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Tierversuchszahlen 2001

Jedes Jahr im Herbst veröffentlicht das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft Zahlen über die Anzahl der in Tierversuchen getöteten Tiere. Im Jahr 2001 wurden nach diesen Angaben 2,13 Millionen Mäuse, Ratten, Kaninchen, Meerschweinchen, Fische, Hunde, Katzen, Affen und andere leidensfähige Mitgeschöpfe in fragwürdigen und oft qualvollen Experimenten verbraucht.

Versuchstierzahlen auf Rekordhöhe

Am 01.01.2001 trat eine neue Versuchstiermeldeverordnung in Kraft nach der eine größere Bandbreite von Tierversuchen erfasst wird. Seither sind in der Statistik auch Tiere enthalten, die für wissenschaftliche Zwecke oder zur Organentnahme getötet wurden, ferner Tiere, die der Herstellung von Seren oder Aufbewahrung von Parasiten dienen sowie zu Ausbildungszwecken verwendete Tiere. Dadurch erhöhte sich die Gesamtzahl der verwendeten Tiere von 1,59 Millionen im Jahr 1999 auf 1,83 Millionen im Jahr 2000. Ein direkter Vergleich war zwischen diesen beiden Jahrgängen aufgrund der unterschiedlichen Zählweise nicht möglich.

Die neue statistische Erfassung bietet zwar mehr Transparenz, erfasst aber noch längst nicht alle, im Bereich der tierexperimentellen Forschung getöteten Tiere. So fehlen nach wie vor alle jene Tiere, die bereits in der Zucht und Vorratshaltung umkommen bzw. getötet werden, weil sie zu alt geworden sind oder sonst welchen Gründen nicht mehr gebraucht werden. Bei der Herstellung gentechnisch veränderter Zuchtlinien wird eine große Anzahl Tiere, meist Mäuse, verbraucht, ohne dass diese in einer Statistik auftauchen. Auch die wirbellosen Tiere, wie Insekten, Krebse, Schnecken, zählt niemand.

Die Anzahl der im Namen der Forschung gequälten und getöteten Tiere schnellte im Jahr 2001 gegenüber dem Vorjahr um 16,5 % in die Höhe, d.h. im Jahr 2001 wurden 301.346 mehr Tiere als im Jahr 2000 »verbraucht«. Eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr ist vor allem bei Vögeln von rund 43.000 auf 66.000 zu verzeichnen. Versuche an Fischen verdreifachten sich sogar von etwa 108.000 auf 303.000.

Diese Tendenz ist vor allem auf die steigenden Versuchstierzahlen im Bereich der Grundlagenforschung zurückzuführen, wo eine Zunahme um 36 % zu verzeichnen ist und die Zahl der verwendeten Tiere um 247.266 auf 926.294 anstieg. Der Anteil dieser meist völlig zweckfreien Forschung steigt seit Jahren stetig und macht jetzt schon 44 % an der Gesamtzahl aus. Der hohe »Verbrauch« an Versuchstieren ist vor allem auf den verstärkten Einsatz der Gentechnik zurückzuführen. Gerade in diesem Bereich ist zudem die Dunkelziffer besonders hoch. Etwa 70 % aller gentechnisch veränderten Mäuse weisen nicht die gewünschte Veränderungen auf und werden einfach getötet. Diese Tiere tauchen in keiner Statistik auf.

Im Bereich der Giftigkeitsprüfungen sank die Anzahl von 219.390 auf 189.996 getötete Tiere. Das entspricht einem Rückgang um 13,4 %. Offensichtlich werden in diesem Bereich verstärkt tierversuchsfreier Testverfahren eingesetzt. Die Tendenz auf sinnvolle und aussagekräftige Reagenzglasmethoden zurückzugreifen, muss intensiviert und gefördert werden. Solche innovativen Systeme werden in der Grundlagenforschung noch viel zu wenig eingesetzt. Der Anstieg in diesem Bereich ist geradezu skandalös. Hier besteht noch viel Handlungsbedarf, damit sämtliche Tierversuche möglichst bald der Vergangenheit angehören.

Hier können Sie sich die Statistik des BMVEL als Tabelle herunterladen.

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