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Dressur: Abrichtung zum Automaten

In den letzten Jahren bemühen sich die Zirkusbetreiber darum, den Besuchern einzureden, dass ihre Tiere ohne Gewalteinwirkung die von ihnen verlangten Kunststücke erlernen und vorführen. Die allergrausamsten Methoden, wie sie Jahrhunderte lang gang und gäbe waren, etwa Bären auf glühenden Platten das »Tanzen« beizubringen, systematisches Prügeln oder Stechen mit spitzen Eisenstangen mögen in den besseren Zirkusbetrieben nicht mehr der Alltag sein. Doch gehören sie noch keineswegs überall der Vergangenheit an. Das »Training« ist in der Regel nicht öffentlich, niemand kontrolliert die Mittel und Wege, mit denen Gehorsam erzwungen wird.

Auch »sanfte Dressur« nicht tiergerecht

Aber auch die sogenannte »sanfte Dressur«, derer sich besonders die namhaften Unternehmen der Branche rühmen, ist niemals tiergerecht. Kein freundliches Zureden allein bringt einen Elefanten dazu, sich mit seinem ganzen Gewicht einbeinig auf einem Schemel zu erheben oder überzeugt einen Löwen, seine natürliche Angst vor Feuer zu überwinden und durch einen Feuerreifen zu springen. Die Dressurmethoden mögen zum Teil etwas subtiler geworden sein, aber in jedem Fall bleibt das Prinzip »Strafe und Belohnung« erhalten. Strafe ist mindestens Futterentzug, also Hungernlassen, oft genug die Zufügung von Schmerzen. Angeblich fordere man »Zirkustieren« nur Leistungen ab, die im Bereich ihrer natürlichen Anlagen liegen. Richtig ist daran nur, dass man Nilpferde nicht zum Fliegen oder Giraffen nicht zum Seilhüpfen abrichten kann. Aber Bären, die Schlittschuh oder Rollschuh fahren, sind nach wie vor eine beliebte Unterhaltung - ist das im Rahmen »natürlicher Anlagen«? Liegt es in der Natur von Elefanten, auf Melkschemeln zu balancieren? Zumindest werden potentielle Verhaltensweisen ausgebeutet, zu denen die Tiere sonst nur in Extremsituationen fähig sind, so etwa wenn sie die Angst vor Feuer oder Lärm überwinden müssen, um einer noch größeren akuten Gefahr auszuweichen. Angst vor dem Peitschenknall und der dadurch signalisierten bevorstehenden Strafe muss einen solchen Auslöser für den Einsatz extremen Verhaltens ersetzen.

Dressur ist Gewaltausübung

Dressur ist in jedem Fall Gewaltausübung. Immer muss der Wille des Tieres gebrochen und in die Richtung gezwungen werden, die derjenige vorgibt, der die Macht ausübt. Im Rahmen der permanenten Gefangenschaft hat das Tier gar keine andere Wahl, als sich dem Willen seiner Beherrscher zu fügen. Sein Gehorsam ist Resignation. Was geschieht wohl mit den Tieren, denen es nicht gelingt, ihren natürlichen Willen aufzugeben - und dadurch ihre Futterkosten und den Erfolg ihrer Dompteure einzuspielen?

In jedem Fall wird das dressierte Tier seiner Würde beraubt. Es wird zum Automaten degradiert, zu einem Roboter ohne eigenen Willen.
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