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Fragen und Antworten zur EU-Bürgerinitiative gegen Tierversuche

Die Europäische Bürgerinitiative „Save Cruelty Free Cosmetics“ fordert von der Europäischen Kommission:

  • die Einhaltung und Stärkung des Kosmetik-Tierversuchsverbots
  • die Umgestaltung des EU-Chemikalienrechts
  • die Erarbeitung eines konkreten Plans zum Ausstieg aus dem Tierversuch

Als Mitglied der Eurogroup for Animals und der European Coalition to End Animal Experiments (ECEAE) unterstützt der Bundesverband Menschen für Tierrechte diese Initiative.

Fragen und Antworten zur Europäischen Bürgerinitiative

1. Sind Tierversuche in der Kosmetik in der EU nicht bereits verboten?

2. Was ist eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) und was ist der Unterschied zu einer „normalen“ Unterschriftensammlung?

3. Warum ist jetzt die richtige Zeit für die EBI?

4. Wie wurde die Kampagne ins Leben gerufen?

5. Was passiert, wenn die EBI scheitert?

6. Wer ist in die EBI involviert?

7. Wie wirken sich die jüngsten Entscheidungen der ECHA-Beschwerdekammer auf tierversuchsfreie Kosmetik aus?

8. Welche Kosmetikinhaltsstoffe werden unter REACH an Tieren getestet?

9. Ist Kosmetik ohne Tierversuche sicher?

10. Was ist die Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit und welche Auswirkungen hat sie auf Tierversuche?

11. Sie fordern einen Ausstieg aus dem Tierversuch, aber braucht es nicht noch Tierversuche, zum Beispiel für die Entwicklung neuer Impfstoffe und Medikamente?

12. Welche Kriterien muss ich erfüllen, um zur Unterzeichnung der EBI berechtigt zu sein?

13. Ich bin aus einem nicht EU-Land – kann ich unterschreiben?

14. Kann meine Unterschrift wirklich etwas bewirken?

1. Sind Tierversuche in der Kosmetik in der EU nicht bereits verboten?

Tierversuche für Kosmetikprodukte und deren Inhaltsstoffen sind in der EU seit 2009 verboten. Im März 2013 folgte ein Verkaufsverbot innerhalb der EU von an Tieren getesteten Kosmetikprodukten und Inhaltsstoffen. Diese Verbote – enthalten in der Kosmetikverordnung – wurden verabschiedet, um sicherzustellen, dass Tiere für die Entwicklung und Vermarktung von Kosmetika und deren Inhaltsstoffen nicht leiden und tierversuchsfreie Testmethoden zur Gewährleistung der Sicherheit eingesetzt werden.
Trotz dieser Verbote fordert die Europäische Chemikalienagentur (ECHA), unterstützt von der Europäischen Kommission und der ECHA-Beschwerdekammer, weiterhin neue Tierversuche für Chemikalien, die als kosmetische Inhaltsstoffe im Rahmen der REACH-Verordnung verwendet werden. Dieses Vorgehen, das inzwischen sogar für ausschließlich in Kosmetika eingesetzten Substanzen angewendet wird, untergräbt die Verbote und widerspricht der Absicht des Gesetzgebers, nämlich, dass Tiere nicht mehr für Kosmetik leiden und sterben sollen.
Die ECHA, die EU-Kommission und die ECHA-Beschwerdekammer argumentieren, dass die Tierversuche zum Schutz der Arbeiter und unserer Umwelt erforderlich seien, da die Kosmetikverordnung nur die Verbrauchersicherheit abdecke. Mit dieser Sichtweise wird eine künstliche Kluft geschaffen zwischen Verbrauchern und Arbeitern, zudem wird die langjährige sichere Verwendung vieler dieser Inhaltsstoffe missachtet, ebenso wie die gesetzliche Verpflichtung, nach Möglichkeit tierversuchsfreie Methoden anstelle von Tierversuchen einzusetzen.

2. Was ist eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) und was ist der Unterschied zu einer „normalen“ Unterschriftensammlung?

Die meisten Unterschriftensammlungen und Online-Petitionen unseres Vereins dienen als Appelle an Politiker, um die Bürgermeinung zu verdeutlichen.
Im Unterschied dazu ist eine EBI ein Instrument, mit dem europäische Bürger die Europäische Kommission auffordern können, neue Rechtsvorschriften zu einem bestimmten Thema vorzuschlagen. Damit eine EBI von der Kommission in Erwägung gezogen werden kann, muss sie von mindestens einer Million EU-Bürgern innerhalb eines Jahres in Form von Unterschriften unterstützt werden. Im Gegensatz zu einer Petition wendet sich eine EBI direkt an die Kommission und kann zu Änderungen des EU-Rechts führen.

