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Auftakt von CERST NRW

danksagung cerst25. Januar 2016  Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung wurde das neu gegründete Centrum für Ersatzverfahren zum Tierversuch in Düsseldorf CERST NRW am Donnerstag, 21. Januar 2016, offiziell auf den Weg gebracht. Ellen Fritsche, Leiterin von CERST und Professorin am Leibniz Institut für umweltmedizinische Forschung (IUF), dankte in ihrem Vortrag ausdrücklich Dr. Christiane Baumgartl-Simons, der stellvertretenden Vorsitzenden unseres Bundesverbandes Menschen für Tierrechte, für ihr Engagement. Der Bundesverband war maßgeblich an der Einrichtung von CERST NRW beteiligt. Schon 2007 hatte er ein konkretes Konzept für einen Lehrstuhl vorgelegt.

Das Land NRW fördert das Centrum für Ersatzmethoden zum Tierversuch (CERST) mit einer Million Euro bis 2019. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung am 21. Januar in Düsseldorf sagte NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze, es sei eine ethische Selbstverständlichkeit, wo immer möglich, auf Tierversuche zu verzichten. Menschen, die sich mit ethischen Gründen nicht überzeugen ließen, müsse man mit Kosten überzeugen, denn tierversuchsfreie Methoden seien meist kostengünstiger und zeitsparender als Tierversuche. Es sei der Wunsch der Landesregierung, die Entwicklung tierversuchsfreier Verfahren voranzutreiben. Dazu müsse man enger mit den Forscherteams in NRW zusammenarbeiten und ihre Vernetzung verbessern. Ähnlich äußerte sich auch Prof. Dr. med. Ellen Fritsche, die zu der Veranstaltung geladen hatte. Es sei ihr Wunsch, so die international anerkannte Wissenschaftlerin, dass aus der Gründungszelle CERST ein Netzwerk für ganz NRW entstünde. Prof. Fritsche untersucht am Leibniz Institut für umweltmedizinische Forschung (IUF) an der Heinrich Heine Universität Düsseldorf auf Basis menschlicher Hautzellen die Auswirkungen von Substanzen auf das Kind im Mutterleib. Bisher wird dies an schwangeren Nagetieren getestet. Das Verfahren, das mit verschiedenen Nervenzelltypen aus Nervenvorläuferzellen arbeitet, kann zukünftig Tierversuche mit unzähligen Ratten beenden.

abel und ledermannCERST wirkt über NRW hinaus
Nicht nur in den Grußworten, auch in der anschließenden Podiumsdiskussion und den wissenschaftlichen Vorträgen von Wissenschaftlern aus NRW wurden die Bedeutung und der Entwicklungsstand der tierversuchsfreien Verfahren gewürdigt. Prof. Gilbert Schönfelder, Leiter des neuen Zentrums zum Schutz von Versuchstieren Bf3R beim Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin, sagte, dass tierversuchsfreie Verfahren heute anders als früher gesellschaftlich akzeptiert seien. Auch die Industrie habe ein großes Interesse an den neuen Verfahren. Prof. Horst Spielmann, der langjährige Leiter der ZEBET, des Zentrums zur Erfassung und Bewertung von Ersatzverfahren zum Tierversuch, erklärte, wie wichtig es sei, das CERST finanziell ausgestattet würde. Prof. Dr. med. Jean Krutmann, Wissenschaftlicher Direktor des IUF, wies darauf hin, dass die finanzielle Unterstützung des Landes mit 200.000 Euro pro Jahr im Vergleich zu den 3,5 Mio. Drittmittelaufkommen des IUF zwar bescheiden sei, dass das Projekt CERST in seiner Bedeutung jedoch weit über NRW hinaus weise. Die Veranstaltung schloss mit dem Appell, aus dem Projekt möglichst eine dauerhafte Einrichtung zu machen: CERST sei nicht nur ein Signal in Richtung Industrie, sondern auch an Universitäten in Hinblick auf die Nachwuchsförderung sowie an den Bund.

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