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Wildtiere und Exoten

altExotische Wildtiere liegen im Trend. Es ist mittlerweile in bestimmten Kreisen sogar ein Statussymbol, ein besonders gefährliches Tier - wie zum Beispiel eine giftige Schlange - zu besitzen. Dies führt dazu, dass sich viele Leute die oft bedrohten und seltenen Tiere unüberlegt anschaffen. Dabei bedenken sie nicht, dass die Tiere groß, teilweise sehr alt, aufwendig und damit teuer in der Haltung werden können. Exoten sind Wildtiere und deren Nachzuchten. Dazu gehören verschiedenste Säugetiere, Vögel, Fische, Reptilien und Amphibien, Insekten und Spinnentiere. Sie sind bei uns nicht heimisch und nicht domestiziert und damit an das Zusammenleben mit Menschen nicht gewöhnt. Die hiesigen Umwelt- und Klimabedingungen sind für sie fremd und meist unverträglich.

Artgerechte Haltung nicht möglich
Eine artgerechte Haltung von exotischen Tieren ist wegen ihrer hohen Ansprüche (z.B. Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Verhalten, Bewegungsbedürfnis, Ernährung, Sozialstruktur) im Privathaushalt nicht möglich. Die endgültige Größe und die Lebenserwartung werden beim Kauf unterschätzt. Eine Netzpython kann beispielsweise acht Meter lang und Landschildkröten können bis zu 100 Jahre alt werden. Da die Anschaffungskosten eines Tieres meist gering sind, täuscht dies über die hohen Folgekosten (Ausstattung, Futter, Strom, Wasser, Technik, etc.) hinweg. Das Leid der Tiere in altPrivathaushalten bleibt meist unerkannt. Sie können sich nicht äußern. 90% der für die Heimtierhaltung wild gefangenen Reptilien überleben nicht einmal ein Jahr in Gefangenschaft (natürliche Lebenserwartung liegt zwischen 8 und 120 Jahren). 51% der Tiere starben aufgrund von Haltungsfehlern. Hinzu kommt das Problem, dass sich viele Tierärzte mit Exoten nicht auskennen. Die Tierheime sind mit der Flut ausgesetzter oder abgegebener Tiere überfordert; geeignete Auffangstationen fehlen. Zudem haben die Tiere wenig Chancen auf Vermittlung. In der Natur haben die meisten Exoten keine Überlebenschance, die Tierheime sind mit der Flut von Exoten überfordert. Hinzu kommt die Problematik der "Futtertiere". Schlangen brauchen Lebendnahrung. Mäuse, Ratten und andere Futtertiere werden oft nicht artgerecht gehalten und sterben einen angstvollen und oft langsamen, grausamen Tod.

Zahl der Unfälle nimmt zu
Von Exoten können Gefahren für den Menschen ausgehen z.B. durch Gifte (Schlangen, Skorpione, Spinnen, Fische, etc.) oder Körperkraft (Würgeschlange, Krokodile, Leguane, etc.). Mit dem Anstieg der Gesamtanzahl exotischer Haustiere in den Privathaushalten ist die Zahl der Unfälle mit Exoten (Giftnotzentralen) ebenso angewachsen wie Feuerwehreinsätze zur Rettung entflohener oder ausgesetzter Tiere. Hinzu kommt die Gefahr der Krankheitsübertragung, sogenannte Zoonosen, denn Wildtiere können Träger von Krankheitserregern sein, die teilweise auch auf den Menschen übertragbar sind. Neben verschiedenen Viren, Pilzen und Parasiten darf vor allem die Infektionsgefahr mit Salmonellen nicht unterschätzt werden. Die Gefahrentierverordnungen der einzelnen Bundesländer gehen stark auseinander. In einigen Ländern gibt es keinerlei Beschränkungen, was das Halten potenziell gefährlicher Tiere angeht