3. Warum ist jetzt die richtige Zeit für die EBI?

Die bahnbrechenden Tierversuchsverbote für Kosmetika – die ein Sieg für den Tierschutz waren, der auf jahrzehntelanger Kampagnenarbeit beruht – sind in Gefahr. Die Haltung der ECHA und der Europäischen Kommission, dass selbst Chemikalien, die ausschließlich als kosmetische Inhaltsstoffe verwendet werden, an Tieren getestet werden sollen, untergräbt das Verbot vollständig und widerspricht seinem Zweck und der öffentlichen Erwartung, nämlich dafür zu sorgen, dass Tiere für Kosmetik nicht mehr leiden und sterben.

Die Chemikalienbehörde ECHA verlangte im Rahmen der EU-Chemikalienverordnung REACH von einem Unternehmen, Tierversuche für zwei Substanzen durchzuführen, die ausschließlich in Kosmetika eingesetzt werden. Der Hersteller legte Beschwerde bei der ECHA-Beschwerdekammer ein. Im August 2020 entschied diese, dass das Unternehmen die Tierversuche durchführen muss. Diese Position wurde von der EU-Kommission unterstützt. Die Entscheidung der Beschwerdekammer bedeutet, dass das Kosmetik-Testverbot hinfällig ist und es für alle Kosmetikunternehmen – einschließlich der Marken, die ein tierversuchsfrei-Siegel tragen – praktisch unmöglich wird, ihre Produkte zu vermarkten, die keinen Inhaltsstoff enthalten, der nicht unter REACH getestet wurde, wird oder werden könnte. Wir müssen dringend handeln, um der EU-Kommission und der ECHA deutlich zu machen, dass Europas Bürger das Zunichtemachen des Kosmetik-Tierversuchsverbots, nicht hinnehmen werden.
Erschreckenderweise kommt hinzu, dass die kürzlich veröffentlichte Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit (CSS) der Europäischen Kommission – die eine neue langfristige Vision für die EU-Chemikalienpolitik darstellt – zu einer massiven Erhöhung der Tierversuche führen könnte. Wenn man sich weiterhin auf Tierversuche verlässt, wird das EU-Ziel einer giftfreien Umwelt keinesfalls erreicht werden. Noch dazu könnte die CSS das Tierversuchsverbot für Kosmetika weiter aushöhlen und dazu führen, dass bestehende Kosmetikinhaltsstoffe sowie neue Inhaltsstoffe noch mehr Tierversuchen unterzogen werden.
Wir müssen jetzt handeln, um das Tierversuchsverbot für Kosmetika zu erhalten und zu stärken und um die Einführung neuer Tierversuchsvorschriften für alle Chemikalien zu verhindern. Wir brauchen einen Ausstieg aus allen Tierversuchen in der EU! Mit der EBI geben wir den europäischen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, ihre Stimme zu erheben.

4. Wie wurde die Kampagne ins Leben gerufen?

Wir kämpfen seit einiger Zeit dagegen, dass das EU-Kosmetik-Tierversuchsverbot zunichtegemacht wird.
Im Dezember 2020 haben wir uns zusammen mit anderen Tierschutzgruppen und über 450 Herstellern tierversuchsfreier Kosmetik in einem gemeinsamen offenen Brief an wichtigste EU-Institutionen sowie an die Presse in ganz Europa gewandt. Ohne Erfolg.
Wir mussten mehr tun, damit Europas Entscheidungsträger die Stimmen der Bürger hören. Unsere Dachverbände, die European Coalition to End Animal Experiments und Eurogroup for Animals, sowie Cruelty Free Europe, PETA, und HSI Europe, entschlossen sich, mit einer Europäischen Bürgerinitiative ein starkes Signal zu setzen. Dazu wurden die beiden Firmen The Body Shop und Dove mit ins Boot geholt. Diese Unternehmen setzen sich seit langem gegen die verheerenden Auswirkungen von REACH auf tierversuchsfreie Produkte ein. Wir bitten alle, denen ein Europa ohne Tierversuche am Herzen liegt, alles zu tun, um die EBI zum Erfolg zu führen!

