Die seit Langem erwartete Nouvelle der EU-Tierschutzgesetz soll bis Ende des Jahres kommen. Doch die Ankündigung des EU-Kommissars, nachdem es „pragmatische Regelungen mit angemessenen Übergangsfristen“ und je nach Tierart „unterschiedliche Ansätze“ geben solle, klingt nicht nach einem großen Wurf für die Tiere.
Auf den ersten Blick klingt es vielversprechend: Der für den Tierschutz zuständige ungarische EU-Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi will noch in diesem Jahr Gesetzesvorschläge für die Abschaffung der Käfighaltung bei sogenannten Nutztieren vorlegen. Außerdem sagte er am Mittwoch, 18. März 2026 vor dem Landwirtschaftsausschuss (AGRI) des Europaparlaments, dass er zudem in Kürze eine Strategie zum Umgang mit der Pelztierhaltung in der EU präsentieren will.
Nouvelle soll kommen – aber heißt das wirklich mehr Tierschutz?
Die EU-Tierschutzorganisationen warten seit Jahren auf eine Nouvelle der EU-Tierschutzgesetzgebung. Im Jahr 2020 unterzeichneten über 1,4 Millionen Europäer:innen die Bürgerinitiative „End the Cage Age“, um ein Ende der Käfighaltung in der EU zu fordern. Die EU-Kommission hatte damals zugesagt, bis 2023 Gesetzesvorschläge vorzulegen. Die Nouvelle sollte Gesetzesvorschläge enthalten, der die Käfighaltung bis 2027 schrittweise abschafft sowie Regelungen zu Haltung, Transport und Schlachtung und die Kennzeichnung von Tierprodukten. Nun soll die Nouvelle also endlich kommen.
Várhelyi will pragmatische Regelungen
Doch Vorsicht: Várhelyi machte klar, dass er dabei ausdrücklich nicht von einem pauschalen Verbot spreche, wie es „End the Cage Age“ gefordert hatte. Er betonte, dass es „pragmatische Regelungen mit angemessenen Übergangsfristen“ sowie je nach Tierart „unterschiedliche Ansätze“ geben solle. Details dazu nannte er nicht. Außerdem bestätige Várhelyi seine gegenüber den EU-Agrarministern im Januar gegebene Zusage, dass es „in wenigen Wochen“ eine Positionierung der EU-Kommission zum Umgang mit der Pelztierzucht in der EU geben wird.
EU-Bürger: innen wollen mehr Tierschutz
Die EU-Tierschutzorganisationen werden den weiteren Prozess aktiv und kritisch begleiten. Sie müssen damit rechnen, dass die starke Agrarlobby im Hintergrund alles daransetzt, um die Tierschutzfortschritte zu verwässern. Was die EU-Bürger: innen wollen haben sie klargemacht: Nach der letzten Eurobarometer-Umfrage spricht sich eine überwältigende Mehrheit von 84 Prozent dafür aus, sogenannte Nutztiere besser zu schützen. Auch das Ergebnis der im März 2023 erfolgreich abgeschlossenen EU-Bürgerinitiative „Fur Free Europe“ war eindeutig: Mehr als 1,7 Millionen EU-Bürger: innen forderten darin ein Ende der grausamen Pelzproduktion.
