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Newsletter Tierrechte: Videoüberwachung Schlachthöfe / Neue Klima-Studie: Ernährungssystem wichtigster Hebel

Newsletter Tierrechte vom 19.03.2026

Inhalt

  • Videoüberwachung muss für alle Schlachthöfe Pflicht werden
  • Klimaschutzprogramm: Bündnis mahnt Bundesregierung zum Handeln
  • Neue Klima-Studie: Ernährungssystem wichtigster Hebel
  • Zukunftsweisend: Fördermaßnahmen Leguminosen
  • Studie: Tötung heimischer Wirbeltiere auch wirtschaftlich sinnlos
  • Im Kino: Future Science: Das Ende der Tierversuche?
  • Termine

Liebe Leserinnen und Leser,
das Landwirtschaftsministerium (BMLEH) hat kürzlich einen Gesetzentwurf vorgelegt, nach dem künftig eine Videoüberwachung in Schlachthöfen Pflicht werden soll. Dies ist grundsätzlich zu begrüßen, löst jedoch nicht die strukturellen Probleme. Ein Kritikpunkt ist, dass die Überwachung nur für größere Betriebe gelten soll. Das bedeutet, dass von den rund 4.000 landesweit existierenden Schlachtbetrieben lediglich 232 videoüberwacht werden würden. Dabei räumt das Ministerium selbst ein, dass es in der Vergangenheit auch auf kleinen Schlachthöfen zu massiven Tierschutzverstößen kam. Deshalb appellieren Menschen für Tierrechte und andere Organisationen derzeit an die Bundesregierung, eine verbindliche Videoüberwachung unabhängig von der Größe eines Schlachtbetriebes einzuführen. Außerdem fordern die Organisationen strengere Vorschriften, häufigere Kontrollen, einen Tierschutz-TÜV und ein Verbot für Betäubungsmethoden wie die fehleranfällige elektrische Durchströmung im Wasserbad bei Geflügel oder die qualvolle Kohlendioxidbetäubung bei Schweinen.


Klimaschutzprogramm: Bündnis mahnt Bundesregierung zum Handeln
Eine Woche vor Ablauf der gesetzlichen Frist zur Vorlage eines neuen Klimaschutzprogramms haben am Mittwoch rund 90 Organisationen unter dem Dach des Deutschen Naturschutzrings, dem Dachverband der deutschen Natur-, Tier- und Umweltschutzorganisationen, einen gemeinsamen Appell veröffentlicht. Darin fordern sie die Bundesregierung auf, beim Klimaschutz endlich entschlossen zu handeln und ein wirksames, verbindliches Maßnahmenpaket vorzulegen. Bis zum 25. März 2026 muss die Bundesregierung ein Programm vorlegen, das den Pfad zur Treibhausgasneutralität mit seinen Zwischenzielen für 2030 und 2040 rechtssicher festschreibt. Doch schon jetzt ist klar: Mit den bestehenden Maßnahmen werden die Klimaziele verfehlt. Die Bundesregierung muss ein Programm vorlegen, das den Klimaschutzpfad bis 2040 verbindlich absichert und Planungssicherheit für Gesellschaft, Wirtschaft und kommende Generationen schafft.


Neue Klima-Studie: Ernährungssystem als wichtigster Hebel
Im Vorfeld zur Abgabe des Klimaschutzprogramms macht die am 17. März 2026 von der Denkfabrik Agora Agrar veröffentlichte Studie „Klimawirksamkeit der Ernährung in Deutschland“ klar: Wenn wir über Klimaschutz sprechen, darf unsere Ernährung nicht außen vor bleiben. Denn das gesamte Ernährungssystem – von der Düngemittelproduktion bis zum Kochtopf – verursacht gewaltige Klimaschäden, davon entfallen allein 70 Prozent auf den Konsum tierischer Produkte. Die größten Potenziale zur Reduktion sind laut der Studie eine stärker pflanzenbetonte Ernährung, die Wiedervernässung von landwirtschaftlich genutzten Mooren und die Nutzung von erneuerbaren Energien. Menschen für Tierrechte fordert Bundesminister Schneider und Landwirtschaftsminister Rainer auf, konkrete Maßnahmen für eine klimafreundlichere Ernährung zu verankern – etwa durch die Abschaffung der Mehrwertsteuer für pflanzliche Nahrungsmittel, den Ausbau pflanzlicher Eiweißträger, eine Reduzierung der Tierbestände und Prämien für Landwirt:innen, die auf eine pflanzliche Produktion umstellen. Hier lesen Sie unseren Kommentar.