5. Was passiert, wenn die EBI scheitert?

Wir setzen natürlich alles daran, dass die EBI erfolgreich wird und wir wissen, dass die Mehrheit der Menschen in Europa hinter unseren Forderungen stehen. Eine Umfrage im Jahr 2020 ergab, dass drei Viertel (74%) der Erwachsenen in den EU-Mitgliedstaaten der Meinung ist, dass Tierversuche für kosmetische Produkte und deren Inhaltsstoffe keinesfalls akzeptabel sind. Fast drei Viertel (72 %) stimmten zu, dass die EU verbindliche Ziele und Fristen für den Ausstieg aus dem Tierversuch festlegen sollte, und sieben von zehn (70 %) fanden, dass alle Tierversuche vollständig durch tierversuchsfreie Methoden ersetzt werden sollen. Wir sind daher zuversichtlich, dass wir es schaffen können und dass durch die EBI die Stimmen der EU-Bürgerinnen und Bürger laut und deutlich zu hören sein wird.
Wir sind uns jedoch bewusst, dass es nicht einfach sein wird, die erforderliche Anzahl verifizierter Unterschriften zu erreichen, insbesondere vor dem Hintergrund der anhaltenden Corona-Beschränkungen in vielen Bereichen. Es wird auch nicht einfach sein, die Europäische Kommission dazu zu bringen, die von uns angestrebten Änderungen vorzunehmen. Dies müssen wir jedoch so gut es geht versuchen. Es wird ein langwieriger Prozess, aber wir werden nicht aufgeben, bis die EU vollständig tierversuchsfrei ist.

6. Wer ist in die EBI involviert?

Die EBI wird von einer Koalition von den Dachverbänden European Coalition to End Animal Experiments, Eurogroup for Animals, Cruelty Free Europe, PETA, und HSI Europe organisiert, und sie wird von einer Reihe von tierversuchsfreien Kosmetikfirmen unterstützt. Und natürlich von Ihnen, den europäischen Bürgerinnen und Bürgern!

7. Wie wirken sich die jüngsten Entscheidungen der ECHA-Beschwerdekammer auf tierversuchsfreie Kosmetik aus?

Die Aushöhlung des Tierversuchsverbots für Kosmetika ist mittlerweile so weitreichend, dass es für Unternehmen immer schwieriger wird, Produkte ohne die Verwendung von Inhaltsstoffen herzustellen, die nicht unter REACH an Tieren getestet wurden oder werden könnten. Das gilt selbst für Inhaltsstoffe, die seit vielen Jahren sicher in Kosmetik verwendet werden.
Unterzeichnen Sie nicht nur die EBI, sondern achten Sie bitte auch beim Einkauf auf die tierversuchsfreien Siegel.

8. Welche Kosmetikinhaltsstoffe werden unter REACH an Tieren getestet?

Die Entscheidung der ECHA-Beschwerdekammer vom August 2020 betraf zwei Inhaltsstoffe, die üblicherweise als Sonnenschutzmittel verwendet werden. Das Problem geht jedoch viel weiter, einschließlich neuer Anträge der ECHA auf Tierversuche mit häufig verwendeten Tensiden und Konservierungsmitteln. Einige bekannte Inhaltsstoffe, die unter REACH neuen Tierversuchen unterzogen werden, sind Propylparaben, Natriumlaurylsarcosinat und Kieselsäure. Viele weitere Inhaltsstoffe, welche in Kosmetika verwendet werden, werden bald betroffen sein, sollten wir keinen Erfolg haben. Diese Tests bedeuten das Leid und den Tod von vielen Tausend Kaninchen, Ratten und anderen Tieren.
Nebst ethischer Bedenken in Bezug auf das Leiden von Tieren bestehen auch erhebliche Bedenken hinsichtlich der Übertragbarkeit und Vorhersagbarkeit von Tierversuchen. Die Ausarbeitung einer ehrgeizigen Strategie zur schrittweisen Einstellung der Verwendung von Tieren in der Forschung und Risikobewertung wird die Entwicklung tierversuchsfreier Methoden anregen. So hatten beispielsweise Kosmetikunternehmen als Reaktion auf die EU-Verbote massiv in tierversuchsfreie Methoden investiert – viele neue tierversuchsfreie Technologien und Methoden wurden infolgedessen entwickelt und werden nun weltweit zur Gewährleistung der Verbrauchersicherheit und auch in der Risikobewertung anderer Chemikalien eingesetzt. Wir glauben, dass es starke wissenschaftliche, ethische und wirtschaftliche Argumente dafür gibt, die Verwendung von Tieren in der EU zugunsten moderner, für den Menschen relevanter Ansätze einzustellen.

