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Direkte Hilfe für Tiere: „Der Systemwechsel beginnt mit jedem geretteten Tier!“

Schwerpunkt des Bundesverbandes ist es, über politische Lobbyarbeit und Öffentlichkeitsarbeit den Systemwechsel weg von der Ausbeutung von Tieren zu erreichen. Nach unserem Verständnis beginnt dieser Systemwechsel mit jedem einzelnen Tier. Deswegen unterstützt der Bundesverband die ihm über Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter angeschlossenen Lebenshöfe und Notstellen zur Rettung von Tieren. Dies hilft nicht nur den Tieren, sondern auch den Menschen. Denn glückliche Tiere geben uns die Kraft, uns jeden Tag für einen grundlegenden Wandel im Mensch-Tier-Verhältnis einzusetzen. 

Trotz seiner politischen Ausrichtung hat der Bundesverband immer direkte Hilfe für Tiere geleistet, etwa indem er die Unterbringung von aus dem Zirkus befreiten Affen mitfinanzierte oder dauerhaft die Versorgung von Ponys übernimmt, die er aus einem Tierversuch freigekauft hat. Der Verband spendete große Beträge für befreite Schweine und Kühe, um sie vor weiterer Ausbeutung und letztlich der Schlachtung zu bewahren und unterstützte ehemalige Milchbauern, die die Milchwirtschaft aus Tierschutzgründen aufgaben. 

Hochwasser: praktische Hilfe vor Ort
Die letzte große Aktion war die sehr erfolgreiche Spendenkampagne für Tiere nach der Hochwasserkatastrophe, bei der rund 27.000 Euro zusammenkamen. Zusammen mit den 10.000 Euro, die der Bundesverband einbrachte, konnte unsere Geschäftsführerin und stellvertretende Vorsitzende Judith Reinartz vor Ort praktische Hilfe in Form von Geld und Sachspenden leisten und organisieren. Da durch die Flutkatastrophe viele Reptilien ihr Zuhause verloren, nahm sie kurzerhand eine Bartagame, eine Königsnatter, eine Königspython, ein Chamäleon und eine griechische Landschildkröte bei sich auf.  

Ein gutes Zuhause
Neben ihrer Tätigkeit als Geschäftsführerin des Bundesverbandes betreibt Judith Reinartz in ihrer Freizeit einen Lebenshof in Zülpich. Dieser bietet Tieren wie Schafen, Schweinen, Hühnern, Hähnen, Gänsen, Enten, Kaninchen und diversen Hunden und Katzen ein gutes Zuhause. Um Katzen und Katzenwelpen aufnehmen zu können, hat sie kürzlich den alten Schweinestall in ein katzengerechtes Zimmer umgebaut. Sie nimmt nicht nur Katzen auf und vermittelt sie, sie fängt in der ländlichen Umgebung auch Katzen ein und kastriert sie, um das Katzenelend zu beenden. 

Bundesverband hilft
Da mehrere Vorstandsmitglieder und Mitarbeiterinnen auch privat sehr engagiert direkte Hilfe für Tiere leisten, hat der Vorstand des Bundesverbandes kürzlich beschlossen, diese privaten Initiativen jährlich mit festen Beträgen zu unterstützen. Der Bundesverband wird damit nicht zum Träger der Höfe, es handelt sich lediglich um einen Zuschuss zu Material-, Futter- oder Tierarztkosten, um damit die Rettung weiterer Tiere, beziehungsweise die Pflege der vorhandenen Tiere, zu ermöglichen. 

Ausgezeichnetes Engagement
Außer dem Lebenshof in Zülpich betreibt auch die zweite stellvertretende Vorsitzende Susanne Pfeuffer zusammen mit ihrem Mann seit 2007 einen Gnadenhof in der Nähe von Würzburg. In Gollachostheim leben über 150 Tiere, unter anderem Hunde, Katzen, Schweine, Ziegen, Kaninchen, Hühner und Esel. Die ehemaligen “Nutztiere“ wie Schweine, Ziegen und Hühner bewahrte sie so vor der sicheren Schlachtung. Auch viele der ehemaligen Straßenhunde aus Russland, Ungarn, Spanien oder der Ukraine drohte die Tötung. Die Kaninchen und Meerschweinchen waren nicht mehr erwünscht, sei es als „Haus- oder Zuchttiere“ oder Susanne Pfeuffer übernahm sie aus schlechten Haltungen. Der Hof, für den sie einen eigenen Verein gegründet hat, finanziert sich ausschließlich durch Eigeninitiative, Tier-Patenschaften und Spenden. Für ihr Engagement wurde Susanne Pfeuffer 2011 der Bayerische Tierschutzpreis verliehen, 2012 erhielt sie den Bundesverdienstorden. 

