In einem Offenen Brandbrief haben Menschen für Tierrechte und viele andere deutschlandweit agierenden Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen heute an maßgebliche politische Akteure auf Bundesebene die nachdrückliche Bitte gerichtet, das Amt der Bundestierschutzbeauftragten zu erhalten!
Folgende der Brief im Wortlaut sowie als pdf zum Download.
Sehr geehrte Damen und Herren,
der Presse haben wir – deutschlandweit agierende Tierschutzorganisationen sowie bekannte Einzelpersonen, zum Teil zusammengeschlossen in dem Tierschutznetzwerk Kräfte bündeln – entnommen, dass die neue Regierungskoalition plant, die Zahl der Beauftragten des Bundes zu reduzieren.
Wir bitten Sie nachdrücklich, das Amt der Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Tierschutz zu erhalten. Dieses Amt ist unentbehrlich!
Mit der Berufung einer Bundestierschutzbeauftragten im Jahr 2023 wurde eine unabhängige, parteipolitisch neutrale sowie fachlich versierte Unterstützung der Bundesregierung geschaffen, die ausschließlich dem Schutz unserer tierlichen Mitgeschöpfe verpflichtet ist. Nach einer repräsentativen Umfrage von Animal Society aus dem Jahr 2021 war die Zustimmung zur Schaffung eines solchen Amts mit 75 % der Gesamtbevölkerung sehr hoch.
Die Unabhängigkeit dieser Stelle ist Garant dafür, dass die Bundestierschutzbeauftragte – im Gegensatz zu allen anderen bundesbehördlichen Strukturen in Berlin – nicht im Interessenkonflikt zwischen Schutz und Nutzung in Bezug auf die Tiere steht. Vielmehr obliegt es ihr ausschließlich, sicherzustellen, dass die Interessen unserer stimmlosen Mitgeschöpfe in allen bundespolitischen Rechtsetzungsverfahren und sonstigen Vorhaben mit Tierschutzrelevanz Beachtung finden. Ein für den Tierschutz lange überfälliges politisches Mainstreaming, das aus unserer Sicht unverzichtbar ist. In dem am 5. Mai 2025 unterzeichneten Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD ist nun von einer erheblichen Reduzierung der Stellen die Rede – einige der Beauftragtenstellen wurden bereits abgeschafft. Deshalb richten wir uns heute an Sie, um ausdrücklich für den Erhalt des Amtes der Bundestierschutzbeauftragten zu appellieren.
Der Tierschutz ist keine bloße Parteipolitik, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die seit 2002 als im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankertes Staatsziel sogar Verfassungsrang hat. Die Festschreibung im Grundgesetz hat nicht nur einen enormen Wert, sie stellt darüber hinaus eine Verpflichtung aller handelnden staatlichen Akteure dar, die insbesondere von der Bundesregierung dringend ernst genommen werden muss, insbesondere in Zeiten, da grundgesetzlich verankerte Werte in vielfältiger Weise angegriffen werden.
Dementsprechend wichtig und lange überfällig war die Schaffung des Amts der Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Tierschutz in der vergangenen Legislatur.
Schon jetzt trägt das Amt in erheblichem Maß dazu bei, die Bundesregierung neutral und fachkundig im Hinblick auf Tierschutzbelange zu beraten und immer wieder an das Staatsziel Tierschutz zu erinnern. Zudem hat das Amt ein enormes Zukunftspotenzial, vorausgesetzt, es erhält den entsprechenden politischen Rückenwind. Viele Projekte der aktuell amtierenden Beauftragten der Bundesregierung für Tierschutz laufen außerdem bereits und sollten unbedingt weitergeführt werden (so z. B. der Runde Tisch Tierheime, der dem Tierschutz sehr dienlich ist).
Als Tierschutzorganisationen, die viele Wählerinnen und Wähler hinter sich vereinigen, rufen wir Sie heute dazu auf, Kontinuität in Sachen Tierschutz zu zeigen. Unsere eindringliche Bitte: machen Sie sich für den Erhalt des Amtes eines/einer Beauftragten der Bundesregierung für Tierschutz stark.
Pressestelle Menschen für Tierrechte
Christina Ledermann
Mobil: 0179/450 46 80
E-Mail: ledermann@tierrechte.de
Impressum:
Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
Severinusstr. 52
53909 Zülpich
Tel. 02252 – 830 12 10
Fax 02252 – 830 12 11
E-Mail: info@tierrechte.de
www.tierrechte.de
www.ausstieg-aus-der-tierhaltung.de
www.invitrojobs.de
www.satis-tierrechte.de
www.stadttauben.de
Tagesaktuelle Infos finden Sie auf unserer Facebookseite
Spendenkonto: Sparkasse Aachen
Bankleitzahl 390 500 00
IBAN DE02 3905 0000 0016 0079 73
Swift-Bic AACSDE33
Alle Spenden sind steuerlich abzugsfähig
Der Bundesverband Menschen für Tierrechte setzt sich seit seiner Gründung 1982 auf rechtlicher, politischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene für die Anerkennung elementarer Tierrechte ein und kämpft gegen jeglichen Missbrauch von Tieren. Das langfristige Ziel ist eine grundsätzliche Veränderung des Mensch-Tier-Verhältnisses. Dem Dachverband mit Hauptsitz in Zülpich (früher Aachen) sind Vereine sowie private Fördermitglieder angeschlossen. Seine Stärke liegt im Zusammenwirken von Seriosität, Fachwissen und Lobbyarbeit auf höchster politischer Ebene. Dazu verfolgt der Verband einen Masterplan zum Ausstieg aus dem Tierversuch und eine Agrarwende von der tierischen zur pflanzlichen Eiweißproduktion. Um Landwirt:innen Alternativen aufzeigen, wie sie auch ohne sogenannte Nutztiere erfolgreich und nachhaltig wirtschaften können, betreibt Menschen für Tierrechte die Webseite ausstieg-aus-der-tierhaltung. Um tierversuchsfreie Methoden voranzubringen, veröffentlicht der Verband das „Ersatzverfahren bzw. Replace des Jahres“ sowie das: „Versuchstier des Jahres“, betreibt die Wissenschaftsplattform InVitro+Jobs für eine konsequente Förderung der tierversuchsfreien Forschung und setzt sich mit dem Projekt SATIS für eine humane Ausbildung ein. Außerdem unterstützt der Verband das tierschutzkonforme Stadttaubenmanagement und gibt mehrmals im Jahr das Magazin tierrechte heraus. Neben einem Themenschwerpunkt informiert die Zeitschrift Journalisten, Wissenschaftler, Politiker, Behörden und Verbandsmitglieder über aktuelle Entwicklungen in der politischen Tierrechtsarbeit. Zudem erscheint zweimal monatlich der Tierrechte Newsletter. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte ist seit seiner Gründung als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar.


