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Wie werden Wildtiere gehalten?

Jeder Zirkus reist. Ein paar Monate im völlig reizarmen Winterquartier - im Frühjahr, Sommer, Herbst wird dann umhergezogen. Der Aufenthalt an den Spielorten dauert meist nur ein paar Tage. Die mitgeführten Tiere »reisen« nicht - sie werden transportiert. Das bedeutet, dass sie über lange Strecken in kleinstmöglichen Käfigen eingepfercht sind und nur minimal versorgt werden können. Wie können solche Transporte »artgerecht« sein?

Alle »exotischen« Zirkustiere verbringen ihr Leben in einem ihnen nicht gemäßen Klima. Sie stammen aus den Tropen, aus dem Dschungel oder, wie etwa der Braunbär, aus bewaldeten Gebirgsregionen. Selbst die Minimalempfehlungen der »Leitlinien« können in der Praxis kaum erfüllt werden. Für kälteempfindliche Tiere wie Elefanten, Nashörner, Flusspferde ist eine Heizung vorgesehen, was besonders bei kleineren Zirkusbetrieben schon am Geld scheitert. Höchst unwahrscheinlich, dass »die arttypischen Anforderungen der Tiere an Temperatur und Frischluftzufuhr« an all den verschiedenen Spielstätten und bei den Transporten berücksichtigt werden. Zum artgemäßen Klima gehört auch etwa die Feuchtigkeit oder Trockenheit der Luft, Wind und Sonne, Jahreszeitenwechsel, tropischer Regen oder Eiseskälte, je nach den Witterungsverhältnissen der Gegenden, an die die Tiere seit Jahrmillionen evolutionär angepasst sind.

Es gibt nicht genug Fachveterinäre für exotische Tiere

Die Ernährung dürfte bei den größeren Zirkusunternehmen einigermaßen ausreichend sein, bei kleineren ist sogar das nicht immer der Fall. Viele betteln in den Fußgängerzonen der Städte um das Nötigste, besonders im Winter. Auch ist es nicht damit getan, dass die Tiere satt werden. Die Vielfalt von Nähr- und Ergänzungsstoffen, die in der Natur instinktsicher aufgenommen werden, kann ihnen nicht zugeführt werden. Von wissenschaftlich halbwegs abgesicherten Kenntnissen des Ernährungsbedarfs kann bei dem Personal der Zirkusbetriebe nicht die Rede sein. Außerdem dient die Nahrungsaufnahme in der Freiheit nicht nur der Stillung des Hungers. Wildtiere sind darauf eingerichtet, ihre Nahrung zu suchen, auszuwählen oder zu erbeuten. Mit diesen Vorgängen, die unter natürlichen Umständen einen großen Teil ihres Lebensinhalts darstellen, gehen biologisch-chemische und psychologische Prozesse Hand in Hand. Nur hingeworfenes Essen aufnehmen macht die Tiere stumpfsinnig.

An sachgemäße ärztliche Betreuung und Behandlung im Krankheitsfall ist nicht zu denken, da Fachveterinäre für exotische Tiere (noch dazu für die unterschiedlichsten Arten) sehr selten sind und von den meist ländlichen Spielorten aus kaum erreicht werden können.

Viele Tiere werden krank und sterben, von der Öffentlichkeit unbemerkt, an der Unzulänglichkeit der Ernährung, den klimatischen Bedingungen, den Belastungen der Transporte und der ständigen Ortswechsel. Von Stress, Angst, Orientierungsverlust, Krankheiten, Einsamkeit gequält, vegetieren die aus fremden Zonen verschleppten »Künstler« vor sich hin.

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