Anlässlich des Internationalen Tags zur Beendigung der Fischerei am 28. März lenkt der Bundesverband Menschen für Tierrechte den Blick auf das immense Tierleid, das durch die industrielle Fischerei verursacht wird. Während Fische und Krebstiere in der Debatte um Fleischverzehr häufig übersehen werden, ist die Zahl getöteter Fische und anderer Meerestiere so gewaltig, dass sie nur in Tonnen gemessen wird. Die Fischerei vernichtet nicht nur unzählige Lebewesen, sondern zerstört auch marine Lebensräume und setzt enorme Mengen CO₂ frei. Um die marinen Ökosysteme zu bewahren, ist ein Ende der Ausbeutung der Meere unerlässlich. Wer den Geschmack von Fisch schätzt, findet in pflanzlichen Alternativen eine tierleidfreie Wahl.
Fischkonsum bleibt hoch – Bestände am Limit
Der Pro-Kopf-Verzehr von Fisch in Deutschland lag 2025 bei etwa 12,8 Kilogramm. Dazu zählen neben Fischen auch Krebse und Weichtiere wie Garnelen oder Krabben. Der globale Überkonsum hat dazu geführt, dass über 37 Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände als überfischt gelten. Neben den dramatischen Folgen für die Artenvielfalt und Ökosysteme sterben für den Fischkonsum unvorstellbar viele Wassertiere – in keiner anderen Form der Tiernutzung ist die Zahl der getöteten Individuen höher.
Kein Schutz für Tiere im Meer
Obwohl es in Deutschland verboten ist, Fischen anhaltende Schmerzen oder Qualen zuzufügen, bietet dies den Tieren weder beim Angeln noch auf hoher See Schutz. Besonders grausam ist die Grundschleppnetzfischerei: Schiffe ziehen riesige Netze über den Meeresboden, wobei die Tiere unter dem Gewicht ihrer Artgenossen zerquetscht oder durch den Druckunterschied beim Hochziehen innerlich verletzt werden. Viele Fische ersticken oder werden auf den Fabrikschiffen noch lebend ausgenommen. Zudem fallen unzählige Vögel, Schildkröten, Säugetiere und Jungfische dem Beifang zum Opfer.
Ein ökologisches und ökonomisches Desaster
Trotz dieser gravierenden Folgen ist die Grundschleppnetzfischerei nach wie vor die gängigste Methode, um Wildfische zu fangen. Laut einer Untersuchung der Meeresschutzinitiative National Geographic Pristine Seas gefährdet die Schleppnetzfischerei nicht nur wertvolle Lebensräume, sondern verursacht allein in Europa jährlich Schäden von bis zu zehn Milliarden Euro. Zudem schadet sie dem Klima: Durch das Aufwirbeln von Sedimenten am Meeresboden, die normalerweise CO₂ speichern, gelangen große Mengen des Treibhausgases in die Atmosphäre.
Aquakultur ist Teil des Problems
Auch die wachsende Aquakultur bietet keine Lösung, da sie nichts anderes ist als Massentierhaltung im Wasser. Um die gestressten Tiere bis zur Schlachtung durchzufüttern, werden massiv Antibiotika und Pestizide eingesetzt, was die Entstehung von Resistenzen begünstigt. Abwässer und Nährstoffüberschüsse zerstören die umliegenden Biotope. Zudem verschärft die Aquakultur die Überfischung: Rund ein Drittel des weltweiten Fischfangs wird zu Fischmehl und -öl verarbeitet – hauptsächlich für die Fütterung in Aquakulturen.
Tierleid stoppen – Meere schützen
Menschen für Tierrechte fordert ein Ende des Tierleids und der Naturzerstörung. „Indem wir unseren Fischkonsum überdenken und reduzieren, tragen wir nicht nur zum Tierschutz bei, sondern auch zum Erhalt unseres Planeten. Geben wir den Meeren die Chance zur Erholung, hat das weitreichende positive Effekte auf das Klima und hilft, eine lebenswerte Zukunft für alle zu sichern“, unterstreicht Christina Ledermann, Vorsitzende von Menschen für Tierrechte.
Wer den Geschmack von Fisch nicht missen möchte, findet in pflanzlichen Fischprodukten eine ethische Alternative.
Weitere Informationen zum Internationalen Tag zur Beendigung der Fischerei unter: end-of-fishing.com
