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02.10.2025: Zum Welttierschutztag: TransFARMation in der Landwirtschaft – Von der Kritik zum Zukunftsmodell

Der Welttierschutztag am 4. Oktober erinnert jedes Jahr daran, dass Millionen von Tieren unter den Bedingungen der industriellen Tierhaltung leiden. Dieses Landwirtschaftssystem mit seinem Fokus auf der Produktion tierischer Produkte steht wissenschaftlich und gesellschaftlich unter wachsender Kritik. Ob Tierquälerei, Nitratbelastung oder Methanausstoß – die industrielle Tierhaltung hat viele schädliche Facetten. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein auch unter den Landwirt:innen selbst, dass Landwirtschaft ganz anders gedacht werden kann – im Sinne einer Agrarwende, die ihnen eine tierfreie, nachhaltige und gleichzeitig wirtschaftliche Perspektive bietet. Mit dem Projekt TransFARMation begleitet das Team von Menschen für Tierrechte Landwirt:innen beim Ausstieg aus der „Nutztierhaltung“ und entwickelt gemeinsam mit ihnen alternative Betriebskonzepte. Der Fokus liegt auf einer pflanzenbasierten Produktion.

Während die Wissenschaft seit Langem eine stärker pflanzenbasierte Ernährung fordert und die Bevölkerung sich – laut einer aktuellen Studie – stärker pflanzlich ernähren möchte (1), bleibt die Politik bislang weit hinter den Erwartungen zurück. Notwendige politische Lenkungsmaßnahmen und Förderprogramme für eine Agrar- und Ernährungswende werden nur halbherzig umgesetzt oder fehlen komplett.

Begleitung in eine pflanzenbasierte Landwirtschaft
Was den Tierschutz wirklich voranbringt, ist der konsequente Wandel in der landwirtschaftlichen Praxis. Hier setzt das Projekt „TransFARMation“ von Menschen für Tierrechte an: Es begleitet konventionelle Tierhalter dabei, den Umstieg in eine tierfreie, pflanzenbasierte und klimaschonende Produktion zu schaffen. Mit individuellen Beratungsangeboten zeigt das Team mit landwirtschaftlichem Hintergrund, wie diese Transformation gelingt: Die schrittweise Umstellung auf pflanzenbasierte Produktion wie zum Beispiel die Kultivierung von Hülsenfrüchten als Eiweißquelle, die Umwandlung ehemaliger Stallflächen in Gemüse- oder Pilzanbau oder die Erprobung zukunftsweisender Technologien wie Indoor-Farming.

Wachsende Nachfrage nach pflanzlichen Nahrungsmitteln
Dass das funktioniert, zeigt das Beispiel der Schweiz: Hier wurden seit 2017 mehr als 130 Höfe umgestellt. Eine pflanzenbasierte Landwirtschaft und ökonomische Perspektiven sind dabei kein Widerspruch – im Gegenteil. Betriebe, die sich neu ausrichten, profitieren von der wachsenden Nachfrage nach pflanzenbasierten Nahrungsmitteln und schaffen bessere Zukunftschancen für sich selbst.

Belastungsgrenzen: Wir brauchen eine Abkehr vom derzeitigen System“
„Echter Tierschutz bedeutet nicht bessere Haltungsbedingungen, sondern eine grundlegende Abkehr vom derzeitigen System“, so Christina Ledermann, Vorsitzende von Menschen für Tierrechte. „Das Projekt TransFARMation verfolgt genau das, was die Wissenschaft seit Langem fordert: die pflanzenbasierte Planetary Health Diet. Nur mit ihr kann es gelingen, die Ausbeutung der Tiere im derzeitigen System zu überwinden und eine wachsende Weltbevölkerung innerhalb der ökologischen Belastungsgrenzen der Erde zu ernähren. Und das ist keine Kann-Option, sondern ein Muss, denn mittlerweile sind sieben der neun kritischen Belastungsgrenzen überschritten. (2)

Am Welttierschutztag macht Menschen für Tierrechte daher deutlich: Die Kritik an unserem Landwirtschaftssystem ist notwendig – ebenso aber der konstruktive Dialog mit den Landwirtinnen und Landwirten, die bereit sind, sich neu aufzustellen. Tierschutz lebt von konkreter Umsetzung und mutigen Veränderungen – nicht von leeren Versprechen und Placebo-Lösungen. TransFARMation weist dabei den Weg zu einer zukunftsfähigen Landwirtschaft.

www.transfarmation-deutschland.de

Sehen Sie hier den aktuellen Kurzfilm über die Arbeit von TransFARMation.

(1) GFI-Studie zeigt: Vier von zehn Menschen in Deutschland wollen sich künftig stärker pflanzenbetont ernähren
(2) Ein neuer Bericht des Planetary Boundaries Science Lab zeigt: Mittlerweile sind sieben der neun kritischen Belastungsgrenzen des Erdsystems überschritten. Überschreiten wir diese, setzen wir das Leben auf der Erde aufs Spiel, so die Wissenschaftler:innen.