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Baden-Württemberg will Einsatz von Tieren in der akademischen Ausbildung reduzieren

Der Bundesverband fordert mit seinem Projekt „SATIS – für humane Ausbildung“ den Einsatz tierverbrauchsfreier Lehrmethoden an deutschen Hochschulen. Vor Kurzem aktualisierte er sein Ethik-Hochschulranking und referierte im Rahmen seiner Lobbyarbeit beim Landesverband der Grünen Baden-Württemberg. Erfreulicherweise hat der Tierschutzbeirat Baden-Württemberg nun einen Beschluss zur Verwendung von Tieren in der Lehre an Hochschulen gefasst. Danach sollen u.a. Universitäten verstärkte Anstrengungen zur weiteren Reduzierung von Tieren in der wissenschaftlichen Ausbildung unternehmen.

2011 veröffentlichte unser Bundesverband das erste Ethik-Hochschulranking. Darin wird aufgezeigt, an welchen Hochschulen und in welchen Bereichen noch immer Tiere statt tierverbrauchsfreier Lehrmaterialien eingesetzt werden. Das Ergebnis: Studieren ohne schädigenden Tierverbrauch ist in Deutschland in den Studiengängen Biologie, Human- und Tiermedizin kaum möglich. 2012 ist das Ranking um den Studiengang Ernährungswissenschaften erweitert worden. Das Ethik-Hochschulranking hatte damals eine sehr gute Presseresonanz gefunden und u.a. dazu geführt, dass an der Mainzer Universität ein tiereinsatzfreier Parallelkurs für Studenten angeboten wurde, die aus ethischen Gründen keinen Tierverbrauch wollten.

Neu-Befragung Humanmedizin

Anfang 2014 haben wir eine stichpunktartige Neu-Befragung im Studium der Humanmedizin durchgeführt und mit den Angaben aus 2011 verglichen. Bilanz: Die Kurse mit Tiereinsatz gehen zwar leicht zurück, dennoch gibt es von den 35 Universitäten noch immer mindestens 11 mit Säugetierverbrauch. Obgleich die Studenten lernen sollen, kranke Menschen zu behandeln, wird vielerorts noch immer am Einsatz und Sezieren von Ratten, Mäusen,  vereinzelt Fröschen und Wirbellosen festgehalten. Doch das deutsche Tierschutzgesetz und die EU-Tierversuchsrichtlinie schreiben vor, dass der Einsatz von Tieren zu wissenschaftlichen Zwecken oder zu Bildungszwecken nur dann erwogen werden sollte, wenn es keine tierversuchsfreie Möglichkeit gibt. Für die entsprechenden Anatomie- und Physiologiekurse ist jedoch etliches vorhanden, dazu zählen Computer-Simulationsprogramme, filmische Darstellungen, Probanden-Einsatz, Plastinate sowie auch – analog der menschlichen Körperspende – Spendertiere. Zwecks Recherche stehen den Lehrenden dazu umfangreiche Datenbanken zur Verfügung.

Veranstaltung zu Tierverbrauch im Studium

So gilt es nach wie vor, Wissenschaft und Politik mit dem Thema zu konfrontieren. Anfang März initiierte der Landesverband der Grünen Baden-Württemberg in Stuttgart dazu eine Veranstaltung, bei der Dr. Christiane Hohensee – die Projektleiterin von SATIS und InVitroJobs beim Bundesverband – referierte.

Sie informierte über den derzeitigen Stand an den Universitäten einschließlich der neuesten Umfrageaktualisierung sowie über die verschiedenen tierverbrauchsfreien Lehrmittel. Zu den Teilnehmern gehörten neben vielen anderen die Landestierschutzbeauftragte Baden-Württembergs, Dr. Cornelie Jäger, Matthias Gastel, MdB von Bündnis 90/die Grünen sowie die Landesvorsitzende der Grünen Baden-Württemberg, Theka Walker. Die Veranstaltung war insgesamt gut besucht.

Baden-Württemberg will Tierverbrauch in der Ausbildung reduzieren

Am 22. Mai 2014 gab der Tierschutzbeirat Baden-Württemberg bekannt, dass er einen Beschluss zur Verwendung von Tieren in der Lehre an Hochschulen gefasst hat. Danach empfiehlt der Beirat der Landesregierung, den Universitäten und anderen akademischen Ausbildungsstätten verstärkte Anstrengungen zur weiteren Reduzierung der Verwendung von Tieren in der wissenschaftlichen Lehre zu unternehmen. Im Rahmen von Bachelor-Studiengängen soll auf Tierversuche verzichtet werden. Zudem soll dem Wunsch von Studierenden, ein tierfreies Grundstudium absolvieren zu können, ohne Nachteile für den Studienabschluss entsprochen werden. Der Bundesverband begrüßte den Beschluss und hat sich mit einigen Fragen zur konkreten Umsetzung des Beschlusses an den Vorsitzenden Tierschutzbeirats und Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Alexander Bonde (Grüne) gewandt. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

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