Newsletter Tierrechte vom 19.02.2026
Inhalt
- Alarmierend: Landwirtschaftsministerium neu strukturiert
- SZ-Kommentar: Tierschutz wird Lobbys geopfert
- Tierversuche für Reinigungsmittel: Schritt in die richtige Richtung
- Wolf: Forscher warnen vor Jagd auf geschützte Arten
Liebe Leserinnen und Leser,
das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat gab am 10. Februar eine Neustrukturierung bekannt: Das eigens dem Umbau der landwirtschaftlichen Tierhaltung gewidmete Referat soll gestrichen werden. Das ist eine schlechte Nachricht. Landwirtschaftsminister Alois Rainer wickelt die Tierschutz-Fortschritte der Vorgängerregierungen ab – auf dem Rücken der Tiere. Bereits im September letzten Jahres kündigte er das Ende der staatlichen Förderung für den Umbau der Tierhaltung an. Damit konterkariert er den Koalitionsvertrag und ignoriert die Beschlüsse der Zukunftskommission Landwirtschaft und des „Kompetenznetzwerkes Nutztierhaltung“. Diese Gremien hatten empfohlen, die Förderung von tiergerechteren Ställen auszubauen und den Konsum und die Produktion tierischer Lebensmittel zu reduzieren. Mehr denn je ist jetzt eine geeinte Tierschutz- und Tierrechtsbewegung gefragt – und Konsument:innen, die pflanzlichen Lebensmitteln den Vorzug geben. Wir werden uns weiter gegen Rückschritte beim Tierschutz und für eine zukunftsfähige Agrar- und Ernährungspolitik einsetzen. Hier lesen Sie mehr.
SZ-Kommentar: Tierschutz wird Lobbys geopfert
Im letzten Newsletter hatten wir Sie darüber informiert, dass aufgrund massiven Drucks der Tierversuchsbefürworter die Bundesregierung ein eigenständiges Tierversuchsgesetz plant – sogenannte Versuchstiere sollen aus dem Tierschutzgesetz herausgelöst werden. Ein hervorragender Kommentar erschien daraufhin in der Süddeutschen Zeitung. Die Redakteurin Christina Berndt schreibt: „Wenn erst die Tierversuche aus dem Tierschutzgesetz genommen und gesondert geregelt werden: Wo wird der Tierschutz dann als Nächstes aufgeweicht? In einem eigenen Gesetz für die Nutzung von Tieren in der Landwirtschaft? Einem eigenen Gesetz für Züchter? Für Schlachthöfe? So wird der Tierschutz nur wieder stärker den Interessen verschiedenster Lobbygruppen untergeordnet. Nötig wäre eine Entwicklung in die entgegengesetzte Richtung: hin zu einem immer umfassenderen Schutz von Tieren. Das muss auch für die Forschung gelten. Die Botschaft muss klar sein: Wer Tiere wozu auch immer meint benutzen zu dürfen und sich über ihre Freiheit und ihre eigenen Interessen hinwegsetzen will, hat sein Handeln grundsätzlich dem Tierschutz unterzuordnen“.
Tierversuche für Reinigungsmittel: Schritt in die richtige Richtung
Im Gegensatz dazu traf das EU-Parlament im Januar eine wegweisende Entscheidung zum Verbot bestimmter Tierversuche. Während für fertige Haushaltsprodukte Tierversuche schon lange verboten waren, beschloss die EU nun durch die Überarbeitung der EU-Detergenzien-verordnung ein auch umfassendes Verbot von Tierversuchen für die Inhaltsstoffe von Wasch- und Reinigungsmitteln. Die neue Verordnung tritt ab Mitte 2029 in Kraft. Doch das Verbot ist nur ein Etappenerfolg, da sich die derzeitige EU-Chemikaliengesetzgebung noch immer stark auf Tierversuche stützt. Dies zeigt deutlich, wie dringend ein Fahrplan für die schrittweise Abschaffung von Tierversuchen in der Chemikaliensicherheit ist. Hier lesen Sie mehr.
Wolf: Forscher warnen vor Jagd auf geschützte Arten
Wissenschaftler:innen aus Baden-Württemberg warnen in einem Offenen Brief an die Landesregierung vor der Jagd auf geschützte Arten wie Wolf, Biber oder Saatkrähe. Dies würde die Konflikte mit der Landwirtschaft noch verschärfen. Um Konflikte zu verringern und diesen ökologisch wichtigen Arten Raum zu geben, plädieren sie für ein gezieltes Management statt pauschaler Bejagung. Beim Wolf könne ein Abschuss sogar mehr Risse verursachen, weil dadurch Rudelstrukturen gestört würden. Aus wissenschaftlicher Sicht sind Biber, Wolf und Krähe wichtige ökologische Schlüsselarten. Der Wolf fördert die Baumverjüngung in Wäldern, der Biber trägt zur Offenhaltung von Feuchtgebieten bei.
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Menschen für Tierrechte e.V. setzt sich seit seiner Gründung 1982 auf rechtlicher, politischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene für die Anerkennung elementarer Tierrechte ein und kämpft gegen jeglichen Missbrauch von Tieren. Das langfristige Ziel ist eine grundsätzliche Veränderung des Mensch-Tier-Verhältnisses. Dem Dachverband mit Hauptsitz in Zülpich (früher Aachen) sind Vereine sowie private Fördermitglieder angeschlossen. Seine Stärke liegt im Zusammenwirken von Seriosität, Fachwissen und Lobbyarbeit auf höchster politischer Ebene. Dazu verfolgt der Verband einen Masterplan zum Ausstieg aus dem Tierversuch und eine Agrarwende von der tierischen zur pflanzlichen Eiweißproduktion. Um Landwirt:innen Alternativen aufzeigen, wie sie auch ohne sogenannte Nutztiere erfolgreich und nachhaltig wirtschaften können, betreibt Menschen für Tierrechte das Projekt TransFARMation. Um tierversuchsfreie Methoden voranzubringen, veröffentlicht der Verband das „Versuchstier des Jahres“, betreibt die Wissenschaftsplattform InVitro+Jobs für eine konsequente Förderung der tierversuchsfreien Forschung und setzt sich mit dem Projekt SATIS für eine humane Ausbildung ein. Weiterhin unterstützt der Verband das tierschutzkonforme Stadttaubenmanagement und gibt das Magazin tierrechte heraus. Neben einem Themenschwerpunkt informiert die Zeitschrift Journalisten, Wissenschaftler, Politiker, Behörden und Verbandsmitglieder über aktuelle Entwicklungen in der politischen Tierrechtsarbeit. Zudem erscheint zweimal monatlich der Tierrechte Newsletter. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte ist seit seiner Gründung als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar.



