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12.05.2025: Schutzstatus des Wolfes nicht herunterstufen

Am 8. Mai 2025 hat das Europäische Parlament beschlossen, den Schutzstatus des Wolfs von „streng geschützt“ auf „geschützt“ zu senken.  Wir haben uns in einem Schreiben an den neuen Umweltminister Carsten Schneider gewandt mit der dringenden Bitte, das Verfahren zur Herabstufung des Schutzstatus des Wolfes in Deutschland nicht umzusetzen und stattdessen auf besseren Herdenschutz zu setzen.

Hier unser Brief im Wortlaut

Sehr geehrter Herr Minister Schneider, sehr geehrter Herr Staatssekretär Flasbarth,

das Europäische Parlament hat am 8. Mai 2025 beschlossen, den Schutzstatus des Wolfs von „streng geschützt“ auf „geschützt“ zu senken. Wir sehen diesen Schritt mit großer Sorge, denn diese Entscheidung stellt einen besorgniserregenden Präzedenzfall für den europäischen Naturschutz dar. Gemäß der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) müssen Entscheidungen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Obwohl sich die Wolfspopulationen dank ihres strengen Schutzes erholen, befindet sich die Art in sechs von sieben biogeografischen Regionen der EU noch immer in einem ungünstigen Erhaltungszustand.

Untersuchungen aus verschiedenen Ländern zeigen zudem, dass nicht die Tötung von Wölfen, sondern fachgerechte Herdenschutzmaßnahmen die effektivste Möglichkeit sind, um Übergriffe von Wölfen zu reduzieren. In über 80 Prozent der Wolfsrisse in Deutschland fehlten korrekte Herdenschutzmaßnahmen. Daraus folgt, dass bei den meisten Wolfsübergriffen die Tierhalter:innen selbst verantwortlich sind, weil sie ihre Tiere nicht ausreichend schützen. Die Entscheidung, den Schutzstatus des Wolfes zu senken, ignoriert diese Erkenntnisse.

Insofern entsteht der Eindruck, dass die Entscheidung auf politischen Interessen statt auf Fakten basiert. Dieser Eindruck wird verstärkt durch die Tatsache, dass die Abstimmung im Europaparlament im Eilverfahren stattfand und der Umweltausschuss umgangen wurde. Dieser Trend zur Schwächung von Naturschutzgesetzen untergräbt die Glaubwürdigkeit der EU insgesamt. Neben dem politischen Schaden gefährdet dies die Erholung der Wölfe in ganz Europa.

Trotz des Votums des EU-Parlaments können die EU-Mitgliedstaaten den Wolf weiterhin streng schützen. Vor diesem Hintergrund appellieren wir an Sie, die Änderung der FFH-RL beziehungsweise das Verfahren zur Herabstufung des Schutzstatus des Wolfes in Deutschland nicht umzusetzen und stattdessen auf besseren Herdenschutz zu setzen.

Wir vertrauen auf Ihre Integrität und Ihr Verantwortungsbewusstsein, diese wichtige Schlüsselart zu schützen.

 


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