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Welche Erfolge bringt die Förderung?

44 Projekte

 Entscheidend bei der Bewertung eines Förderprogrammes ist nicht die Anzahl der geförderten Projekte, sondern was am Ende an praxisreifen Verfahren dabei herauskommt. Um Tierversuche abzulösen, sollten Entwicklungen deswegen nicht nach dem Gießkannenprinzip gefördert werden, sondern indem man klare Prioritäten setzt.

Um eine Aussage über die Erfolge der Förderung treffen zu können, haben wir recherchiert, was aus den Projekten geworden ist, die an der Befragung des Fraunhofer-Instituts für System - und Innovationsforschung (Fraunhofer ISI) zur Evaluation des Förderschwerpunkts „Ersatzmethoden zum Tierversuch“ 2010 teilgenommen hatten. Um einen tatsächlichen Effekt im Sinne der Tiere zu bewirken, sind verschiedene Punkte entscheidend, beispielsweise, wie viele Verfahren bis zur Praxisreife entwickelt und anerkannt werden und wieviel Potenzial sie im Sinne der Ablösung von Tierversuchen haben.
Grundsätzlich zielten 70 Prozent und damit die Mehrzahl der insgesamt 44 Projekte auf den Ersatz zum Tierversuch ab. Zehn Projekte davon arbeiteten jedoch noch auf der Basis von Tierorganen oder Gewebe. Heute wären dies weit weniger, da die Entwicklung mit menschlichen Stammzellen mittlerweile weiter fortgeschritten ist. Die restlichen 30 Prozent waren Entwicklungen, die eine Reduktion der eingesetzten Tiere oder die Verfeinerung (Verringerung der Belastung) verfolgten.


Fast ein Viertel praxisreif
Von den 44 geförderten Projekten wurden zwei inzwischen in die Regularien aufgenommen.
Ab diesem Zeitpunkt wirken sie sich tatsächlichpositiv aus und können – beziehungsweise müssen – anstelle von Tierversuchen angewendet werden. Dies waren Verfahren zur Prüfung auf Hautpenetration mit Hautmodellen (OECD 428) und ein Hornhautmodell für die Pharma- und Sicherheitsprüfung (OECD 492). Ein Projekt befindet sich derzeit in der Validierung, ist jedoch noch nicht in die Regularien aufgenommen worden.Acht Projekte sind in Anwendung beziehungsweise praxisreif. Das heißt, diese werden in Instituten, in firmeneigenen Laboren oder im Rahmen einer Dienstleistung in der Praxis eingesetzt. Sie können jedoch zunächst nur punktuell Tierversuche ersetzen, weil sie noch nicht in die Regularien, wie zum Beispiel in die OECD Testrichtlinien oder in das europäisches Arzneimittelbuch, aufgenommen wurden.


Prioritäts- statt Gießkannenprinzip
Zwei weitere Verfahren befinden sich in einer Ringstudie oder in einer Validierung.
Das bedeutet, dass sie in mehreren, voneinander unabhängig arbeitenden Laborenauf Funktionsfähigkeit, Empfindlichkeit, Spezifität, Wiederholbarkeit und Präzision geprüft werden. Hierzu gehören zum Beispiel ein in-vitro-Testsystem zur Bestimmung von Tetanus-Giften und ein weiteres zur Prüfung der Wirkung von Gasen auf menschliche Lungenzellen.
Damit haben rund 30 Prozent der geförderten Projekte ein offensichtliches Potenzial, den Tierversuch abzulösen. Die übrigen Förderprojekte tragen auf die eine oder andere Art indirekt dazu bei. Da nicht alle Erfolge publiziert und veröffentlicht werden, ist es durchaus möglich, dass die Gesamtzahl der erfolgreichen Projekte noch höher ist. Bei der Kategorie „unbekannt“ könnte die eine oder andere Methode in firmeneigenen Laboren genutzt werden. Der Erfolg ließe sich höchstwahrscheinlich erhöhen, wenn die Entwicklungen nicht mit dem Gießkannenprinzip, sondern nach einem Prioritätsprinzip gefördert würden. Die Frage sollte sein: Welche Methodik muss dringend entwickelt werden, um den Tierversuch im Bereich XY abzulösen?


Dr. Christiane Hohensee
Dr. Christiane Baumgartl-Simons

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