Zukunftsweisend: Fördermaßnahmen Leguminosen
Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH) will den Anbau von Leguminosen in Deutschland mit neuen Fördermaßnahmen stärken. Menschen für Tierrechte begrüßt diesen Schritt als wichtigen Impuls für eine zukunftsfähige, pflanzenbasierte Landwirtschaft. Mit unserem Projekt TransFARMation unterstützen wir bereits heute Landwirt:innen bei der Umstellung auf eine pflanzenbasierte Produktion. Mehr zum Thema finden Sie hier.

 

 

 


Studie: Tötung heimischer Wirbeltiere auch wirtschaftlich sinnlos
Eine neue Studie aus Frankreich zeigt: Die Tötung heimischer Wirbeltier-„Schädlinge“ ist wirtschaftlich sinnlos! Jedes Jahr werden in Frankreich rund 1,7 Millionen Füchse, Marder und Rabenvögel getötet, um Schäden an Landwirtschaft und Eigentum zu reduzieren. Doch eine aktuelle Untersuchung der Universität Sorbonne zeigt: Die Kosten für Tötung und Kontrolle belaufen sich auf 103 bis 123 Millionen Euro pro Jahr, während die tatsächlich entstandenen Schäden nur auf 8 bis 23 Millionen Euro geschätzt werden. Jede zusätzliche Investition in die Tötung von Tieren bringt keinen messbaren Nutzen, im Gegenteil: Sie ist ein wirtschaftlicher Verlust. Abgesehen von den Zahlen ist die Tötung von sogenannten „Schädlingen“ grundsätzlich abzulehnen. Tiere werden in grausamen Fallen gefangen oder erschossen, oft unter erheblichem Leid.


Im Kino: Future Science: Das Ende der Tierversuche?
Wir freuen uns, Ihnen den Film „FUTURE SCIENCE“ vorzustellen! Der Film beleuchtet einen der tiefgreifendsten Umbrüche in der modernen Wissenschaft: Weg vom Tierversuch, hin zu modernsten humanbasierten Methoden. Eine neue Generation von Technologien ermöglicht heute eine nie dagewesene Simulation des menschlichen Körpers. So öffnen sich Wege, Krankheiten präziser zu verstehen, Medikamente sicherer zu entwickeln und die toxikologische Sicherheit von Chemikalien und Alltagsprodukten verlässlicher zu bewerten. Die Deutschlandpremiere findet in Köln im Filmpalast am 25. April um 19 Uhr statt. Neben dem Regisseur stehen auch einige der im Film porträtierten Wissenschaftler:innen für ein Filmgespräch im Anschluss zur Verfügung.
Alle Kinotermine finden Sie unter hier. Hier geht es zum Trailer. Weitere Infos zum Film gibt es auf der Webseite.


Tipps & Termine


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Menschen für Tierrechte e.V. setzt sich seit seiner Gründung 1982 auf rechtlicher, politischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene für die Anerkennung elementarer Tierrechte ein und kämpft gegen jeglichen Missbrauch von Tieren. Das langfristige Ziel ist eine grundsätzliche Veränderung des Mensch-Tier-Verhältnisses. Dem Dachverband mit Hauptsitz in Zülpich (früher Aachen) sind Vereine sowie private Fördermitglieder angeschlossen. Seine Stärke liegt im Zusammenwirken von Seriosität, Fachwissen und Lobbyarbeit auf höchster politischer Ebene. Dazu verfolgt der Verband einen Masterplan zum Ausstieg aus dem Tierversuch und eine Agrarwende von der tierischen zur pflanzlichen Eiweißproduktion. Um Landwirt:innen Alternativen aufzeigen, wie sie auch ohne sogenannte Nutztiere erfolgreich und nachhaltig wirtschaften können, betreibt Menschen für Tierrechte das Projekt TransFARMation. Um tierversuchsfreie Methoden voranzubringen, veröffentlicht der Verband das „Versuchstier des Jahres“, betreibt die Wissenschaftsplattform InVitro+Jobs für eine konsequente Förderung der tierversuchsfreien Forschung und setzt sich mit dem Projekt SATIS für eine humane Ausbildung ein. Weiterhin unterstützt der Verband das tierschutzkonforme Stadttaubenmanagement und gibt das Magazin tierrechte heraus. Neben einem Themenschwerpunkt informiert die Zeitschrift Journalisten, Wissenschaftler, Politiker, Behörden und Verbandsmitglieder über aktuelle Entwicklungen in der politischen Tierrechtsarbeit. Zudem erscheint zweimal monatlich der Tierrechte Newsletter. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte ist seit seiner Gründung als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar.

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