Slideshow Image 1
Slideshow Image 2
Slideshow Image 3
Slideshow Image 4

Vorbild-Uni Mainz zeigt Ersatz von Tierverbrauch

2011: Gewissensfreiheit im Biostudium – Uni Mainz erlässt Sezierpflicht an Tieren

Im November 2011 trafen sich Vertreter des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte mit dem  Zoologie-Professor Jürgen Markl und dem Vize-Präsidenten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Prof.  Ulrich Förstermann,  zu einem Gespräch über den Tierverbrauch im Biologie-Studium. In diesem Gespräch einigte man sich darauf, die Studierenden des Studienganges Biologie von der Sezierpflicht im Fach Zoologie zu befreien und, dass es zukünftig auch möglich sein wird, das Physiologie-Praktikum tierverbrauchsfrei zu absolvieren.

Studierende der Biologie werden ab dem Sommersemester 2012 ein Alternativprogramm zum Sezieren von getöteten Tieren wählen können. Für den Bundesverband Menschen für Tierrechte ist das beispielhaftes Handeln sowie ein sichtbarer Erfolg eines konstruktiven Austausches zwischen Studentenvertretern, Bundesverband und der Universität. Zur Debatte um das Recht auf Gewissensfreiheit war es im Sommer gekommen, nachdem immer wieder Biologie-Studenten gezwungen waren, sich zwischen dem ethisch belastenden Tiereinsatz in Pflichtkursen und dem Studienabbruch zu entscheiden.

Dazu berichteten Die Zeit, Spiegel Online und Die Süddeutsche mit umfassenden Artikeln zum Tierverbrauch im Studium (siehe Verlinkung). Der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft startete eine Web-Umfrage ‘Tiere sezieren im Studium – ja oder nein?’. Bitte stimmen Sie unter folgendem Link ab: stifterverband.org.

2007: Mainzer Medizinstudenten schaffen Versuch an getöteten Ratten ab

Die Tierschutz-AG der Universität Mainz - zu deren Gründungsmitgliedern und Aktiven ein Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte gehört - hat jetzt einen beachtlichen Erfolg erreicht: Mainzer Medizinstudenten müssen keine Ratten mehr in ihrem Studium aufschneiden. Der Bundesverband ist hocherfreut und fordert ein Gleichziehen anderer Universitäten.

Seit Jahrzehnten müssen Humanmedizin-Studenten im ersten Semester eigens zu diesem Zweck getötete Ratten sezieren, um ihre Anatomiekennenzulernen. Damit ist in Kürze an der Universität Mainz auf Drängen der dortigen studentischen Tierschutz-AG Schluss. Das Rattenpraktikum wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt ersatzlos gestrichen. Die Universität hat zugegeben, dass der Lerneffekt sehr gering und die Aufgabe nicht mehr zeitgemäß sei.

»Endlich schlägt die Universität Mainz den richtigen Weg ein«, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte. »Angehende Ärztinnen und Ärzte sollten besser an einen verantwortungsbewussten Umgang mit Leben herangeführt werden, anstatt an extra getöteten Tieren offensichtlich völlig überflüssige Übungen machen zu müssen. Wir fordern die anderen humanmedizinischen Fakultäten auf, mit dem sinnlosen Töten von Tieren endlich aufzuhören und bereits vorhandene ethisch vertretbare Lehrmethoden ohne Tierverbrauch einzusetzen.«

Nach Kenntnis des Bundesverbandes werden an den humanmedizinischen Fakultäten der folgenden sieben Städte noch Ratten seziert: Bonn, Dresden, Essen, Gießen, Göttingen, Magdeburg, Würzburg. Außerdem gibt es im Physiologie-Praktikum des Studiengangs Humanmedizin noch andere Sektionen bzw. Versuche. Auch in Mainz wird im Physiologie-Praktikum immer noch der berüchtigte Froschversuch durchgeführt. Trotz der positiven Entwicklung kann also auch an dieser Hochschule noch nicht völlig tierverbrauchsfrei studiert werden. Bundesweit bietet die Hälfte der 36 humanmedizinischen Fakultäten bereits ein Studium ganz ohne Tierverbrauch an.

Auch für Studierende der Veterinärmedizin und der Biologie sind tierverbrauchende Übungen immer noch Bestandteil des Studiums. So werden in Deutschland jährlich rund 60.000 Tiere im Studium getötet, darunter 15.000 Wirbeltiere. Laut Bundesverband stehen tierverbrauchsfreie Lehrmethoden, wie Computersimulationen oder Modelle, in großer Auswahl zur Verfügung. Mit den Tiertötungen zu Lehrzwecken muss endlich Schluss sein, fordert der Verband.

Facebook Twitter You Tube E-Mail schicken

Kostenloser Newsletter

Immer über tagesaktuelle Entwicklungen, Hintergrundinformationen, Pressemitteilungen sowie über Tierrechts-Kampagnen und Mitmach-Aktionen informiert sein.

Jetzt Gratis-Infos bestellen »