Exotenhandel bedroht die Artenvielfalt
altDer Handel mit der „Ware Tier“ floriert. Der Gesamtumsatz der Heimtierbranche liegt bei rund 3,3 Milliarden Euro. Der Handel ist weitestgehend unkontrolliert und erfolgt größtenteils über Kleinanzeigen, über das Internet und über so genannte Exotenbörsen. Bei Exotenbörsen werden Tiere wie Wühltischware gehandelt. Dabei leiden die empfindlichen Arten tagelang in kleinen Dosen oder Käfigen, in denen sie sich nicht bewegen und zurückziehen können, unter Hunger, Durst, Kälte, Lärm, Licht, Stress und Enge. Bei Exotenbörsen werden nahezu alle Tierschutz-Vorgaben missachtet, selbst kranke und verletzte Tiere stehen zum Verkauf. Die Todesraten bei Fang, Transport und „Aufbewahrung“ bei Groß- und Zwischenhändlern liegen bei etwa 70%. Für jedes gefangene und verkaufte Wildtier sterben etwa 50 weitere Tiere während des Fangs und des Transports. Dies macht den Handel mit exotischen Wildtieren zu einem gravierenden Artenschutzproblem.

Deutschland gehört zu den Hauptimporteuren lebender Wildtiere
Deutschland ist einer der größten Importeure lebender Wildtiere. Ein Großteil wird noch immer direkt aus der Natur gefangen, sogar bedrohte und geschützte Arten. Der Fang von Wildtieren für den Heimtierhandel ist eine der Hauptursachen für das Artensterben und fördert den Artenschwund. In den vergangenen Jahren sind weltweit 869 Wildtierarten ausgestorben. Weitere 44.838 Tierarten stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten der IUCN (International Union for Conservation of Nature). Sogenannte „Nachzuchten“ sind bis zu 90% Wildfänge. Gerade die seltenen geschützten Arten sind besonders begehrt und erzielen hohe Schwarzmarktpreise. Der Schutzstatus innerhalb des Artenschutzabkommens CITES ist schwer durchzusetzen. Selbst wo der Schutzstatus gegeben ist, fehlt es oft an Kontrollen und staatlicher Durchsetzung.

Welche gesetzlichen Regelungen sind aktuell in Planung?
Die große Koalition plant, den Schutz von Wildtieren zu verbessern. Insbesondere sollen Privathaltung und Handel von exotischen Wildtieren reglementiert werden. Im aktuellen Koalitionsvertrag heißt es: „Wir verbessern den Wildtierschutz und gehen gegen Wilderei sowie den illegalen Wildtierhandel und deren Produkte vor; Handel mit und private Haltung von exotischen und Wildtieren wird bundeseinheitlich geregelt. Importe von Wildfängen in die EU sollen grundsätzlich verboten und gewerbliche Tierbörsen für exotische Tiere untersagt werden.

Der Bundesverband Menschen für Tierrechte fordert die flächendeckende Einführung von Gefahrtiergesetzen (acht Bundesländer haben die Gefahrtierhaltung bereits geregelt). Zudem ist ein gesetzliches Verbot des Imports von Wildtieren für die Privathaltung, ein Verbot von Wildtierbörsen und ein Nachzuchtverbot von Wildtieren für die Privathaltung notwendig.

Was können Sie tun?

  • Kaufen Sie niemals ein exotisches Wildtier – weder vom Züchter, im Zooladen noch auf einer Börse!

  • Menschen, die ein großes Fachwissen über diese Tiere haben, können ein Tier aus einer Auffangstation oder aus dem Tierheim bei sich aufnehmen, um so den Handel nicht weiter zu unterstützen!

  • Klären Sie andere Menschen über Artenschutz, Aufwand, Platzbedarf, Gefahren und gesundheitliche Risiken auf!

  • Wenn Sie ein ausgesetztes Wildtier finden, bleiben Sie in der Nähe und rufen Sie die Polizei oder das örtliche Tierheim!
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