Newsletter Tierrechte vom 05.03.2026
Inhalt
- Norwegen stoppt Einsatz schnell wachsender „Turbo-Hühner“
- Wolf: Bejagung der falsche Weg
- EndTheCageAge: Verhandlung vor dem EUGH
- Tierquälerische Putenhaltung: EU-Behörde fordert Reformen
- Bitte mitmachen: Petition für verpflichtenden Brandschutz in Ställen
Liebe Leserinnen und Leser,
aus Norwegen kommen positive Nachrichten: Das Land will bis 2027 vollständig auf schnell wachsende „Turbo-Hühner“ verzichten und stattdessen auf tierfreundlichere Rassen umstellen. Norwegen ist damit das erste Land, das den Einsatz von sogenannten Masthühnern, die in nur vier Wochen ihr Schlachtgewicht erreichen, stoppt. Dies ist ein historischer Schritt, der das Leiden von Millionen Hühnern verringern könnte. Deutschland sollte dringend nachziehen. Mehr zum Thema lesen Sie hier.
Wolf: Bejagen ist der falsche Weg
Heute stimmt der Bundestag über die Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht ab. Menschen für Tierrechte hatte sich im Vorfeld gegen diesen Schritt positioniert: In unserer Stellungnahme sowie letzte Woche bei einer Demonstration vor dem Bundestag. Wirksamer Herdenschutz reduziert Übergriffe auf Schafe und andere Tiere nachweislich effektiver als Abschüsse. Natürlich ist jedes gerissene Schaf eines zu viel. Aber die häufig genannten 0,25 Prozent gerissenen Schafe (von 1,5 Millionen in Deutschland gehaltenen Schafen) zeigen, dass die politische Reaktion nicht verhältnismäßig ist. Zudem waren die betroffenen Schafe meist nicht optimal geschützt. Die Lösung kann deswegen nicht sein, ein streng geschütztes Wildtier zum Sündenbock zu machen. Was wir brauchen ist ein konsequent geförderter Herdenschutz und eine faktenbasierte Politik. Die Pressemitteilung vom Tierschutznetzwerk Kräfte Bündeln lesen Sie hier.
Käfighaltung: Verhandlung vor dem EUGH
Heute, am 5. März, startet die mündliche Verhandlung vor dem Europäischen Gerichtshof im Rahmen der Bürgerinitiative #EndTheCageAge. In diesem Verfahren wird die EU-Kommission für ihr Nicht-Handeln zur Rechenschaft gezogen. Als Teil der Eurogroup for Animals, dem europäischen Dachverband der Tierschutzorganisationen, beteiligen wir uns daran – damit die Stimmen der Bürger:innen gehört werden und das millionenfache Tierleid endlich endet! Zum Hintergrund: 2020 unterzeichneten über 1,4 Millionen Europäer:innen die Bürgerinitiative „End the Cage Age“, um ein Ende der Käfighaltung in der EU zu fordern. Die Kommission versprach, bis 2023 einen Gesetzesvorschlag vorzulegen, der die Käfighaltung bis 2027 schrittweise abschafft. Bis heute liegt kein konkreter Plan vor! Wir halten Sie auf dem Laufenden!
Tierquälerische Putenhaltung: EU-Behörde fordert Reformen
Die tierquälerischen Haltungsbedingungen in der Putenmast stehen seit Langem in der Kritik. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat nun erstmals eine wissenschaftliche Stellungnahme zu den Haltungsbedingungen von Puten veröffentlicht – mit klarem Ergebnis: Sie identifiziert gravierende Mängel wie hohe Besatzdichten, Lahmheit, Fußballenentzündungen, Federpicken und Stress und fordert strengere Haltungsstandards. Die Empfehlungen sind ein klarer Auftrag an die EU-Kommission, die versprochene Reform der EU-Tierschutzgesetzgebung umzusetzen und diese tierquälerische Haltungsform in allen Mitgliedstaaten zu verbieten. Die vollständige EFSA-Stellungnahme können Sie hier nachlesen.
Bitte mitmachen: Petition für verpflichtenden Brandschutz in Ställen
Jedes Jahr sterben in deutschen Tierhaltungsanlagen Zehntausende Tiere auf grausame Weise. Rinder, Schweine, Hühner und andere Tiere verbrennen bei lebendigem Leib, ersticken qualvoll oder werden von einstürzenden Dächern erschlagen. Trotz des hohen Brandrisikos in Tierställen fehlen oft grundlegende Brandschutzmaßnahmen wie geeignete Feuermelder, Sprinkleranlagen oder sichere Evakuierungsmöglichkeiten für die Tiere. Bitte beteiligen Sie sich an der Petition, die an die Bundesregierung, die Länderregierungen und zuständigen Behörden gerichtet ist.
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Menschen für Tierrechte e.V.
Severinusstr. 52
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Tel. 02252 – 830 12 10
E-Mail: info@tierrechte.de
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Menschen für Tierrechte e.V. setzt sich seit seiner Gründung 1982 auf rechtlicher, politischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene für die Anerkennung elementarer Tierrechte ein und kämpft gegen jeglichen Missbrauch von Tieren. Das langfristige Ziel ist eine grundsätzliche Veränderung des Mensch-Tier-Verhältnisses. Dem Dachverband mit Hauptsitz in Zülpich (früher Aachen) sind Vereine sowie private Fördermitglieder angeschlossen. Seine Stärke liegt im Zusammenwirken von Seriosität, Fachwissen und Lobbyarbeit auf höchster politischer Ebene. Dazu verfolgt der Verband einen Masterplan zum Ausstieg aus dem Tierversuch und eine Agrarwende von der tierischen zur pflanzlichen Eiweißproduktion. Um Landwirt:innen Alternativen aufzeigen, wie sie auch ohne sogenannte Nutztiere erfolgreich und nachhaltig wirtschaften können, betreibt Menschen für Tierrechte das Projekt TransFARMation. Um tierversuchsfreie Methoden voranzubringen, veröffentlicht der Verband das „Versuchstier des Jahres“, betreibt die Wissenschaftsplattform InVitro+Jobs für eine konsequente Förderung der tierversuchsfreien Forschung und setzt sich mit dem Projekt SATIS für eine humane Ausbildung ein. Weiterhin unterstützt der Verband das tierschutzkonforme Stadttaubenmanagement und gibt das Magazin tierrechte heraus. Neben einem Themenschwerpunkt informiert die Zeitschrift Journalisten, Wissenschaftler, Politiker, Behörden und Verbandsmitglieder über aktuelle Entwicklungen in der politischen Tierrechtsarbeit. Zudem erscheint zweimal monatlich der Tierrechte Newsletter. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte ist seit seiner Gründung als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar.



