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Tierschutzforschungspreis des Bundes 2015

In-vitro-Kokulturenmodell für die Neurodegenerative Forschung: Bundes-Tierschutzforschungspreisverleihung für Prof. Marcel Leist

Der diesjährige, 34. Tierschutzforschungspreis des Bundeslandwirtschaftsministeriums geht  an die Forschergruppe um Prof. Marcel Leist aus Konstanz. Damit wurde der Entwicklung von Ersatzmethoden zum Tierversuch im Bereich der biomedizinischen und Grundlagenforschung zur Untersuchung neurodegenerativer Erkrankungen besondere Aufmerksamkeit verliehen. "Das Tierwohl steht ganz oben auf meiner politischen Agenda“, betont Minister Schmidt, der heute auch das "Zentrum für den Schutz von Versuchstieren" eröffnete. Und an die Preisträger gewandt richtete er den Appell: "Wir bitten Sie, Leuchtturm zu sein, Ansporn zu geben und weiter zu machen".

Preisträger Prof. Leist selbst nutzte kurz die Gelegenheit für einen Rückblick: "Am Anfang meiner Lehrstuhltätigkeit musste man sich rechtfertigen. Inzwischen weiß man, dass die Entwicklung von Tierversuchsersatzverfahren Hochtechnologieforschung ist". Von den 12 Millionen Versuchstieren, die in Europa pro Jahr verbraucht werden, werden drei Viertel in biomedizinischen Forschung eingesetzt. "Wir haben mittlerweile so langsam die Technologie, um uns nun mit Alternativen diesem Thema zu widmen", führte er in seinen Vortrag ein.
Unter 12 eingereichten Arbeiten wurde die der konstanzer Forscher unter tierschutzrelevanten Aspekten ausgewählt.
Prof. Leist ist Doerenkamp-Zbinden-Lehrstuhlinhaber. Die Konstanzer Universität war die erste, an der ein Lehrstuhl für Ersatzverfahren zum Tierversuch eingerichtet wurde. Für die Entwicklung haben seine Doktorandin, Liudmila Efremova und Dr. Stefan Schildknecht vom Doerenkamp-Zbinden-Lehrstuhl für in-vitro-Toxikologie und Biomedizin erfolgreich zusammengearbeitet. Prof. Leist und seinem Team gelang es, ein dreidimensionales KoKulturenmodell aus humanen Neuronen und Astrozyten zu etablieren. Mit dem in-vitro-Modell können Neurodegenerations-studien durchgeführt und pharmazeutische Substanzen zur Behandlung dieser Erkrankungen untersucht werden.

Die Entwicklung sogenannter Krankheitsmodelle am lebenden Tier führt seit Jahren zu einem rasanten Anstieg der Tierversuchszahlen. Die Krankheitsbilder werden im Tier - meist in Mäusen - durch genetische Manipulation erzeugt. Eine Methode, die Prof. Leist und sein Team recherchiert haben, ist dabei die Tiermodellentwicklung mit MPTP (1-Methyl-4-phenyl-1,2,3,6-tetrahydropyridin). Die Substanz MPTP wird in der Forschung eingesetzt, um einen Parkinson-ähnlichen Zustand in Mäusen oder Affen zu erzeugen. Die Arbeitsgruppe hat grob geschätzt, dass hierfür jährlich fast 10.000 Tiere weltweit genutzt werden. Diese Tierversuche könnte man nun durch das neue Modell der Arbeitsgruppe ersetzen und den Anstieg der Versuchstierzahlen bremsen.

Ausführliche Informationen finden Sie auf unser Projekt-Webseite InVitro+Jobs.

 

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