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Allgemein Tierversuche

31.03.26: Medikamente: Neuer Aktionsplan für tierversuchsfreie Entwicklung

Tierschutzorganisationen und Pharmaunternehmen haben einen gemeinsamen Ausstiegsplan für die tierversuchsfreie Entwicklung von Medikamenten entwickelt. Der Plan stellt die wichtigsten Maßnahmen vor, die Unternehmen ergreifen können, um den Übergang zu einer tierversuchsfreien Arzneimittel-Entwicklung und Wissenschaft zu beschleunigen.

Die Pharmaindustrie hat seit jeher ein großes Interesse an tierversuchsfreien Verfahren, weil diese meist preiswerter, schneller, zuverlässiger und aussagekräftiger sind als Tierversuche. Deswegen arbeiten die Pharmaunternehmen selbst an der Entwicklung alternativer Verfahren. Um die Entwicklungskosten von Arzneimitteln zu reduzieren, setzen Pharmaunternehmen, Auftragsforschungsinstitute, Biotechnologieunternehmen und Investmentbanken deswegen auch vermehrt auf Künstliche Intelligenz (KI). Sie sind überzeugt, dass sowohl KI als auch die Reduktion von Tierversuchen innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre die Entwicklungszeiten und -kosten von Arzneimitteln mindestens halbieren könnten. Die Entwicklung und Anerkennung neuer Methoden sind dennoch zeit- und kostenintensiv.

Plan stellt Maßnahmen für Unternehmen vor
Deswegen haben die Eurogroup for Animals, der europäische Dachverband der Tierschutzorganisationen, zusammen mit der britischen Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals (RSPCA) und den Pharmaunternehmen Novo Nordisk, Merck und Sanofi jetzt einen Ausstiegsplan für die tierversuchsfreie Entwicklung von Medikamenten vorgestellt. Der Plan stellt die wichtigsten Maßnahmen vor, die die einzelnen Unternehmen ergreifen können, um ihre internen Praktiken zu überprüfen und den Übergang zu einer tierversuchsfreien Wissenschaft zu beschleunigen. Die Maßnahmen werden anhand von Beispielen bestehender Initiativen und praktischen Beispielen veranschaulicht.

Nötig: Aufbau von Kooperationen und Zugänglichkeit von Technologien
Der neue Aktionsplan für eine tierversuchsfreie Arzneimittel-Entwicklung identifiziert beispielsweise Hemmnisse und Barrieren, fördert den Aufbau von Kooperationen und Netzwerken und erhöht den Austausch und die Zugänglichkeit von neuen Technologien. Außerdem empfiehl der Aktionsplan Investitionen in Infrastruktur und Ausbildung, die Stärkung interner Projektprüfungsprozesse und stellt Möglichkeiten für die Finanzierung vor. Der Plan soll als praktischer Leitfaden für die Unternehmen dienen, um Reflexion, Überprüfung und Handeln anzuregen. Er bietet Antworten auf die Frage: „Was können wir tun?“ und ergänzt bestehende Initiativen, wie den von Merck entwickelten Ansatz des „drei Körbe Prinzips“. Durch die Umsetzung dieser Maßnahmen können Pharmaunternehmen eine entscheidende Rolle dabei spielen, den Übergang zu einer tierfreien Wissenschaft zu beschleunigen.

Hier können Sie sich den Aktionsplan als PDF herunterladen: ACTION PLAN FOR COMPANIES to accelerate the transition to non-animal science in the pharmaceutical sector

Hier lesen Sie mehr zum Thema: www.eurogroupforanimals.org