedingungen produziert wird, die nicht den EU-Tierschutzstandards entsprechen. Mit Blick auf das seit Mai vorläufig geltende EU-Mercosur-Abkommen wird deutlich, welche Auswirkungen solche Importe haben können. Neben Missständen in der Tierhaltung sind auch die Umweltfolgen erheblich. Laut einer Studie im Fachjournal Nature Food ist Rindfleisch ein zentraler Treiber für die landwirtschaftlich bedingte Entwaldung weltweit.
Triggerwarnung: Das folgende Videomaterial zeigt teils schwere Missstände und kann emotional belastend sein: Ansehen auf YouTube (Video: Animal Welfare Foundation | Tierschutzbund Zürich)


Tipps & Termine


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www.tierrechte.de
www.transfarmation-deutschland.de
www.invitrojobs.de
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Menschen für Tierrechte e.V. setzt sich seit seiner Gründung 1982 auf rechtlicher, politischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene für die Anerkennung elementarer Tierrechte ein und kämpft gegen jeglichen Missbrauch von Tieren. Das langfristige Ziel ist eine grundsätzliche Veränderung des Mensch-Tier-Verhältnisses. Dem Dachverband mit Hauptsitz in Zülpich (früher Aachen) sind Vereine sowie private Fördermitglieder angeschlossen. Seine Stärke liegt im Zusammenwirken von Seriosität, Fachwissen und Lobbyarbeit auf höchster politischer Ebene. Dazu verfolgt der Verband einen Masterplan zum Ausstieg aus dem Tierversuch und eine Agrarwende von der tierischen zur pflanzlichen Eiweißproduktion. Um Landwirt:innen Alternativen aufzeigen, wie sie auch ohne sogenannte Nutztiere erfolgreich und nachhaltig wirtschaften können, betreibt Menschen für Tierrechte das Projekt TransFARMation. Um tierversuchsfreie Methoden voranzubringen, veröffentlicht der Verband das „Versuchstier des Jahres“, betreibt die Wissenschaftsplattform InVitro+Jobs für eine konsequente Förderung der tierversuchsfreien Forschung und setzt sich mit dem Projekt SATIS für eine humane Ausbildung ein. Weiterhin unterstützt der Verband das tierschutzkonforme Stadttaubenmanagement und gibt das Magazin tierrechte heraus. Neben einem Themenschwerpunkt informiert die Zeitschrift Journalisten, Wissenschaftler, Politiker, Behörden und Verbandsmitglieder über aktuelle Entwicklungen in der politischen Tierrechtsarbeit. Zudem erscheint zweimal monatlich der Tierrechte Newsletter. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte ist seit seiner Gründung als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar.

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