Eine kürzlich in neun EU-Mitgliedstaaten durchgeführte Umfrage belegt, dass eine Mehrheit der EU-Bürger:innen tierquälerische Tiertransporte ablehnt und strengere Regelungen fordert. Die Umfrage erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem das EU-Parlament die EU-Tiertransportverordnung prüft. Menschen für Tierrechte fordert die EU auf, die grausamen und völlig überflüssigen Transporte endlich zu verbieten.
Die Missstände sind seit langem bekannt und wurden vielfach dokumentiert, doch noch immer werden jedes Jahr über 40 Millionen Tiere innerhalb der EU-Länder und in weit entfernte Drittstaaten wie Algerien, Marokko, Ägypten oder Syrien transportiert. Die Tiere leiden auf Transportern und auf Schiffen tage- bis wochenlang unter Hitze oder Kälte, Durst, Hunger, Verletzungen, Stress und Angst. Am Zielort werden sie meist ohne Betäubung geschlachtet.
Mehrheit fordert strengere Regelungen
Eine aktuelle Umfrage zeigt jetzt: Die Mehrheit der EU-Bürger:innen lehnt diese tierquälerischen Tiertransporte ab und fordert strengere Regelungen. Mehr als acht von zehn (82 Prozent) Bürger:innen sind der Ansicht, dass lange Transporte unnötiges Leid für Tiere verursachen. Bis zu 84 Prozent befürworten strengere Regeln oder ein Verbot für trächtige oder nicht entwöhnte Jungtiere. Die Jungtiere erhalten nicht die notwendige Nahrung und sind extrem anfällig für Krankheiten. Fast neun von zehn Bürgern (89 Prozent) sind zudem der Meinung, dass der Transport von Tieren unter extremen Hitze- oder Kältebedingungen ein zusätzliches Tierschutz-Risiko darstellt.
EU plant Verschlechterungen
Diese Ergebnisse der von der Eurogroup for Animals in Auftrag gegebenen Umfrage erscheinen zu einem Zeitpunkt, an dem das Europäische Parlament die EU-Tiertransportverordnung prüft. Die vorgeschlagenen Änderungen stoßen jedoch auf Kritik der Tierschutzverbände. Diese gehen davon aus, dass die Änderungen die Situation der Tiere sogar noch verschlechtern könnten.
72 Prozent der Befragten äußerten sich besorgt über eine mögliche Abschwächung der EU-Vorschriften für den Transport lebender Tiere, und ebenso viele sprachen sich nachdrücklich für strengere nationale und EU-Gesetze aus. Über 12.500 Bürgerinnen und Bürger haben sich mit Briefen an ihre Europaabgeordneten gewandt und weitreichende Reformen gefordert.
Menschen für Tierrechte fordert Verbot
„Die Ergebnisse der Umfrage zeigen eindeutig, dass die EU-Bürger:innen mehr statt weniger Tierschutz wollen. Vor diesem Hintergrund ist es unverständlich, dass einige Politiker dennoch versuchen, den Schutz der Tiere beim Transport abzuschwächen. Wenn die EU eine Vorbildrolle beim Tierschutz einnehmen will, muss sie diese grausamen und völlig überflüssigen Transporte endlich verbieten. Bisher gehört Deutschland gehört auf EU-Ebene zu den größten Exporteuren von Rindern zu angeblichen Zuchtzwecken. Der Transport von Fleisch statt lebender Tiere bietet nicht nur ethische, sondern auch erhebliche wirtschaftliche und ökologische Vorteile. Deutschland sollte hier vorangehen. Mehrere Rechtsgutachten belegen, dass ein nationales Drittlandexportverbot möglich ist,“ fordert Christina Ledermann, Vorsitzende von Menschen für Tierrechte.
Die Eurogroup for Animals wird sich zusammen mit ihren Mitgliedsvereinen dafür einsetzen, dass die EU-Tiertransportverordnung die Tiere besser schützt. Menschen für Tierrechte ist Mitglied bei der Eurogroup. Die von Savanta durchgeführte Umfrage befragte zwischen Oktober und November 2025 8.531 Erwachsene in Belgien, Zypern, Frankreich, Irland, Italien, Polen, Portugal, Rumänien und Spanien. Hier können Sie sich die Umfrageergebnisse herunterladen.