9. Ist Kosmetik ohne Tierversuche sicher?

Sichere Kosmetik ohne Tierversuche ist keine neue Idee – viele Unternehmen sind seit Jahrzehnten tierversuchsfrei.
Tatsächlich können Kosmetika ohne Tierversuche sogar sicherer sein. Toxizitätstests an Tieren gehen davon aus, dass die Wirkung eines Produkts oder Inhaltsstoffs auf Tiere eine Vorhersage darüber zulässt, was in Menschen oder in der Umwelt passieren wird, aber es mehren sich erhebliche Bedenken, dass dies nicht der Fall ist.
Viele gesetzlich vorgeschriebene Tierversuche sind nicht einmal formal validiert, was bedeutet, dass ihre wissenschaftliche Grundlage, Verlässlichkeit und Relevanz für den Menschen nicht ausreichend belegt sind. Sogar validierte Tests können unzuverlässig sein und bei Wiederholung unterschiedliche Ergebnisse liefern.
Angesichts der biologischen Unterschiede zwischen Menschen und jenen Tieren, die in Toxizitätstests häufig verwendet werden, der unrealistischen Dosierungen in den Tests, und der unnatürlichen und stressigen Bedingungen, denen die Tiere im Labor ausgesetzt sind, ist es nicht verwunderlich, dass Ergebnisse aus humanrelevanten Alternativen Menschen besser schützen können.
Das Verbot von Tierversuchen für die Herstellung und Vermarktung von Kosmetika führte zu einem regelrechten Boom in der Entwicklung von tierversuchsfreien Methoden zur Sicherheitsbewertung von Kosmetika und deren Inhaltsstoffen. Überlegene Ansätze, die modernste Werkzeuge wie dreidimensionale Gewebemodelle und fortschrittliche Computersimulationen beinhalten, werden heutzutage routinemäßig verwendet, um die Sicherheit von Kosmetika zu gewährleisten, ohne Tieren Leid anzutun.
Wichtig ist auch zu erwähnen, dass viele der kosmetischen Inhaltsstoffe, für die neue Tierversuchsanträge gemäß REACH gestellt werden, schon lange sicher von Menschen verwendet werden.
Für den seltenen Fall, dass die Sicherheit eines kosmetischen Produkts oder Inhaltsstoffs nicht mit tierversuchsfreien Methoden gewährleistet werden kann, sollten diese einfach nicht verwendet werden.

10. Was ist die Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit und welche Auswirkungen hat sie auf Tierversuche?

Mit der neuen EU-Chemikalienstrategie wollen die EU und ihre Mitgliedstaaten Innovationen unterstützen, um sicherere Produkte zu entwickeln, giftige Chemikalien einzuschränken und die Exposition der Menschen gegenüber gesundheitsschädlichen Chemikalien zu begrenzen. Leider könnte der Ansatz, den die Kommission und die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) nun bezüglich neuer Chemikaliengesetze verfolgen, dazu führen, dass Millionen weitere Tiere in grausamen Tierversuchen leiden. So sehr wir die Ziele der Strategie unterstützen – mehr Tierversuche werden nicht dazu beitragen, die Gesundheit der Menschen oder Umwelt zu schützen.
Unsere EBI fordert die Europäische Kommission auf, die Chemikalienverordnung dahingehend umzugestalten, dass der Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt gewährleistet wird, indem Chemikalien ohne neue Tierversuchsanforderungen gehandhabt werden.
Dies bedeutet, dass die Europäische Union moderne Ansätze nutzen sollte, um einen effizienten, für den Menschen relevanten und kosteneffizienten Ansatz für die Bewertung und den Umgang mit der potenziellen Giftigkeit von Chemikalien zu gewährleisten. Um einen besseren Schutz zu erreichen, müssen neue wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt werden, um das Schadenspotenzial von Chemikalien effektiver und effizienter zu verstehen und zu regulieren. Die Chemikalienstrategie sollte eine Gelegenheit dafür sein, Regelungen zukunftsfähig zu machen, um schnelle Anpassungen an technische Fortschritte und die sofortige Übernahme bestehender und neu entwickelter tierversuchsfreier Technologien zu ermöglichen. Nicht zuletzt, um unsere Fähigkeit zur Charakterisierung und Regulierung von Chemikalien zu verbessern, muss dringend in tierversuchsfreie Ansätze der nächsten Generation investiert werden.