Auf das Huhn gekommen
Auch Christina Ledermann, die Vorsitzende des Bundesverbandes, hat kürzlich ihren Traum wahr gemacht. Sie lebt jetzt auf einen ehemaligen Bauernhof im niedersächsischen Wendland. Wegen des ländlichen Katzenelends begann auch sie direkt mit der Kastration und Vermittlung von Katzen. Kurz darauf zogen die ersten ehemaligen Legehennen ein. Unter den Obstbäumen auf der großen Weide dürfen die „Damen“ nun ein beschauliches Leben jenseits der Eierproduktion verbringen. Sobald Hühnerstall und Auslauf vergrößert sind, sollen weitere gerettete Hühner einziehen. Christina Ledermann möchte die Rettung der Hühner damit verknüpfen, um vor Ort über das Schicksal der Hennen in der Eierproduktion aufzuklären. Sobald Ställe und Zäune fertiggestellt sind, sollen weitere gerettete Tiere hier gut leben dürfen.  

Ein Herz für Ratten
Ein anderes unterstützenswertes Projekt betreibt die Biologin und Mitarbeiterin des Bundesverbandes Dr. Christiane Hohensee. Ihr Herz schlägt besonders für Ratten, für die sie eine Notstelle in Berlin betreibt. Sie übernimmt gefundene, ausgesetzte oder Tiere aus Fällen von Animal-Hording, unter anderem von der Vermittlungsstelle Rattenhausen. Sie hält die sozialen Tiere artgerecht in Gruppen ab 4 bis 5 Tieren. Wenn möglich, leben beide Geschlechter zusammen. Um unkontrollierte Vermehrung zu verhindern, werden die Männchen kastriert. Damit die intelligenten Nager genügend Platz haben, leben sie in großen Käfiganlagen von fast 1,70 Meter Höhe. Die Stockwerke hat Christiane Hohensee unterteilt und mit Häuschen, Flauschtunnel, Grasnester bestückt, damit sich die agilen Tiere auf vier Stockwerken austoben können. Sie versucht den Tieren den Lauf der Natur nahezubringen, indem sie ihnen Hagebutten, Blätter, Flechten, Nüsse und Blüten anbietet. Wenn sie Auslauf haben, machen die Tiere allerlei Unfug. Sie graben die Blumenerde aus, verschleppen die Computermaus, die Papiertaschentuchbox oder verstecken Leckereien in ihrem Lager unter der Couch. Inzwischen melden sich immer mehr Menschen, die Wildratten bei ihr abgeben. Dank ihrer Erfahrung und ihrer Geduld gelingt es ihr, sogar die Kleinen aufzuziehen, obwohl diese teilweise noch geschlossene Augen und Ohren haben. 

Kraft für den Systemwechsel
Beim Bundesverband beschäftigt sich Christiane Hohensee mit tierversuchsfreien Verfahren. In der Berliner Tierversuchskommission setzt sie sich dafür ein, dass Tierversuche durch tierversuchsfreie Verfahren ersetzt werden. Auch, wenn hier immer wieder kleine Erfolge erzielt werden können, ist diese Arbeit sehr belastend. Allein das Wissen, was in den Laboren der Hauptstadt mit Tieren geschieht, ist für einen empathischen Menschen schwer zu ertragen. Ebenso geht es Judith Reinartz, Susanne Pfeuffer und Christina Ledermann. Sie retten nicht nur Tiere und klären andere Menschen darüber auf, was mit den Tieren auf Transportern, Mastanlagen und Schlachthäusern geschieht, sie ziehen auch Kraft aus den glücklichen Tieren, die sie umgeben. Kraft, die wir alle brauchen, um weiter für den Systemwechsel zu kämpfen.