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Aktiv gegen Tierversuche: Vorträge und Diskussionen in NRW

Im April 2014 war der Bundesverband gleich zweimal in Nordrhein-Westfalen auf Veranstaltungen zum Thema Tierversuche vertreten. Dr. Christiane Baumgartl-Simons, stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes, referierte auf einer Veranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen zum Thema "Ethische Vertretbarkeit von Tierversuchen" im Düsseldorfer Landtag. Christina Ledermann, ebenfalls stellvertretende Vorsitzende, sprach im Rahmen der Kampagne „Düsseldorf Tierversuchsfrei“ über politische Maßnahmen für einen Paradigmenwechsel hin zu einer tierversuchsfreien Zukunft.

Dr. Christiane Baumgartl-Simons ließ gleich zu Beginn ihres Vortrags an der Position des Bundesverbandes keinen Zweifel: Es gibt keinen ethisch vertretbaren Tierversuch. Anschließend beschrieb sie Mängel in der Genehmigungspraxis. Denn der gesetzlich geforderte Nachweis für die Unerlässlichkeit eines Tierversuchs wird in Tierversuchs- anträgen so gut wie nie erbracht. Dies scheitert daran, weil nirgendwo verbindlich festgelegt ist, welche Daten und Fakten der Antragsteller zum Belegen der Unerlässlichkeit liefern muss. Hier muss dringend ein Leitfaden erarbeitet werden.

Ebenfalls schwierig zu belegen ist, ob der Versuch durch tierversuchsfreie Verfahren ganz oder teilweise ersetzt werden kann. Denn es existieren keine praxistauglichen und vor allem vollumfänglichen Datenbanken. Die riesigen Wissensgebiete können unmöglich von einzelnen Behördenvertretern oder auch Antragstellern überblickt werden. Besonders schwer aber wiegt die Tatsache, dass zur Ermittlung der gesetzlich geforderten ethischen Vertretbarkeit, dem Kernstück jedes Versuchsantrags, kein Handwerkszeug zur Verfügung steht.

Erschwerend kommt hinzu, dass Antragsteller und Behördenvertreter so gut wie kein Fachwissen zu dieser Frage haben. Doch hier muss eine saubere Schaden-Nutzen-Abwägung erfolgen und zwar nicht nach Bauchgefühl, sondern nach anerkannten wissenschaftlichen Kriterien. Ein praxistauglicher Kriterienkatalog zur Feststellung der ethischen Vertretbarkeit ist jedoch nicht vorhanden. Österreich hat das skandalöse Fehlen erkannt und arbeitet derzeit an einem solchen Katalog. Außerdem muss gewährleistet sein, dass sich die zuständigen Behörden und Antragsteller regelmäßig fortbilden. All dies vermag ein nationales Kompetenzzentrum leisten. Der Verband erwartet, dass viele Tierversuche nicht mehr genehmigt werden können, sobald ein solcher Wissenspool zur Verfügung steht.

Auch Christina Ledermann stellte in ihrem Referat effiziente Maßnahmen zur Reduktion der Tierversuche vor. Dabei stand an erster Stelle die angemessene Förderung tierversuchsfreier Verfahren, die Einführung eines entsprechenden Lehrstuhls an Universitäten sowie des Kompetenzzentrums. Eine weitere sinnvolle Maßnahme zur gesellschaftlichen Aufwertung dieses wichtigen Forschungszweiges sind Forschungspreise. Unser Bundesverband setzt sich bereits seit 2007 für die Einrichtung eines Lehrstuhls für tierversuchsfreie Verfahren an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ein und verfolgt dieses Ziel nun gemeinsam mit dem Tierschutzverein Düsseldorf. Die Voraussetzungen dafür sind derzeit gut, denn die rot-grüne Landesregierung hat nach der intensiven Lobbyarbeit des Bundesverbandes die Einrichtung eines Lehrstuhls, die Förderung tierversuchsfreier Methoden und ihre konsequente Anwendung im Koalitionsvertrag festgeschrieben.

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