11. Sie fordern einen Ausstieg aus dem Tierversuch, aber braucht es nicht noch Tierversuche, zum Beispiel für die Entwicklung neuer Impfstoffe und Medikamente?

Elf Jahre nach der Verabschiedung der Richtlinie 2010/63/EU zu Tierversuchen, welche Hoffnungen weckte, dass die wissenschaftliche Forschung in der Europäischen Union zu tierversuchsfreien Methoden übergehen würde, zeigen offizielle Statistiken, dass dieses Ziel nur schleppend verfolgt wird. Die Zahl der Tierversuche ist relativ gleichbleibend – von 11,4 Millionen im Jahr 2015 auf 11,2 Millionen im Jahr 2016, 10,9 Millionen im Jahr 2017 und jetzt 10,6 Millionen im Jahr 2018 (die erstmalige Einbeziehung Norwegens in diese Zahlen erhöht diese Zahl auf 12,3 Million).
Das rasche Aufkommen fortschrittlicher tierfreier Modelle wie Organs-on-a-Chip, pfadbasierte Ansätze und Computermodelle ermöglicht heutzutage die Hoffnung, die Dynamik und den Optimismus für den Ersatz von Tieren in Forschung und Risikobewertung zu steigern. Das EU-eigene Joint Research Center hat Schlüsselberichte erstellt und Aktivitäten unternommen, um den Einsatz von tierversuchsfreien Modellen und Methoden in einer Reihe von Forschungsbereichen zu fördern, aber es braucht noch viel mehr Engagement von allen Beteiligten. Die EU verfügt noch immer nicht über ein umfassendes politisches Programm, um den Ausstieg aus und Ersatz von Tierversuchen zu koordinieren und fördern, welches die Ziele der bestehenden EU-Gesetzgebung und Finanzierungsinstrumente umfasst. Wir glauben, es braucht dringend einen Aktionsplan um die genannten Ambitionen, Tiere in wissenschaftlichen Verfahren zu ersetzen, in die Tat umzusetzen. Als Tierschutzvereine geben wir Tieren eine Stimme und kämpfen dafür, dass Tierleid so schnell wie möglich beendet wird. Wir müssen auf dem erklärten Endziel der EU, Tierversuche zu ersetzen, aufbauen und sicherstellen, dass wir alle Interessenträger zu den dringenden Maßnahmen vereinen können –die Aufstellung eines strategischen, ehrgeizigen Aktionsplans mit festgelegten Meilensteinen wird ein großer Schritt nach vorne sein.

12. Welche Kriterien muss ich erfüllen, um zur Unterzeichnung der EBI berechtigt zu sein?

Um die EBI unterzeichnen zu können, müssen Sie EU-Bürger:in sein und alt genug, um an den Wahlen des Europäischen Parlaments teilnehmen zu können. Die Vorschriften zu Alter und Ausweispflicht sind von Land zu Land unterschiedlich. Informieren Sie sich daher hier für jeden EU-Mitgliedstaat – siehe den Abschnitt zur „Eine Initiative unterstützen“.
Sollten Sie nicht als Unterzeichner:in der EBI in Frage kommen, können Sie trotzdem helfen, indem Sie die Initiative mit Familie und Freunden teilen – gerne auch in den sozialen Medien.

13. Ich bin aus einem nicht EU-Land – kann ich unterschreiben?

Staatsangehörige aus Nicht-EU-Ländern können die EBI nicht unterzeichnen. Doch EU-Bürger können die EBI unabhängig von ihrem Wohnort unterzeichnen. Bitte sprechen Sie EU-Bürgerinnen und Bürger, die Sie kennen, an und ermutigen Sie sie, zu unterschreiben.

14. Kann meine Unterschrift wirklich etwas bewirken?

Damit eine EBI von der Kommission in Betracht gezogen werden kann, muss sie die Unterstützung von mindestens einer Million EU-Bürgern in Form verifizierter Unterschriften erhalten – Ihre Unterschrift kann so den Unterschied machen, diese Million zu erreichen. Diese Bürgerinitiative bietet die Gelegenheit, das Leiden von Millionen von Tieren zu beenden, die derzeit in der EU für Forschung und Tests verwendet werden. Ohne Ihre Hilfe können wir es nicht schaffen.