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Tierversuchszahlen 2010

Immer mehr gentechnisch veränderte Tiere

Die Versuchstierzahlen sind auch 2010 weiter gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr sind es 2,5 Prozent bzw. 69.881 Tiere mehr, die in Tierversuchen verbraucht und getötet wurden. Damit stieg die Zahl auf insgesamt 2.856.316 Tiere. Der Anstieg ist insbesondere auf gentechnisch veränderte Tiere zurück zu führen. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl dieser Tiere um knapp 115.000 auf 722.793 gestiegen. Das entspricht einer Zunahme von 25 Prozent. Real ist die Zahl weitaus höher, da lediglich die Tiere gezählt werden, die nach gelungener Genmanipulation eingesetzt wurden. Die vielen misslungenen Versuche sowie die „Vorratstiere“ bei Züchtern und Laboren werden nicht erfasst.
Mehr als 97 Prozent der gentechnisch veränderten Tiere sind genmanipulierte Mäuse, die vor allem in der nicht zweckgebundenen Grundlagenforschung, aber auch zur Erforschung und Entwicklung von medizinischen Produkten verwendet werden. Auch Fische spielen bei den gentechnisch veränderten Tieren mit 10.740 zunehmend eine Rolle. Deren Zahl hat sich beinahe verdoppelt.

Zugenommen hat mit 12 Prozent (87.429) auch die Zahl der Tiere, die zu wissenschaftlichen Zwecken getötet werden. Darunter fallen auch „Nachkommen“ von gentechnisch veränderten Elterntieren, die dann beispielsweise zu Zwecken der Grundlagenforschung getötet und denen Organe oder Gewebe entnommen werden. Dies ist vor allem wiederum bei Mäusen der Fall, deren Verwendung hier um mehr als 14 Prozent auf 554.853 Tiere zugenommen hat. Auch der Einsatz von Fischen hat sich mit 64.813 in diesem Bereich mehr als verdoppelt. Fische werden zunehmend auch in der Aus-, Fort- und Weiterbildungszwecken eingesetzt. Auffällig ist zudem, dass immer mehr Kaninchen in der Impfstoff- bzw. Serenproduktion verwendet werden.

Die Zahl der Tier, die für klassische Tierexperimente (nach § 7 Absatz 1 Tierschutzgesetz) benutzt und getötet wurden, ist in 2010 erfreulicherweise um 4,6 Prozent gesunken, weil weniger Mäuse, Ratten, Meerschweinchen, Kaninchen und Hunde in Giftigkeitsprüfungen eingesetzt wurden. Dafür wiegt umso schwerer, dass die Zahl der Affen (Javaner- und Rhesusaffen), die in Toxizitätstest vergiftet wurden, um circa 500 Tiere gegenüber dem Vorjahr anstieg; 1.181 in 2009 und 1.695 in 2010.

Unmittelbar nach Veröffentlichung der Statistik des Bundeslandwirtschaftsministeriums kritisierte der Bundesverband insbesondere den enormen Anstieg des Tiereinsatzes in der Gentechnik und forderte dringend ein zielführendes Konzept für den Ausbau von Tierversuchsersatzverfahren.

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