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Forschungsförderung in der Praxis

altWer im Dschungel der Forschungsförderung erfolgreich an Gelder kommen will, muss sich gut auskennen. Außer den im Einleitungsartikel beschriebenen Fördermöglichkeiten nutzen die Wissenschaftler weitere deutsche und europäische Programme und Einrichtungen.

In Deutschland fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Gebiet „Systembiologie“. Hier hinein passen in-vitro- oder in-silico-Arbeiten, die den Stoffwechsel und den Aufbau und die Funktion der menschlichen Leber nachbilden und simulieren. Von 2010 bis 2015 wurden circa 50 Millionen Euro bereitgestellt. Bis 2020 läuft der Innovationswettbewerb „Systembiologie“, der mit circa 120 Millionen Euro ausgestattet ist.

Führt das Forschungsergebnis einer tierversuchsfreien Methodik beispielsweise zur Geschäftsidee, könnte das BMBF-Förderprogramm „GO Bio“ für Unternehmensgründungen in den Lebenswissenschaften in Betracht kommen. Derzeit läuft die siebte GO-Bio-Auswahlrunde. Der Förderetat beträgt circa 30 Millionen Euro. Auch „EXIST-Forschungstransfer“ unterstützt forschungsbasierte Gründungsvorhaben. Die Gelder werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit Unterstützung des europäischen Sozialfonds vergeben.

Prostatamodell für die Krebsforschung
Auch Stiftungsgelder stehen zur Verfügung. Diese Gelder finanzieren eher einzelne Aspekte einer Forschungsarbeit und nur ausnahmsweise das gesamte Forschungsvorhaben. Die Stiftung Deutsche Krebshilfe unterstützt aktuell die Entwicklung eines 3D-Prostatamodells für die Krebsforschung am Karlsruher Institut für Technologie. Am Universitätsklinikum Dresden untersucht eine Doktorarbeit die Inaktivierung von Krebs-Vorläufer-Genen des Menschen in-vitro. Am Universitätsklinikum Freiburg wird eine Arbeit gefördert, die die Rolle eines Proteins bei der Abtötung menschlicher Krebszellen klären soll.
Die Stiftung Humane Tissue and Cell Research (HTCR) aus Regensburg verwahrt humanes Spendergewebe, das bei Operationen anfällt und ermöglicht Forschungseinrichtungen die Nutzung der Gewebe.

EU-Förderungen
Hier steht das Programm Horizon 2020 im Vordergrund. Das Europäische Verbundprojekt EUToxRisk21 erhält aus dem Fördertopf von Horizon 2020 30 Millionen Euro. Im Rahmen des Projektes EUToxRisk wollen 39 Partner aus Industrie, Wissenschaft und europäischen Regulierungsbehörden bis 2021 tierversuchsfreie Tests für die Toxikologie ausbauen und vor allem praxistauglich machen.

Das Eurostars-Verbundprojekt CardioXpress untersucht mit Hilfe von humanen Stammzellen, ob potenzielle Wirkstoffe herzschädigende Eigenschaften haben. Drei kleine und mittlere Unternehmen aus Frankreich, den Niederlanden und Deutschland haben ihre Kompetenzen in der Stammzellforschung, Softwareentwicklung und Messtechnik zusammengeschlossen. Der deutsche Partner, die Multi Channel Systems MCS GmbH, erhielt in diesem Rahmen rund 420 000 Euro Fördermittel des BMBF.

Deutschland und die Niederlande haben für die Entwicklung von Alternativen in der Systemtoxikologie das Programm InnoSysTox (Innovative Systemtoxikologie) eingerichtet.
Es läuft von 2015 bis 2017 und hat ein Fördervolumen von 2.9 Millionen Euro.

Zuschuss zur Firmengründung
Das Virtual Physiological Human (VPH) Projekt will vollständige Informationen über die menschliche Physiologie virtuell für Forschung und Klinik anbieten. Das Projekt einer internationalen Non-Profit Organisation aus Belgien wird von der EU-Kommission mitfinanziert.

Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) fördert auch die Unternehmensfinanzierung. Diese Mittel könnten als Zuschuss zur Gründung von Firmen, die tierversuchsfreie Methoden anwenden und weiterentwickeln, genutzt werden. Das Gesamtbudget für den Zeitraum 2014 bis 2020 liegt bei rund 325 Milliarden Euro.

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