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Chancen vertan: Antrag zu Wildtierschutz und Bekämpfung illegalen Wildtierhandels

In dem am 9. Juni 2016 eingebrachten Antrag "Wildtierschutz weiter verbessern - Illegalen Wildtierhandel bekämpfen" will die Große Koalition den Schutz von Wildtieren verbessern sowie den illegalen Wildtierhandel eindämmen. Die Regierungsparteien hatten schon in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt, den Handel und die Haltung von Wildtieren durch Privatpersonen strenger regeln zu wollen.

Der Antrag enthält zwar einige Punkte, die die Tierschutzverbände seit langem fordern – er steht jedoch auch in der Kritik, weil die Regelungen nicht weitreichend genug sind, um Schutz von Wildtieren durch konkrete gesetzliche Verpflichtungen wirklich zu verbessern. Nach der Debatte im Plenum wird der Antrag zur weiteren Bearbeitung dem Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft zugeleitet. Die Tierschutzverbände werden weiter Druck für strengere und weitreichendere Regelungen machen.

Positiv:

  • strengere Regeln für Tierbörsen sollen geprüft werden

  • bundesweit einheitliche Regelungen für die Haltung gefährlicher Wildtiere werden eingefordert (die Bundesländer sollen sich auf eine einheitliche Definition gefährlicher Tiere einigen. Bisher gibt es keine einheitliche Regelung. Einzelne Bundesländer haben eigene, sogenannte Gefahrtier-Regelungen erlassen. Damit ist ein Flickenteppich an Verordnungen entstanden)

  • Sachkundenachweis für Wildtierhalter

  • Tierschutzwidriges Zubehör im Heimtierbereich soll durch ein Prüf- und Zulassungssystem ("Tierschutz TÜV") künftig ausgeschlossen werden

  • Aktualisierung der Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung verschiedener Tierarten, (u.a.  Reptilien, Zierfische und Papageien)

Negativ:

  • Formulierungen im Antrag sind vage

  • Haltungsvorschriften bleiben unverbindlich

  • keine Positivliste für Tiere, die gehalten werden dürfen (diese Liste enthält nur Tierarten, die in Privathaushalten artgemäß gehalten werden können und zudem kein Risiko für Gesundheit,  Tier-, Natur- und Artenschutz und die  öffentliche Sicherheit darstellen)

  • Importverbot von Wildfängen in die EU soll nur „geprüft“ werden

  • Für die Regulierung des Online-Handels, dem größte Markt für illegalen Handel, gibt es keine konkreten Vorschläge

 Hier können Sie sich die Vorabfassung des Antrags herunterladen: bundestag.de

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